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Karambolage im Eis der Antarktis
D TT
2. März 2010 16:03 Uhr
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Ein Eisberg von der Größe Luxemburgs ist in der Antarktis von einer Gletscherzunge abgebrochen, nachdem diese von einem Eisberg gerammt worden war. Nun warnen Experten vor einer Veränderung der Meeresströmung.
Gletscher im Eis
Die Wissenschaftler betiteln es als eine Jahrhundertkollision: Der Zusammenstoß eines Eisbergs mit einer schwimmenden Gletscherzunge hat in der Antarktis eine 78 Km lange und bis zu 39 Km breite Eisscholle entstehen lassen. Ein solches Phänomen geschieht nur alle 50 bis 100 Jahren, erklärte der australische Gletscherexperte Neal Young laut dw-world.de. Gleichzeitig warnte Young vor den Auswirkungen dieser Kollision. Ein Eisberg dieser Größe habe das Potential die Meeresströmung und damit auch das Wetter mehrere tausend Kilometer entfernt zu beeinflussen.
Der Eiskoloss, inoffiziell Mertz-Eisberg genannt, driftet nun langsam gen Norden. Seinen Namen verdankt er dem Mertz-Gletscher, von welchem er abgebrochen war. Bereits vor 20 Jahren wurden in dem Gletscher erste Risse entdeckt. Der Zusammenstoß mit einem anderen Eisberg hat dafür gesorgt, dass sich ein Stück Eis in der Größe Luxemburgs vom Gletscher ablöste.

Der beschriebene Mertz-Gletscher fließt mit einer Geschwindigkeit von etwa einem Kilometer pro Jahr ins Meer und transportiert dabei zehn bis zwölf Milliarden Tonnen gefrorenes Wasser in den Ozean.
Der nun abgebrochene Eisberg brauchte daher rund 70 Jahre, um sich zu bilden. Experten sehen allerdings nicht den Klimawandel als Schuldigen für die Abspaltung des Eisberges. "Das Kalben der Antarktisgletscher ist ein natürlicher Prozess", erläuterte der deutsche Polarforscher Klaus Grosfeld vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. "Das ist letztlich nichts besonderes, aber dass es in diesem Fall durch eine Kollision entstanden ist, ist natürlich schon spektakulär."
Bildquelle: © flickr.com//alanvernon, © flickr.com/alanvernon
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