Weltweit
Dem Blaulicht hinterher
Ricoooo Löb
15. Juli 2009 23:32 Uhr
123 Kommentare
Blaulichtreporter - oft werden sie verhöhnt und verabscheut, doch wirklich zu schätzen wissen ihre eigentlich äußerst wichtige Arbeit nur wenige.
Wir schreiben den 2. Juli 2009, kurz nach halb drei nachmittags. Eine SMS erreicht Ricos Handy: "VKU P-Klemm in Göda/Prischwitz, Auto von Autobahnbrücke gestürzt". "VKU" steht für Verkehrsunfall...
Sofort eilt er zum Auto und fährt gemeinsam mit seiner Kollegin zum Einsatzort. Wenige Minuten später schon das Stauende. Links vorbei geht es in die nächste Einmündung, das Auto geparkt, die Kamera geschnappt und ab in Richtung Blaulicht...
Schon von weitem sehen sie zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge. Hier wird es sich wohl um keinen "normalen" Unfall handeln. Nachdem der lange Weg am Stau vorbei in Richtung Unfallstelle geschafft ist, zeigt sich dem Reporter ein schreckliches Bild: Ein blauer Skoda Fabia steht total zertrümmert an einem Brückenpfeiler. Der erste Pressevertreter kommt ihm schon entgegen mit den Worten: "Pass auf, da hinten liegt eine Leiche!"
Solche Worte erleichtern einem Fotografen nicht gerade die Arbeit, im Gegenteil, sie machen das Ganze schwerer. Kaum einer weiß mit solch einer Situation umzugehen Noch dazu, wenn vielleicht Angehörige in der Nähe sind. Wer weiß schon, ob unter den zahlreichen Schaulustigen vielleicht die Frau des Opfers ist. Doch daran darf man nicht denken, auch wenn man es kaum unterdrücken kann. Man muss seine Arbeit erledigen. So auch Rico, er schießt seine Bilder und geht nach wenigen Minuten wieder zurück zum Auto. Unterwegs kommt ihm seine Kollegin entgegen, der er kurz den Einsatz schildert. Gemeinsam treten sie den Rückweg an, und wie immer kommen ihnen im Stau Menschen entgegen, die wissen wollen, was vorgefallen ist. Was sagen? Man wisse es nicht? Wohl kaum werden sie mit dieser Antwort zufrieden sein... Anhand der Kamera sehen sie, dass man als Pressevertreter dort war und genau weiß, was passiert ist. Sagt man lediglich, es ginge um einen Unfall, so sind die Fragenden damit meist noch nicht zufrieden. Sie wollen Genaueres. Doch kann man ihnen sagen, dass dort ein 41-jähriger Mann aus ***** von der Autobahn abkam, mit dem Auto durch die Luft flog und eine sechs Meter hohe Brücke hinabstürtzte, gegen einen Brückenpfeiler krachte und qualvoll in den Händen des Notarztes starb? Weiß man, ob seine Gegenüber vielleicht die engsten Verwandten des Opfers sind? Was tut man nun? Die Arbeit des Fotografen scheint nun schwerer als die eines jeden anderen auf der Welt... Einfach weitergehen kann man auch nicht, denn wenn die vermeintlich Angehörigen des Opfers an die Einsatzstelle kommen und das Auto ihres Mannes oder Vaters mitsamt der Leiche am Straßenrand sehen, dann ist das für sie wohl noch schrecklicher, als irgendetwas anderes. So muss nun mal wieder der Fotograf entscheiden und sein Bestes geben, die Nachricht so schonend rüberzubringen wie möglich. Glücklicherweise handelte es sich in diesem Fall nicht um Angehörige...
Rico arbeitet nicht etwa für die BILD oder RTL beziehungsweise irgendeine andere namhafte Presseagentur. Er fotografiert ehrenamtlich für die Feuerwehr. Seine sich selbst gesetzte Aufgabe besteht darin, Einsätze zu dokumentieren und für die Einsatzkräfte festzuhalten. Denn nur von außen sieht man, welche Fehler im Einsatz entstehen und was beim nächsten Mal besser gemacht werden sollte. Desweiteren schrecken tragische Bilder andere Menschen ab, unvorsichtig oder unter Alkoholeinfluss Auto zu fahren.
Außerdem schreibt Rico häufig Artikel für eine kostenlose Wochenzeitung in seinem Landkreis. Hier geht es nicht darum, effekthascherisch Blut und Tod darzustellen, sondern den Menschen das aktuelle Zeitgeschehen nahe zu bringen. Außerdem lässt sich so vielleicht der ein oder andere dazu überreden, selbst zur Freiwilligen Feuerwehr zu gehen, so wie Rico. Denn Pressearbeit bedeutet auch Öffentlichkeitsarbeit für die Feuerwehr. Nicht jeder weiß über das Aufgabenfeld der Feuerwehr Bescheid und so hat es sich Rico ebenfalls zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung über die Arbeit der Feuerwehr zu informieren. Deshalb ist er auch im Referat für Öffentlichkeitsarbeit seines Kreisfeuerwehrverbandes engangiert.
