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Weltweit

Keine Todesstrafe für Homosexuelle

Nino Abi09
13. Dezember 2009 13:54 Uhr
743 Kommentare
Der afrikanische Staat Uganda revidiert nach internationalen Protesten die Einführung der Todesstrafe für sogenannte "schwerwiegende" Homosexualität. Ebenso wird die lebenslange Haft für "normale" Homosexualität aus dem geplanten "Antihomosexualitätsgesetz 2009" gestrichen.
Als schwerwiegende Homosexualität hätte man nach dem geplanten Gesetzestext gleichgeschlechtlichen Sex mit Jugendlichen (unabhängig davon, ob er einvernehmlich war) und homosexuellen Geschlechtsverkehr mit Behinderten gewertet. Ebenso hätte eine HIV-Infektion den Tatbestand der schweren Homosexualität belegt. Als normale Homosexualität galt (auch einvernehmlicher) Sex zwischen Erwachsenen des gleichen Geschlechts.

Kurz nachdem das Gesetz beschlossen wurde, gab es heftige Kritik seitens internationaler Politiker und internationaler Menschenrechtsverbände. So wandten sich der britische Premierminister Gordon Brown und Volker Beck, der menschenrechtspolitische Sprecher von Bündnis'90/Die Grünen, massiv gegen die geplante Einführung der Todesstrafe und der lebenslangen Haft. Auch der kanadische Regierungschef Stephen Harper kritisierte gegenüber der Regierung Ugandas das geplante Gesetz scharf.

Da das Gesetz nun ohne die Todesstrafe und die lebenslange Haft erlassen wird, gilt die alte Regelung, die Homosexualität mit 14 Jahren Haft unter Strafe stellt. Die anderen Regelungen des "Antihomosexualitätsgesetzes 2009" bleiben aber in Kraft. So ist es nun verboten, sich für die Rechte von Lesben und Schwulen einzusetzen, und mit solchen Personengruppen zu werben.

Laut Bloomberg gab der Ethikminister Ugandas weiterhin bekannt, dass "Homosexualität und Lesbentum abstoßend für die ugandische Kultur" seien und die Regierung jedem dieser "fehlgeleiteten" Menschen bei einer Therapie unterstützen würde, die eine Änderung der sexuellen Orientierung zur Folge haben soll.

Uganda wäre beinahe das achte Land geworden in dem Gleichgeschlechtlich-Liebende mit dem Tode bestraft werden, aber das erste, welches nicht mehrheitlich muslimisch geprägt ist. Etwa 45% der Ugander sind katholische und ca. 40% anglikanische Christen.
Bildquelle: © stock.xhng
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redakteur
9. Februar 2012 00:53 Uhr