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Weltweit

Japan: Neuer Störfall & Vulkanausbruch

Onur the troll
14. März 2011 07:39 Uhr
4047 Kommentare
Nach dem Tsunami in Japan kommt nun womöglich der Super-GAU. Sicher ist: In drei AKWs ist die Kühlung ausgefallen. Auch tritt bereits radioaktive Strahlung aus. Die Regierung rief den Notstand aus. Zudem kam es im Süden Japans zu einem Vulkanausbruch. Nach einem neuen Beben, droht nun ein neuer Tsunami.
Rückblick:
Gegen 14.46 Uhr (Ortszeit) wurde 130 km entfernt von der japanischen Küstenstadt Sendai ein Erdbeben der Stärke 8,9 gemessen, welches bis Tokio spürbar war.
Obgleich das Beben nur etwa drei Minuten dauerte, richtete es erheblichen Schaden an. So wurde unter anderem die Spitze des „Tôkyô Tower“ gebogen, so n-tv.de.Etwa 30 Minuten später kam das Wasser, denn ein Tsunami von zehn Metern Höhe erstreckte sich nahezu über die komplette Ostküste. Ganze Häuse und tausende Menschen wurden von der Flutwelle mitgerissen (Newspoint berichtete).

Unter dem Begriff GAU – größter anzunehmender Unfall – versteht man den schwersten Störfall in einem Atomkraftwerk, für den die Sicherheitssysteme ausgelegt sind. Die Umwelt wird dabei nicht über die Grenzwerte hinaus mit Strahlen belastet.

Quelle:epochtimes.de


AKWs vorsorglich abgeschaltet
Aufgrund der verheerenden Naturkatastrophe entschied man sich zur Abschaltung mehrerer Atomkraftwerke. Im Gefahrengebiet befanden sich die AKWs in Fukushima, Fukushima Daiichi (Fukushima I) und Fukushima Daini (Fukushima II).

Super-Gau in Fukushima I?
Nach dem Komplettausfall der Kühlung und der damit verbundenen Hitzeentwicklung kam es im japanischen AKW Fukushima I zur Kernschmelze. Dies bestätigten die Behörden gegen 12.29 Uhr (MEZ). Zudem sei es definitiv zum Austritt radioaktiver Strahlung gekommen, berichtet die dts-Nachrichtenagentur. Zuvor wurde das Reaktorgebäude durch eine Explosion zerstört.

Ein Super-GAU dagegen ist es, wenn der Störfall nicht mehr beherrschbar ist, es zu einer Kernschmelze – Schmelzen des Reaktorkerns – oder einem Bersten des Reaktordruckbehälters kommt. Auch Sabotage, Erdbeben, oder Flugzeugabstürze können einen Super-GAU verursachen.

Quelle: epochtimes.de


Deutschland schickt Experten
Noch heute sollen deutsche Experten für Reaktorsicherheit nach Japan geflogen werden, berichtet rp-online.de unter Berufung auf Regierungskreise. Sie sollen die örtlichen Behörden beraten und ihre Hilfe anbieten. Zudem wurde in Bonn ein Krisenzentrum eingerichtet, welches Kontakt zu den japanischen Kollegen sowie der internationalen Atomenergiebehörde hält. Auch werde Norbert Röttgen (CDU), Umweltminister, stets auf dem Laufenden gehalten.


Japanische Nuklear-Sicherheitsbehörde bestreitet Kernschmelze
Inzwischen dementierte die japanische Nuklear-Sicherheitsbehörde die zuvor bestätigte Angabe, dass es zur Kernschmelze in Fukushima I gekommen ist. Auch sei die Stahlhülle des Reaktors intakt, obgleich weite Teile der Anlage zerstört wurden.. Ebenfalls nehme der Druck im Reaktor allmählich ab. Zu der Explosion sei es laut "Tepco", der Betreiberfirma, vermutlich durch Wasserstoff gekommen, der zum Kühlen vorgesehen war, so die dts-Nachrichtenagentur. Um den Reaktor zu kühlen, will man nun Meerwasser mit angereicherter Borsäure nutzen. Allerdings dauert der Füllvorgang bis zu zehn Stunden.
Probleme auch im AKW Fukushima Daiichi

