login
 
profil
 
neues von...
 
antworten auf...
 
leserschaft
 
einstellungen
 
artikel schreiben
 
Weltweit

Kollision mit Tierschützern

J. N. H.
6. Januar 2010 19:19 Uhr
315 Kommentare
Ein japanisches Walfangschiff kollidierte in der Antarktis mit dem Boot von Tierschützern. Die Schilderungen des Vorfalls gehen dabei stark auseinander. Während die japanischen Walfänger angeben, die Tierschützer hätten die Kollision provoziert, beharren die Anhänger der Organisation „Sea Shepherd“ darauf, dass sie bewusst vom Walfangboot gerammt wurden.
Obgleich die Aussagen kaum weiter auseinander gehen könnten steht fest, dass am High-Tech-Trimaran „Ady Girl“ der Walschutzorganisation Sea Shepherd erheblicher Schaden entstand. Das über eine Million teure Boot wird aufgrund des Vorfalls über kurz oder lang sinken, so tagesschau.de. Der Hubschrauber-Pilot Chris Aultmann, welcher auf einem der drei Sea-Shepherd-Boote arbeitet, sagte dazu: "Beide Schiffe lagen still im Wasser. Dann machte die 'Shonan Maru' Fahrt und steuerte direkt auf die 'Ady Gil' zu. Dabei trennte sie acht Fuß vom Bug des Schiffes ab und beschädigte es so schwer, katastrophal schwer."

Laut Angaben der Walschutzorganisation wurde bei dem vorsätzlichen Angriff ein Matrose verletzt., welcher Rippenbrüche erlitt. Alle Besatzungsmitglieder seien von einem anderen Sea Shepherd Boot aufgenommen wurden. Zudem sei man bemüht zumindest noch das technische Equipment des sinkenden Schiffes zu bergen. Zum Vorwurf der Japaner äußerte man sich wie folgt: "Die 'Ady Gil' machte einfach das, wofür sie vor Ort war: Die Walfang-Aktivitäten zu beobachten und gegebenenfalls Dinge zu verhindern. Zum Zeitpunkt der Kollision lag das Schiff bewegungslos im Wasser. Es gab keine Konfrontation zwischen den beiden Schiffen."

Inzwischen wurde auch von den japanischen Fischern eine Stellungnahme abgegeben. So habe das japanische Begleitboot versucht, die „Ady Girl“ mit Wasserwerfern vom Kurs abzubringen. Infolge dessen sei es zur Kollision gekommen, welche sich allein die „Ady Girl“ zu verantworten habe. Um dies zu belegen, veröffentlichte das japanische Walforschungsinstitut ein Video, welches den Vorfall dokumentiert hat. Im Video sieht man, dass die „Ady Girl“, wie von den Japanern beschrieben, um das Begleitboot kreist und von Wasserwerfern beschossen wird. Anschließend hält sie plötzlich an, wodurch es letztlich zur Kollision kommt.



Bereits seit November letzten Jahres ist die japanische Walfangflotte in der Antarktis unterwegs, um Jagd auf bis zu 935 Mink- und 50 Finnwale zu machen. Schon die Tage zuvor sei es zu Behinderungen durch die Tierschützer von Sea Shepherd gekommen. Dabei habe die „Ady Girl“ versucht, das Ruder und die Schiffsschraube des Hauptschiffes "Nisshin Maru" mit Seilen zu blockieren. Zudem seien seitens der Tierschützer Buttersäure-Cocktails auf die Japaner geschossen wurden. Sea Shepherd bestätigte diese Vorfälle, sagte jedoch auch, dass zwischen Stinkbomben und dem Versenken eines Schiffes ein großer Unterschied herrsche. Schon im Vorjahr gelang es den Tierschützern die Jagd der Japaner erheblich zu stören.
autor
8. Februar 2012 14:12 Uhr