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Weltweit

Terrorgefahr in Hamburg?

J. N. H.
5. Oktober 2009 19:51 Uhr
103 Kommentare
Im März diesen Jahres reisten zehn potentielle Terroristen von Hamburg an den Hindukusch um sich einer Terrorausbildung zu unterziehen. Nun sind zwei dieser Männer nach Hamburg zurückgekehrt.
Eine zehn Männer umfassende Gruppe gewaltbereiter Islamisten steht im Visier der deutschen Sicherheitsbehörden. Die Männer seien im März zum Zwecke einer Terrorausbildung an den Hindukusch gereist. Laut „Report Mainz“ seien zwei der Islamisten bereits wieder in Hamburg. Bestätigt wurde dies von den Hamburger Behörden bislang jedoch nicht. Man sprach lediglich von einer laufenden Untersuchung „über die wir aber nicht in aller Öffentlichkeit reden, um die Wirksamkeit unserer Maßnahmen nicht zu gefährden“.

Dem Bundeskriminalamt liegen Informationen vor, dass etwa 180 deutsche Islamisten eine derartige Ausbildung absolviert haben oder planen. Rund 80 von ihnen seien inzwischen wieder in Deutschland. Über die Anzahl derer, die unter Aufsicht des BKA stehen wurde nichts gesagt.



„Report Mainz“ beruft sich hinsichtlich ihrer Berichte auf interne Unterlagen des Hamburger Verfassungsschutzes sowie des Landeskriminalamtes. So heiße es in diesen: „Die einzelnen Gruppenmitglieder verfügen (...) über eine jihadistische Grundeinstellung und sind der gewaltbereiten jihadistischen Szene in Hamburg zuzurechnen. Je nach individuellem Radikalisierungsgrad ist davon auszugehen, dass diese Personen grundsätzlich bereit sind, im In- oder Ausland (Selbstmord-)Anschläge zu begehen“.

Der polizeibekannte und als „Gefährder“ eingestufte Rami M., welcher syrische Wurzeln hat, soll der Anführer der Gruppe sein. Neben sieben weiteren Islamisten seien auch zwei zum Islam konvertierte Deutsche ein Teil der Bande. Wie auch der Attentäter des 11. September 2001, sollen die Terroristen die Hamburger Taiba-Moschee als Treffpunkt genutzt haben. Das BKA rechnet „mit weiteren Reise- und Absatzbewegungen von Angehörigen des islamistisch-terroristischen Milieus“.

Joachim Herrmann

„Diese Gefahr ist ganz real. Wir wissen, dass immer wieder Leute an solchen Ausbildungslagern teilnehmen. Diese Reiseaktivitäten sind natürlich ein Teil der Gesamtgefährdungseinschätzung, die die Sicherheitsbehörden des Bundes und der Länder insgesamt vornehmen.“ sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hinsichtlich der Sicherheitsvorkehrungen des Oktoberfests und der deutlich stärkeren Reiseaktivitäten von Islamisten. Erst am Wochenende riefen Islamisten wieder zur Gewalt gegen Deutschland auf. Darunter sollen auch bisher unbekannte deutsche Islamisten gewesen sein.

Ayad Allawi

Drei in Deutschland wohnhafte Islamisten wurden seitens des Bundesgerichtshofs erst kürzlich zu Haftstrafen zwischen zehn und siebeneinhalb Jahren verurteilt, da sie die Ermordung des damaligen irakischen Ministerpräsidenten Ayad Allawi in Berlin planten. Bevor sie ihr Vorhaben in die Tat umsetzen konnten wurden sie festgenommen. Zudem sagte man den Staatsbesuch Allawis ab. Von dieser Maßnahme wussten die Täter allerdings nichts. Nachdem das Stuttgarter Landgericht am 15. Juli 2008 Haftstrafen von zehn, acht und siebeneinhalb Jahren aussprach, gingen die drei Männer in Revision. Durch die Entscheidung des Bundesgerichtshof ist diese Strafe nun rechtskräftig.
Bildquelle: © wikitravel.org/ Riggwelter, © commons.wikimedia.org/ Kandschwar, © commons.wikimedia.org/ Manfred E. Fritsche
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8. Februar 2012 13:16 Uhr