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Neues zum "Fall Loveparade"
Hon Gre
26. Juli 2010 17:46 Uhr
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Die Meldungen zur Massenpanik auf der Loveparade überschlagen sich. Der Bürgermeister möchte nicht zurücktreten. Die Zahl der Verletzten ist weiter gestiegen, es gab 81 Festnahmen und Neuigkeiten zum "abgespeckten" Sicherheitskonzept. Mehr dazu im Artikel.
Duisburgs Bürgermeister möchte nicht zurück treten
Der Oberbürgermeister von Duisburg, Adolf Sauerland, hat einen Rücktritt zum jetzigen Zeitpunkt abgelehnt. "Ich werde mich dieser Frage stellen. Doch heute und in den nächsten Tagen muss es darum gehen, die schrecklichen Ereignisse aufzuarbeiten und die vielen Puzzleteile zu einem Gesamtbild zusammenzufügen",
schrieb Sauerland in einer mit Spannung erwarteten Erklärung am Montagnachmittag.
Er habe der Verwaltung bereits am Sonntagnachmittag "eine Reihe von Fragen vorgelegt, die schnellstmöglich zu beantworten sein werden". Wenn sich die Stadt etwas vorzuwerfen habe, dann werde sie Verantwortung übernehmen. Eine eigens einberufene Verwaltungsvorstandskonferenz soll die Aufarbeitung des Unglücks begleiten. "Die Frage, ob wir uns etwas vorzuwerfen haben, beschäftigt mich ganz persönlich, lässt mich nicht ruhen. Die in diesem Zusammenhang genannte Forderung nach einem Rücktritt als Oberbürgermeister Duisburgs kann ich nachvollziehen. Und dennoch müssen wir uns die Zeit nehmen dürfen, zunächst die schrecklichen Geschehnisse aufzuarbeiten", schreibt Sauerland weiter.
Den Angehörigen der Verstorbenen drückte er sein Beileid aus: "Es tut mir unendlich leid. Ihr Schmerz ist nicht teilbar. Ich weiß, dass Sie von mir Antworten erwarten. Ich kann Ihnen diese heute nicht geben. Aber ich werde Ihnen diese geben, sobald sie vorliegen. Die Stadt trauert mit Ihnen, auch ich ganz persönlich. Ich bin in Gedanken bei Ihnen."
Zahl der Verletzten gestiegen
Die offizielle Zahl der Verletzten nach der Massenpanik auf der Duisburger Loveparade ist gestiegen. Die Staatsanwaltschaft Duisburg meldete am Montagmittag insgesamt 511 Verletzte. Davon seien 283 Menschen zunächst in Krankenhäusern behandelt worden.
Bis auf 43 der verletzten Loveparade-Besucher konnten zwischenzeitlich alle die Kliniken wieder verlassen. Eine Person befinde sich derzeit noch in Lebensgefahr. Zuvor war von 342 Verletzten berichtet worden, die Zahl war allerdings wiederholt als zu gering bezeichnet worden. Auf der Loveparade in Duisburg war am Samstagnachmittag eine Massenpanik ausgebrochen, 19 Menschen starben.
81 Festnahmen
Die Polizei Duisburg hat im Rahmen der Loveparade am Wochenende 81 Personen in Gewahrsam genommen, darunter vier Jugendliche. Das teilte die Behörde am Montagnachmittag in einer Pressemitteilung mit, die mit "Polizeiliche Bilanz zum Loveparade-Wochenende" überschrieben war. Ein Jugendlicher und 14 Erwachsene wurden im Zusammenhang mit Straftaten vorläufig festgenommen. Derzeit behandeln die Behörden 34 Strafanzeigen. Im Einzelnen handele es sich dabei unter anderem um Körperverletzungsdelikte, Widerstandshandlungen und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, so die Polizei.
Sicherheitskonzept war mangelhaft und wissentlich "abgespeckt"
Wie Spiegel Online unter Berufung auf ein Dokument vom 21. Juli 2010 berichtet, habe ein Sachbearbeiter der Unteren Bauaufsicht im Duisburger Amt für Baurecht und Bauberatung die Veranstalter der Loveparade von der Vorschrift befreit, die vorgeschriebenen Breiten der Fluchtwege einhalten zu müssen. Dafür hätten die Beamten den Veranstaltern vorgegeben, die Teilnehmerzahl auf dem Festgelände auf 250.000 Personen zu begrenzen. Die Veranstalter der Loveparade hatten wenige Stunden vor der Massenpanik jedoch von etwa 1,4 Millionen Teilnehmern gesprochen. Die Polizei Duisburg wollte diese Zahl am Sonntag nicht mehr bestätigen.
NRW Grüne sehen Stadt in Verantwortung
Nach Ansicht der innenpolitischen Sprecherin der Grünen im NRW-Landtag, Monika Düker, trägt die Stadt Duisburg die Verantwortung für die Todesfälle bei der Loveparade. Videobilder vom Geschehen hätten eindeutig gezeigt, dass der tödliche Rückstau durch die so geplante Zugangssituation herbeigeführt worden sei, sagte Düker der Rheinischen Post (Dienstagausgabe). Hier liege eindeutig ein Organisationsversagen vor, so Düker. Die Stadt habe das Konzept genehmigt und trage die Verantwortung.
