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Weltweit

Charmeverbot in Frankreich

Nicole Wohlfarth
13. September 2009 13:06 Uhr
133 Kommentare
Die Franzosen sind neben den Österreichern wohl das Volk, dem der meiste Charme nachgesagt wird. Ein Wangenkuss hier und noch ein Kuss auf die Hand einer schönen Frau. Für die Franzosen ist das, das Normalste auf der Welt.
Jetzt werden in Frankreich erste Maßnahmen ergriffen um eine Ausbreitung der Schweinegrippe zu verhindern. Wie CNN berichtete, wurden Lehrer angewiesen ihren Schülern davon abzuraten, die sonst so übliche Begrüßung beizubehalten. Dabei sollen vor allem die Jüngeren ins Visier genommen werden, da sie von der Abwegigkeit dieses Rituals noch eher zu überzeugen seien, als ihre älteren Geschwister. Obwohl es in Frankreich bislang nur drei Schweinegrippeopfer gab, will die Regierung von Ministerpräsident Sarkozy kein Riskiko eingehen und vorbeugen. Als nützlich gegen die typisch französische Begrüßung haben sich auch Schutzmasken erwiesen, die den Begrüßungskuss ebenfalls unattraktiv machen. Ein Unternehmen in Frankreich hat bereits einen Katalog mit Richtlinien für ihre Angestellten ausgearbeitet, der es unter anderem verbietet Krawatten zu tragen. Zu diesem Schluss sei man gekommen, da Krawatten nur sehr selten gereinigt werden und deshalb ideal für die Ausbreitung der Schweinegrippe seien.

Das diese Maßnahmen wohl eher der Beruhigung der Franzosen dienen, als dem Schutz vor der Krankheit, wird klar, wenn man bedenkt, dass eine Telefonhotline täglich unzählige Anrufe von beunruhigten Franzosen bekommt. Oftmals wird dann nach Symptomen der Krankheit gefragt und nach Empfehlungen wie man sich zu verhalten habe.

Die von CNN befragte Professorin, Camille Herot, sagte:“ Die Franzosen sind traditionell ein rebellisches Volk, das sich nicht gern sagen lässt, was es zu tun oder lassen hat.“ Ebenfalls rechnet Herot damit, dass die Franzosen nur durch Regeln im öffentlichen Leben oder die Angst vor der Krankheit den Sinn solcher Verbotsmaßnahmen erkennen werden.
23. Mai 2012 22:10 Uhr