Weltweit
Delfinschlachtung in Japan
Elisa S.
19. Dezember 2009 12:34 Uhr
1769 Kommentare
Wie jedes Jahr zwischen September und März ist es nun wieder soweit: Tausende Delfine werden in der Bucht der kleinen Stadt Taiji zusammengetrieben, um sie mit Speeren und Harpunen zu abzustechen.
Wieder gibt es Wirbel um Taiji, die kleine Stadt an Japans Küste. Denn wie jedes Jahr um diese Zeit hat nun wieder die Saison begonnen. Die Fischer fahren mit ihren Motorbooten auf das offene Meer, um später mit vor ihnen flüchtenden Delfinen zurückzukehren. Diese werden in die kleine Bucht getrieben, welche vorher mit Netzen abgesichert wurde.
Doch, warum das Ganze? Nein, es ist kein Artenschutzprogramm, wie man bei Delfinen erwarten könnte. Hier findet Jahr für Jahr eine der größten Delfinschlachtungen des Planeten statt.
In Japan ist die Jagd auf Delfine erlaubt, ihr Fleisch wird zwar verkauft, findet aber kaum noch Abnehmer.
Das Blut im Wasser lässt nur allzu leicht erahnen, was sich in kurzer Entfernung abgespielt hat.
Einer, der sich mittlerweile bestens mit den Geschäften rund um die internationale Delfinmafia auskennt, ist Richard O'Barry. Noch bis 1970 trainierte er die Delfine für die weltberühmte Serie Flipper. Erst als einer seiner Schützlinge in seinen Armen starb, brachte ihn das zum Umdenken. Mit einem Team von Kameraleuten reist er jedes Jahr nach Taiji, um die Massenschlachtung zu dokumentieren. Denn es geht nicht nur um das Fleisch der Tiere, wie die japanische Regierung stets behauptet. Längst ist klar: Bevor die verängstigten Tiere zu Dosenfleisch verarbeitet werden, kommen sogenannte Tiertrainer in die Bucht. Delfinarien auf der ganzen Welt zahlen für einen hübschen Delfin bis zu 150.000 Dollar, ein toter Delfin bringt nicht einmal ein Viertel davon ein. Trotzdem bleibt nur eine Handvoll der gefangenen Delfine am Leben, werden nach Amerika, Europa und Asien verschifft oder ausgeflogen, während ihren Artgenossen ein trauriges Ende naht. Nach tagelangem Ausharren in der abgesperrten Bucht fahren die Fischer mit ihren Booten direkt über die zusammengedrängten Tiere, stechen wahllos mit Harpunen und Speeren auf sie ein und ziehen sie dann an Leinen hinter den Booten her. Ein langsamer Tot durch Verbluten für die Delfine, kommerziell günstig für die Fischer: Weniger Blut - weniger Abfall.
Richard O'Barry versucht ein Umdenken in den Köpfen der Menschen Japans herbeizuführen. Längst wurde nachgewiesen, dass das Fleisch der Delfine durch Umweltverschmutzung hoch quecksilbervergiftet ist, kaum einer will das Fleisch, das es handlich in Dosen verpackt gibt, noch kaufen. Die japanische Regierung jedoch verteidigt das Massenschlachten als jahrhundertelange Tradition.
Im Jahr 2007 gelang es O'Barry durch versteckte Dreharbeiten einen Dokumentarfilm („Die Bucht“) zu machen, welcher ein weltweiter Kinoerfolg wurde. Japan protestierte stark gegen die Ausstrahlung, konnte sich jedoch international nicht durchsetzen. Mit Tauchern, Kletterern und Spezialkameras gelang es ihm das Grauen in der von außen nicht einsehbaren Bucht zu dokumentieren. Ein ehrlicher und ungeschönter Film ist dabei herausgekommen, der nicht die Fischer für ihre Arbeit verurteilt, sondern die Regierung, die die Schlachtungen angewiesen hat.
Trailer " Die Bucht"
Die Zahl von 23.000 toten Delfinen in einer einzigen Bucht soll sinken, wenn nicht gar verschwinden; das ist O'Barrys Ziel. Die längst unter dem Namen "Blutbucht" bekannte Wasserstelle würde weiterhin ein Tabu bleiben, würden sich O'Barry und seine Anhänger nicht mit aller Kraft dagegen wehren.