Der Oberbürgermeister von Duisburg, Adolf Sauerland, hat einen Rücktritt zum jetzigen Zeitpunkt abgelehnt. "Ich werde mich dieser Frage stellen. Doch heute und in den nächsten Tagen muss es darum gehen, die schrecklichen Ereignisse aufzuarbeiten und die vielen Puzzleteile zu einem Gesamtbild zusammenzufügen",
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Er habe der Verwaltung bereits am Sonntagnachmittag "eine Reihe von Fragen vorgelegt, die schnellstmöglich zu beantworten sein werden". Wenn sich die Stadt etwas vorzuwerfen habe, dann werde sie Verantwortung übernehmen. Eine eigens einberufene Verwaltungsvorstandskonferenz soll die Aufarbeitung des Unglücks begleiten. "Die Frage, ob wir uns etwas vorzuwerfen haben, beschäftigt mich ganz persönlich, lässt mich nicht ruhen. Die in diesem Zusammenhang genannte Forderung nach einem Rücktritt als Oberbürgermeister Duisburgs kann ich nachvollziehen. Und dennoch müssen wir uns die Zeit nehmen dürfen, zunächst die schrecklichen Geschehnisse aufzuarbeiten", schreibt Sauerland weiter.
Den Angehörigen der Verstorbenen drückte er sein Beileid aus: "Es tut mir unendlich leid. Ihr Schmerz ist nicht teilbar. Ich weiß, dass Sie von mir Antworten erwarten. Ich kann Ihnen diese heute nicht geben. Aber ich werde Ihnen diese geben, sobald sie vorliegen. Die Stadt trauert mit Ihnen, auch ich ganz persönlich. Ich bin in Gedanken bei Ihnen."
Zahl der Verletzten gestiegen
Die offizielle Zahl der Verletzten nach der Massenpanik auf der Duisburger Loveparade ist gestiegen. Die Staatsanwaltschaft Duisburg meldete am Montagmittag insgesamt 511 Verletzte. Davon seien 283 Menschen zunächst in Krankenhäusern behandelt worden.
Bis auf 43 der verletzten Loveparade-Besucher konnten zwischenzeitlich alle die Kliniken wieder verlassen. Eine Person befinde sich derzeit noch in Lebensgefahr. Zuvor war von 342 Verletzten berichtet worden, die Zahl war allerdings wiederholt als zu gering bezeichnet worden. Auf der Loveparade in Duisburg war am Samstagnachmittag eine Massenpanik ausgebrochen, 19 Menschen starben. 81 Festnahmen
Die Polizei Duisburg hat im Rahmen der Loveparade am Wochenende 81 Personen in Gewahrsam genommen, darunter vier Jugendliche. Das teilte die Behörde am Montagnachmittag in einer Pressemitteilung mit, die mit "Polizeiliche Bilanz zum Loveparade-Wochenende" überschrieben war. Ein Jugendlicher und 14 Erwachsene wurden im Zusammenhang mit Straftaten vorläufig festgenommen. Derzeit behandeln die Behörden 34 Strafanzeigen. Im Einzelnen handele es sich dabei unter anderem um Körperverletzungsdelikte, Widerstandshandlungen und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, so die Polizei.
Sicherheitskonzept war mangelhaft und wissentlich "abgespeckt"
Wie Spiegel Online unter Berufung auf ein Dokument vom 21. Juli 2010 berichtet, habe ein Sachbearbeiter der Unteren Bauaufsicht im Duisburger Amt für Baurecht und Bauberatung die Veranstalter der Loveparade von der Vorschrift befreit, die vorgeschriebenen Breiten der Fluchtwege einhalten zu müssen. Dafür hätten die Beamten den Veranstaltern vorgegeben, die Teilnehmerzahl auf dem Festgelände auf 250.000 Personen zu begrenzen. Die Veranstalter der Loveparade hatten wenige Stunden vor der Massenpanik jedoch von etwa 1,4 Millionen Teilnehmern gesprochen. Die Polizei Duisburg wollte diese Zahl am Sonntag nicht mehr bestätigen.
NRW Grüne sehen Stadt in Verantwortung
Nach Ansicht der innenpolitischen Sprecherin der Grünen im NRW-Landtag, Monika Düker, trägt die Stadt Duisburg die Verantwortung für die Todesfälle bei der Loveparade. Videobilder vom Geschehen hätten eindeutig gezeigt, dass der tödliche Rückstau durch die so geplante Zugangssituation herbeigeführt worden sei, sagte Düker der Rheinischen Post (Dienstagausgabe). Hier liege eindeutig ein Organisationsversagen vor, so Düker. Die Stadt habe das Konzept genehmigt und trage die Verantwortung.
Textquellen: © dts
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