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Weltweit

Williamson leugnet weiter Holocaust

Kilian S.
30. Januar 2010 17:30 Uhr
712 Kommentare
Bischof Richard Williamson leugnet weiter den Holocaust. Dieses Mal in einer internen Mail der Piusbrüderschaft. Somit sorgt er auch weiterhin für Diskussionen.
Rückblende - Am 21. Januar 2009 strahlte ein schwedischer Fernsehsender eine Aussage des Briten Williamson aus.

In dieser sagte er: "Ich glaube, dass es gar keine Gaskammern gab […] Ich denke, dass 200.000 bis 300.000 Juden in nationalsozialistischen Konzentrationslagern umgekommen sind […] aber keiner von ihnen durch Gaskammern".

Daraufhin leitete die Staatsanwaltschaft Regensburg ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung ein, da der Bischof diese Aussage auf einem Priesterseminar in der Nähe von Regensburg getroffen hatte. Er befand sich also im Zuständigkeitsgebiet der Staatsanwaltschaft. Das Verfahren läuft noch und die Hauptverhandlung beginnt voraussichtlich im April 2010.


Der Skandal erschütterte die katholische Kirche. Politiker äußerten sich: Der Papst wurde stark kritisiert, u. a. auch von Kanzlerin Angela Merkel. Die Exkommunikation, also der Ausschluss aus der katholischen Kirche, war nämlich zuvor von Papst Benedikt XVI. aufgehoben worden.

Es war nicht das erste Mal, dass Williamson für antisemitische Äußerungen für Aufsehen sorgte. Bereits 1989 leugnete er die Vergasung von Juden.

Wie nun heute auf SpiegelOnline bekannt wurde, ist der Bischof keineswegs von seinen Ansichten abgerückt - im Gegenteil - Er leugnet weiter den Holocaust. Laut verschiedener E-Mails, die der SpiegelOnline-Redaktion vorliegen, hält er "die sechs Millionen Vergasten" weiterhin für eine "Riesenlüge". Desweiteren unterstellt er den Juden sogar, sie hätten von der Show profitiert und sie seien durch die Konzentrationslager zu "Ersatzerlösern" geworden. Auch leugnet er die Existenz von Gaskammern in den Vernichtungslagern von Treblinka, Majdanek, Belzec und Sobibór.

Es erscheint unverständlich, wieso ein katholischer Würdenträger scheinbar konsequenzlos eines der schlimmsten Verbrechen der Menschheit leugnen darf. Er verlor bislang weder sein Amt, noch wurde er aus der Kirche wieder ausgeschlossen. Vertreter der Kirche äußerten sich bislang noch nicht zu dem erneuten Vorfall.
Bildquelle: © stock.xchng
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redakteur
9. Februar 2012 01:03 Uhr