Das Geschäft mit den Delfinarien jedoch boomt und stellt den Tümmlern eine düstere Prognose. Kein Delfin führt freiwillig Kunststückchen in einem Becken vor, es ist nachgewiesen eine Handlung wider ihre Natur.
O'Barrys wohl berühmtestes Zitat lautet:
Das Lächeln der Delfine ist die größte Lüge der Natur...
Dokumentarbeitrag zum Thema
Doch, warum das Ganze? Nein, es ist kein Artenschutzprogramm, wie man bei Delfinen erwarten könnte. Hier findet Jahr für Jahr eine der größten Delfinschlachtungen des Planeten statt.
In Japan ist die Jagd auf Delfine erlaubt, ihr Fleisch wird zwar verkauft, findet aber kaum noch Abnehmer.
Das Blut im Wasser lässt nur allzu leicht erahnen, was sich in kurzer Entfernung abgespielt hat.Einer, der sich mittlerweile bestens mit den Geschäften rund um die internationale Delfinmafia auskennt, ist Richard O'Barry. Noch bis 1970 trainierte er die Delfine für die weltberühmte Serie Flipper. Erst als einer seiner Schützlinge in seinen Armen starb, brachte ihn das zum Umdenken. Mit einem Team von Kameraleuten reist er jedes Jahr nach Taiji, um die Massenschlachtung zu dokumentieren. Denn es geht nicht nur um das Fleisch der Tiere, wie die japanische Regierung stets behauptet. Längst ist klar: Bevor die verängstigten Tiere zu Dosenfleisch verarbeitet werden, kommen sogenannte Tiertrainer in die Bucht. Delfinarien auf der ganzen Welt zahlen für einen hübschen Delfin bis zu 150.000 Dollar, ein toter Delfin bringt nicht einmal ein Viertel davon ein. Trotzdem bleibt nur eine Handvoll der gefangenen Delfine am Leben, werden nach Amerika, Europa und Asien verschifft oder ausgeflogen, während ihren Artgenossen ein trauriges Ende naht. Nach tagelangem Ausharren in der abgesperrten Bucht fahren die Fischer mit ihren Booten direkt über die zusammengedrängten Tiere, stechen wahllos mit Harpunen und Speeren auf sie ein und ziehen sie dann an Leinen hinter den Booten her. Ein langsamer Tot durch Verbluten für die Delfine, kommerziell günstig für die Fischer: Weniger Blut - weniger Abfall.

Richard O'Barry versucht ein Umdenken in den Köpfen der Menschen Japans herbeizuführen. Längst wurde nachgewiesen, dass das Fleisch der Delfine durch Umweltverschmutzung hoch quecksilbervergiftet ist, kaum einer will das Fleisch, das es handlich in Dosen verpackt gibt, noch kaufen. Die japanische Regierung jedoch verteidigt das Massenschlachten als jahrhundertelange Tradition.
Im Jahr 2007 gelang es O'Barry durch versteckte Dreharbeiten einen Dokumentarfilm („Die Bucht“) zu machen, welcher ein weltweiter Kinoerfolg wurde. Japan protestierte stark gegen die Ausstrahlung, konnte sich jedoch international nicht durchsetzen. Mit Tauchern, Kletterern und Spezialkameras gelang es ihm das Grauen in der von außen nicht einsehbaren Bucht zu dokumentieren. Ein ehrlicher und ungeschönter Film ist dabei herausgekommen, der nicht die Fischer für ihre Arbeit verurteilt, sondern die Regierung, die die Schlachtungen angewiesen hat.
Trailer " Die Bucht"
Die Zahl von 23.000 toten Delfinen in einer einzigen Bucht soll sinken, wenn nicht gar verschwinden; das ist O'Barrys Ziel. Die längst unter dem Namen "Blutbucht" bekannte Wasserstelle würde weiterhin ein Tabu bleiben, würden sich O'Barry und seine Anhänger nicht mit aller Kraft dagegen wehren.
Das Geschäft mit den Delfinarien jedoch boomt und stellt den Tümmlern eine düstere Prognose. Kein Delfin führt freiwillig Kunststückchen in einem Becken vor, es ist nachgewiesen eine Handlung wider ihre Natur.
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O'Barrys wohl berühmtestes Zitat lautet:
Das Lächeln der Delfine ist die größte Lüge der Natur...
Dokumentarbeitrag zum Thema
Bildquelle: © flickr.com/ladylara, © flickr.com/cowbellsolo, © flickr.com/pinhole