Weltweit
Geburtstagsfeier im Gleichschritt
Mustang Rider
4. Oktober 2009 12:27 Uhr
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Die Volksrepublik China feierte ihren 60. Geburtstag. Und dieses Großereignis wurde im Land der Kommunistischen Partei natürlich standesgemäß gefeiert - Mit einer riesigen Militärparade auf dem Platz des himmlischen Friedens.

Am 1. Oktober 1949 rief der "große Steuermann"- Mao Zedong- auf dem Tian'anmen-Platz (Platz des Himmlischen Friedens) die Volksrepublik China aus. Es folgten schwierige Zeiten für das junge Land. Das gnadenlose Programm mit dem Namen "Der große Sprung nach vorn" (1958-62) und dem Ziel ,der Stärkung der Wirtschaft ,endete in der größten je von Menschen verursachten Hungersnot, welcher schätzungsweise 30-50 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Um auch die letzten Gegenstimmen zu seiner Politik auszuschalten, folgte dann in den 60er und 70er Jahren die "Kulturrevolution", der ebenfalls tausende Gegner des Regimes zum Opfer fielen. Die zahllosen Misshandlungen und die exzessive Zerstörung allen Kulturguts, welches nicht in das "Neue China" passte, kommen noch hinzu. An diese Zeiten denkt man an diesem Tag allerdings nicht gern zurück oder beruhigt sein Gewissen, indem man der staatlich verordneten Geschichtsschreibung Glauben schenkt. Diese glorifiziert diese Teile der chinesischen Geschichte natürlich, oder vertuscht sie, je nachdem, wie ungemütlich sie sind.
In der Nacht vor dem gigantischen Aufmarsch sorgte die chinesische Luftwaffe mit künstlichen Regen dafür, dass am 1. Oktober 2009 kein Smog die Sicht auf den Aufzug trübt. Am Tag der Waffenschau wurden die letzten Wolken mit der Chemiekeule vertrieben, was als eine übliche Praktik in China gilt. An der Parade selbst nahmen 8000 Soldaten, 500 Panzer, sowie über 100 Flugzeuge und Hubschrauber teil. Auch das große Raketenarsenal, auf das China besonders stolz ist, kam nicht zu kurz. Dieses mal wurde die neue Interkontinentalrakete des Typs "Dongfeng-41" präsentiert. Diese, mit Atomsprengköpfen ausgerüstete Rakete, war der Höhepunkt der diesjährigen Parade.
Der Aufmarsch bestand aber nicht nur aus militärischem Equipment und Soldaten. Über 180.000 weitere Darsteller, darunter 80.000 Schüler, inszenierten ein buntes Spektakel mit riesigen Schriftzeichen, Friedenstauben und glorifizierten die Errungenschaften Chinas, zu denen sicherlich auch die Staatslimousine Hongqi zählt, mit der Staatspräsident Hu Jintao die endlose Kolonne der geparkten Panzer und Raketenfahrzeuge entlang fuhr, den immer gleichen Gruß mit eiserner Mine wiederholend. In seiner Rede bekräftigte dieser, dass China an seiner sozialistischen Reformpolitik festhalte, bis hin zur Weltmacht. Auch sagte Jintao,dass "nur der Sozialismus China retten könne" und das "Nur Reform und Öffnung den Marxismus sicherstellen könnten", wie die Onlineausgabe des "Focus" berichtet. Damit ist wohl klar, dass die "Öffnung und Reform Chinas" wohl auch ihre Grenzen haben dürfte.
Mit Blick auf die Unruhen im Tibet rief Hu Jintao das Volk zu mehr Einheit auf. Aber genau dieses Volk durfte bei der Parade nicht zusehen, denn es wurden nur Mitglieder der Kommunistischen Partei als direkte Zuschauer zugelassen, sodass sich das restliche Volk mit der Übertragung im Fernsehen begnügen musste .
Alles in Allem also eine riesige Zurschaustellung der eigenen Stärke, die keinen Zweifel darüber lässt ,dass "die Partei" das Land fest im Griff hat.
Bildquelle: © commons.wikimedia.org/ U. Dettmar/ABr
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