login
 
profil
 
neues von...
 
antworten auf...
 
leserschaft
 
einstellungen
 
artikel schreiben
 
Weltweit

Afghanistan-Operation: "Muschtarak"

Peter S
14. Februar 2010 20:36 Uhr
391 Kommentare
Mit der Operation "Muschtarak" schlägt die NATO einen neuen Kurs in der Afghanistan-Strategie ein. Diese Operation hat eine Einnahme der Stadt Mardscha als Ziel. In der Region rund um die Provinzhauptstadt sollen die Taliban endgültig vertrieben werden.
Vorstoß gegen die Taliban
In der Nacht zum Samstag haben sich im Süden Afghanistans 15.000 Soldaten in Bewegung gesetzt, um die 80.000-Einwohner Stadt Mardscha anzugreifen. Dies ist der erste Schritt der alliierten Truppen in der neuen Afghanistan-Strategie.
Der Angriff, der unter dem Namen "Muschtarak" (Gemeinsam) gestartet ist, hat die Vertreibung der Taliban aus der Provinz Helmland, in der Mardscha liegt, zum Ziel.



Neue Strategie
Anders als bei bisherigen Großoffensiven soll sein, dass die Truppen, die zur Hälfte aus Afghanen bestehen, diesmal in der Stadt bleiben, um eine langfristige Struktur aufzubauen. Denn bisher zogen sich die Truppen immer zurück, nachdem sie die Stadt angegriffen hatten. Als die Alliierten in die Stadt kamen, waren die Taliban meist verschwunden. Entweder sie hatten sich in den Bergen versteckt oder sie mischten sich unter die Bevölkerung. Nachdem die NATO-Soldaten wieder abgezogen waren, wurde die Bevölkerung wieder von den Rebellen terrorrisiert, da die afghanische Regierung in Kabul kaum über die Grenzen der Hauptstadt hinaus Einfluss hat.
Doch damit soll nun Schluss sein. Nun sollen die ca. 1.000 Taliban-Kämpfer vertrieben werden oder sie sollen sich ergeben. Jedoch befürchtet man, dass vor allem ausländische Taliban "bis zum Tod kämpfen werden".

umfrage

Vermeidung ziviler Opfer
Bei dem Vormarsch soll darauf geachtet werden, dass es zu möglichst wenigen zivilen Opfern kommt. Aus diesem Grund hat die NATO vorher über der Stadt Flugblätter abwerfen lassen, die die Bevölkerung über die neue Großoffensive informierten. So wurden Zivilisten nicht von dem Angriff überrascht.
Zudem will man den illegalen Rohopiumanbau, mit dem sich die Taliban finanzieren, in dem Gebiet stoppen und die Landwirtschaft auf Feldfrüchte umstellen.
Noch muss man abwarten, ob die Großoffensive so abläuft, wie gewünscht und ob die Region wirklich bis zum geplanten Rückzug der US-Amerikaner Ende 2011 zu befrieden ist.
Bildquelle: © commons.wikimedia.org/ mangostar
autor
redakteur
9. Februar 2012 00:16 Uhr