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Weltweit

Bienensterben weiterhin unerklärlich

Ronny Schmatzler
26. Januar 2011 17:35 Uhr
317 Kommentare
Bienen bestäuben Blüten und sind daher sehr wichtig für die Landwirtschaft, aber auch für uns. Für ein Glas Honig müsste eine Arbeitsbiene rund 40.000 Mal ausfliegen. Doch die kleinen Tiere sterben in großer Zahl. Bislang haben Forscher den genauen Grund für das Bienensterben nicht herausgefunden.


Aus diesem Grund ist auch die EU alarmiert. Ungarns Landwirtschaftsminister Fazekas sagte bei einem Treffen in Brüssel, "der Gesundheitszustand der europäischen Bienen ist sehr, sehr besorgniserregend".

Honig ist nicht das Problem
Dabei sei nicht die Honigproduktion entscheidend, da viele Menschen auch ohne Honig leben könnten. Bienen bestäuben Blüten und sichern dadurch das Wachstum von Pflanzen. Ohne Bienen würden die Erträge aus der Pflanzen- und Obsternte um 85 Prozent zurückgehen, so der Deutsche Imkerbund. Derzeit bringen sie zusammen mit anderen bestäubenden Tieren einen Jahresertrag von rund 22 Milliarden Euro ein, so spiegel.de. Weiteren Angaben des Deutschen Imkerbundes zufolge seien 2010 rund 15 Prozent aller Bienen in Deutschland verendet. Bei Imkereien, die nicht wissenschaftlich betreut würden, seien es sogar 30 Prozent gewesen, so der Präsident des Imkerbundes, Peter Maske.

Erklärungsversuche

Das Problem ist nicht erst seit Kurzem bekannt, es wird bereits jahrelang nach den Ursachen für das ansteigende Massensterben geforscht. So gibt es einige Theorien, die jedoch bislang nicht belegt werden konnten. In der amerikanischen CDC-Arbeitsgruppe kam 2007 der Verdacht auf, dass es sich möglicherweise um einen Krankheitserreger, ähnlich dem AIDS-Virus handeln könnte. Auch Bakterien, die in genetisch veränderten Pflanzen enthalten sind und die Tiere gegenüber Parasiten anfällig machen könnten, seien zu beachten, so ein Sprecher der Universität Halle. Zudem könnten der Klimawandel oder einseitiger Ackerbau die Tiere durch mangelnden Lebensraum und fehlende Nahrung sterben lassen.



Starke Handystrahlung?
Eine ganz andere These legte die britische Zeitung The Independent vor vier Jahren auf den Tisch: Handystrahlung. "Rotten Handys unsere Bienen aus?", lautet die Überschrift eines Artikels, der eine weitere Theorie zu den rätselhaften Vorkommnissen bietet und nicht von der Hand zu weisen ist, wenn man die Quelle näher betrachtet: Forscher von der Universität Koblenz-Landau hatten das Verhalten der Bienen bei hochfrequenter Strahlung untersucht und kamen zu dem Ergebnis, dass stark bestrahlte Bienen den Weg zurück zum Bienenstock schlechter fanden als nicht bestrahlte Tiere.

Maßnahmen
Die EU-Kommission plant nun die Eröffnung eines Referenzlabors, um eine einheitliche Forschung gewährleisten zu können. Derzeit forsche jedes Land in eine andere Richtung, so Peter Maske. Das allein sei aber nur ein Schritt, weiterhin appelliert er an die Industrie, diese sollte neue Medikamente für Bienen entwickeln. Außerdem sei die Schulung der Imker nicht ausreichend und müsste verbessert werden.
Bildquelle: © commons.wikimedia.org/Waugsberg
redakteur
23. Mai 2012 22:04 Uhr