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Weltweit

Bayern: Neonazis vertreiben Familie

═╬ Freitod ══
3. Februar 2012 14:33 Uhr
381 Kommentare
Anfang November ergriff eine Mutter mit ihren zwei Kindern nach drei Jahren die Flucht aus ihrem Dorf, nachdem sie von jugendlichen Neonazis aufgrund ihrer dunklen Hautfarbe wiederholt beleidigt und bedroht wurde.
Hitlergrüße und Mobbing-Attacken
Drei Jahre lebte die Familie im bayrischen Unterthürheim zur Miete, bis sie Anfang November umzogen, da die Situation zunehmend unerträglicher wurde. Laut einem Bericht auf augsburger-allgemeine.de wurde die Familie wiederholt von jugendlichen Faschisten drangsaliert. So wird von Hitlergrüßen und „Ausländer raus“-Rufen berichtet. Als man das Gespräch suchte wurden die Kinder der Familie als "die Rassenschande des Dorfes" betitelt.

Allerdings blieb es nicht nur bei verbalen Attacken. Die 13-jährige Tochter der Frau wurde beispielsweise von Neonazis verfolgt und im Bus gemobbt, Anfang Herbst bewarf man das Haus der Familie zudem mit Steinen. Laut eigenen Aussagen fand man auch bei den Behörden keine Hilfe, denn dort nahm man das Problem zunächst offenbar nicht ernst.

Ermittlungen aufgenommen
Nachdem es im Herbst zu Prügelattacken auf zwei weitere Jugendliche kam, leitete die Polizei letztlich doch die Ermittlungen gegen die Jugendlichen ein. Der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Schwaben-Nord bestätigte, dass es drei Tatverdächtige zwischen 17 und 20 Jahren gäbe. Gegen den 17-Jährigen läuft nun auch eine Anzeige wegen "Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen", er scheint auch an den rassistischen Übergriffen auf die genannte Familie beteiligt gewesen zu sein.
Bildquelle: © commons.wikimedia.org/Kijkwijzer, © stock.xchng
23. Mai 2012 22:01 Uhr