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Weltweit

Der Beginn einer schrecklichen Serie

Kira Lukjanenko
16. September 2009 07:00 Uhr
242 Kommentare
In Littelton (Colorado) ereignete sich am 20. April 1999 eines der schlimmsten und das wohl bekannteste Schulmassaker. Eric Harris (18) und Dylan Klebold (17) töteten zwölf ihrer Mitschüler sowie einen Lehrer, verletzten 24 weitere Schüler und töteten schließlich sich selbst.
Bis zu diesem Dienstag fertigten die beiden rund 100 Bomben, von denen sie 90 mit in die Schule nahmen und 30 tatsächlich zündeten. Jedoch wurde kein Schüler von ihnen ernsthaft verletzt oder gar getötet.
Unbemerkt stellten die beiden wenige Minuten vor der Schießerei zwei zehn Kilogramm schwere Bomben in die Cafeteria der Schule. Um 11:17 Uhr, wenn sich in der Cafeteria die meisten der 488 Schüler aufhielten, sollten diese per Zeitzünder zur Explosion gebracht werden. Die restlichen Überlebenden wollten sie anschließend beim Herauslaufen aus dem Gebäude erschießen.
Beide schrien: "This is what we always wanted to do. This is awesome!" und lachten, wenn Schüler vor ihnen davonliefen.

"Das ist was wir immer tun wollten. Es ist großartig."



An einem ihrer Autos hatten sie ebenfalls eine Zeitbombe installiert, welche die Einsatzkräfte der Polizei töten sollte. Doch die Bomben Marke Eigenbau zündeten nicht und so mussten sie ihre Pläne ändern. Sie gingen zurück zur Schule und auf ihrem Weg dorthin erschossen sie zwei Schüler. Danach eröffneten sie das Feuer auf Mitschüler, die sich in Gebäude befanden.
Zuerst schossen sie in der Cafeteria kaltblütig um sich, dann in anderen Gebäudeteilen. Besonders grausam gingen sie in der Schuleigenen Bibliothek vor. Die meisten Schüler hatten sich dort vor den beiden Killern versteckt, was ihnen jedoch wenig half. Eric Harris brach sich beim Zurückschlagen seiner Waffe selbst die Nase, als er die 17-jährige Cassie Bernall tötete. Beide Schützen töteten zwischen den Regalen zehn ihrer Mitschüler und verletzen zwölf weitere innerhalb von siebeneinhalb Minuten. Danach verließen sie den Raum und kehrten zurück zur Cafeteria, wo Harris versuchte, die beiden deponierten Bomben mit seiner Schrotflinte zur Explosion zu bringen. Vergeblich. Nach diesem missglückten Versuch gingen sie wieder zur Bibliothek, wo sie von einem Fenster aus das Feuer auf die Polizei und Sanitäter, die die Verwundeten retten wollten, eröffneten. Zum krönenden Abschluss zündeten sie einen Molotowcocktail an und erschossen sich dann selbst durch Kopfschüsse.

Wir Gedenken der Opfer:
- Cassie Rene Bernall
- Steven Robert Curnow
- Corey Tyler DePooter
- Kelly Ann Fleming
- Matthew Joseph Kechter
- Daniel Lee Rohrbough
- Raches Jay Scott
- Isarah Eamon Shoels
- John Robert Tomlin
- Lauren Dawin Townsend
- Kyle Albert Velasquez
- David William Sanders (Lehrer)

Nach dieser grausamen Tat stellte die Polizei fünf, von den Tätern angefertigte Videobänder sicher. Auf einer dieser Aufnahmen berichteten sie, dass sie der ganzen Menschheit den Krieg erklärt hätten. Außerdem fanden die Beamten das Tagebuch des psychisch labilen und "Luvox"-abhängigen (ein Antidepressivum) Harris, welches mit den Worten: "I hate the ****ing world" anfing. Darin bezeichnete er sich selbst als rassistisch, einen Nazi und zog direkte Vergleiche zwischen den Nationalsozialisten und sich.

Wie war es nur möglich, dass zwei amerikanische Teenager zu so einem grausamen Verbrechen fähig waren? Ein starker Anhaltspunkt war die ständige Demütigung durch ihre Mitschüler, welcher sie tagtäglich ausgesetzt waren. Außerdem waren beide psychisch labil, depressiv und erfüllt von Hass.
Mit ihrer schrecklichen Tat wollten sie so viel mediale Aufmerksamkeit wie möglich erreichen und in die Geschichte eingehen. Was ihnen auch gelungen ist. In einem selbstgedrehten Video unterhalten sich die beiden Schützen sogar darüber, dass ihr Amoklauf sogar wahrscheinlich noch verfilmt werden würde.
Fakt ist, dass dieses Massaker für spätere Täter ein Vorbild war und ist.
Bildquelle: © stock.xchng, © stock.xhng
9. Februar 2012 01:13 Uhr