Möchte man mehr über seine Arbeit erfahren, so findet man einige Informationen hier .
Sofort eilt er zum Auto und fährt gemeinsam mit seiner Kollegin zum Einsatzort. Wenige Minuten später schon das Stauende. Links vorbei geht es in die nächste Einmündung, das Auto geparkt, die Kamera geschnappt und ab in Richtung Blaulicht...
Schon von weitem sehen sie zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge. Hier wird es sich wohl um keinen "normalen" Unfall handeln. Nachdem der lange Weg am Stau vorbei in Richtung Unfallstelle geschafft ist, zeigt sich dem Reporter ein schreckliches Bild: Ein blauer Skoda Fabia steht total zertrümmert an einem Brückenpfeiler. Der erste Pressevertreter kommt ihm schon entgegen mit den Worten: "Pass auf, da hinten liegt eine Leiche!"
Solche Worte erleichtern einem Fotografen nicht gerade die Arbeit, im Gegenteil, sie machen das Ganze schwerer. Kaum einer weiß mit solch einer Situation umzugehen Noch dazu, wenn vielleicht Angehörige in der Nähe sind. Wer weiß schon, ob unter den zahlreichen Schaulustigen vielleicht die Frau des Opfers ist. Doch daran darf man nicht denken, auch wenn man es kaum unterdrücken kann. Man muss seine Arbeit erledigen. So auch Rico, er schießt seine Bilder und geht nach wenigen Minuten wieder zurück zum Auto. Unterwegs kommt ihm seine Kollegin entgegen, der er kurz den Einsatz schildert. Gemeinsam treten sie den Rückweg an, und wie immer kommen ihnen im Stau Menschen entgegen, die wissen wollen, was vorgefallen ist. Was sagen? Man wisse es nicht? Wohl kaum werden sie mit dieser Antwort zufrieden sein... Anhand der Kamera sehen sie, dass man als Pressevertreter dort war und genau weiß, was passiert ist. Sagt man lediglich, es ginge um einen Unfall, so sind die Fragenden damit meist noch nicht zufrieden. Sie wollen Genaueres. Doch kann man ihnen sagen, dass dort ein 41-jähriger Mann aus ***** von der Autobahn abkam, mit dem Auto durch die Luft flog und eine sechs Meter hohe Brücke hinabstürtzte, gegen einen Brückenpfeiler krachte und qualvoll in den Händen des Notarztes starb? Weiß man, ob seine Gegenüber vielleicht die engsten Verwandten des Opfers sind? Was tut man nun? Die Arbeit des Fotografen scheint nun schwerer als die eines jeden anderen auf der Welt... Einfach weitergehen kann man auch nicht, denn wenn die vermeintlich Angehörigen des Opfers an die Einsatzstelle kommen und das Auto ihres Mannes oder Vaters mitsamt der Leiche am Straßenrand sehen, dann ist das für sie wohl noch schrecklicher, als irgendetwas anderes. So muss nun mal wieder der Fotograf entscheiden und sein Bestes geben, die Nachricht so schonend rüberzubringen wie möglich. Glücklicherweise handelte es sich in diesem Fall nicht um Angehörige...
Rico arbeitet nicht etwa für die BILD oder RTL beziehungsweise irgendeine andere namhafte Presseagentur. Er fotografiert ehrenamtlich für die Feuerwehr. Seine sich selbst gesetzte Aufgabe besteht darin, Einsätze zu dokumentieren und für die Einsatzkräfte festzuhalten. Denn nur von außen sieht man, welche Fehler im Einsatz entstehen und was beim nächsten Mal besser gemacht werden sollte. Desweiteren schrecken tragische Bilder andere Menschen ab, unvorsichtig oder unter Alkoholeinfluss Auto zu fahren.
Außerdem schreibt Rico häufig Artikel für eine kostenlose Wochenzeitung in seinem Landkreis. Hier geht es nicht darum, effekthascherisch Blut und Tod darzustellen, sondern den Menschen das aktuelle Zeitgeschehen nahe zu bringen. Außerdem lässt sich so vielleicht der ein oder andere dazu überreden, selbst zur Freiwilligen Feuerwehr zu gehen, so wie Rico. Denn Pressearbeit bedeutet auch Öffentlichkeitsarbeit für die Feuerwehr. Nicht jeder weiß über das Aufgabenfeld der Feuerwehr Bescheid und so hat es sich Rico ebenfalls zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung über die Arbeit der Feuerwehr zu informieren. Deshalb ist er auch im Referat für Öffentlichkeitsarbeit seines Kreisfeuerwehrverbandes engangiert.
Möchte man mehr über seine Arbeit erfahren, so findet man einige Informationen hier .
Bildquelle: © stock.xchng
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