Nun könnte es auch im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi zur Kernschmelze kommen, denn auch dessen Reaktor soll beschädigt worden sein, berichtet die dts-Nachrichtenagentur. Diese Meldung wurde von einem Behördensprecher bestätigt, obgleich man keine weiteren Informationen bekannt geben wollte. Auch hinsichtlich der Lage in Fukoshima I gibt es keine klaren Angaben.
Indes versucht man zehn deutsche Energietechniker schnellstmöglich nach Deutschland zu bringen. Sie hatten während des Erdbebens auf dem Gelände von Fukoshima I gearbeitet. Der Leiter des zuständigen Unternehmens, Mathias Schuch, bestätigte:"Sie haben das Kraftwerk nach dem Beben sofort verlassen und sind ins Landesinnere geflohen. Alle zehn sind gesund und wohlauf." Die deutschen Arbeiter hatten am Reaktorblock vier Wartungsarbeiten durchgeführt. Dieser Block wurde bereits vor dem Beben abgeschalten.

Weitere Explosion und mögliche Kernschmelze
Die japanische Regierung gab am Morgen bekannt, dass dem AKW Fukushima I eine weitere Explosion droht, meldet die dts-Nachrichtenagentur. So sagte Yukio Edano, Regierungssprecher, dass eine Explosion in Reaktor drei möglich sei, da sich dort Wasserstoff angesammelt hat. Auch sei im Reaktor drei bereits die Kühlung ausgefallen. Nun wurde Dampf freigesetzt, um den Druck auszugleichen. Ob die Kernschmelze schon eingesetzt hat ist unklar, obgleich Edano bestätigte, dass in beiden Reaktoren eine Kernschmelze nicht ausgeschlossen werden kann. Allerdings soll diesbezüglich keine Gefahr für den Reaktor und die Bevölkerung bestehen.
Indes gibt es immer mehr Meldungen über eine radioaktive Wolke über Fukushima. Sicher ist: Die Radioaktivitätswerte sind doppelt so hoch wie normal, in Miyagi sollen sie sogar 400mal höher liegen als sonst, laut Atomexperten.
Regierung vermutet über 10.000 Tote
Infolge des verheerenden Erdbebens sowie des folgenden Tsunamis schätzt man die Todesopfer in Japan auf über 10.000. Diese Zahl sei allein in der Provinz Miyagi möglich, bestätigt der Polizeichef Naoto Takeuchi gegenüber dem japanischen TV-Senders NHK. Offiziell wurden bisher 800 Opfer bestätigt, tausende Menschen gelten als vermisst. Auch die Magnitudenskala des Erdbebens wurde inzwischen auf 9,0 hochgestuft. Um wieder Herr der Lage zu werden mobilisierte man überdies 100.000 Erdbebenhelfer.

Nachrichten vom 12. März 2011
Notstand in Onagawa ausgerufen
Die japanische Regierung hat den Notstand für das AKW Onagawa ausgerufen. Der Grund dafür ist die erhöhte Radioaktivtät, die im Umkreis des Kraftwerks gemessen wurde. Nach dem Beben am Freitag war auch hier ein Brand ausgebrochen. Die Regierung fordert die Bevölkerung weiterhin zum Stromsparen auf.
Störfall im AKW Tokai bestätigt
Nach den AKWs Fukushima I und Fukushima Daiichi, gibt es nun auch Probleme im AKW Tokai. Bislang ist allerdings nur bekannt, dass auch dort das Kühlsystem ausgefallen ist. Entsprechend funktioniert die Pumpe nicht planmäßig.
Vulkanausbruch im Süden
Wie welt.de berichtet, ist der 1421 Meter hohe Vulkan Shinmoedake im Süden des Landes wieder aktiv. So sei es zum Ausstoß von Gestein, Asche und Gas gekommen. In den Wochen davor, war der Vulkan inaktiv. Er befindet sich auf der Insel Kyushu, etwa 1500 Kilometer vom Epizentrum des Erdbebens entfernt.[imgbox=center]
Bildquelle: © flickr.com/sakucae, © stock.xchng, © NHK, über dts Nachrichtenagentur, © NHK, über dts Nachrichtenagentur
redakteur
23. Mai 2012 22:56 Uhr