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Der Baader Meinhof Komplex
Nicole Ludwig
15. November 2009 13:00 Uhr
23 Kommentare
Deutschland in den 70er Jahren: Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof begreifen die Bundesrepublik als faschistisches System und erklären dem Staat den Krieg. Mit Anschlägen auf Kaufhäuser, Zeitungen und US-Militärbasen protestieren sie gegen den westlichen Imperialismus und den Vietnamkrieg. Horst Herold, Leiter des Bundeskriminalamtes, versucht sich in die Köpfe der radikalisierten Studenten hineinzudenken. Trotz spektakulärer Fahndungserfolge vermag er die Spirale der Gewalt nicht aufzuhalten.
Die authentisch inszenierte Chronik des RAF-Terrors ist hochkarätig besetzt mit Bruno Ganz, Moritz Bleibtreu, Martina Gedeck und vielen anderen mehr. Über 6.000 Komparsen treten auf in dieser beispiellosen Großproduktion über ein dunkles Kapitel der jüngeren deutschen Geschichte.
Berlin, 1967. Bei einer Anti-Schah-Demonstration dreschen sogenannte „Jubelperser" auf friedlich protestierende Studenten ein. Es kommt zu Ausschreitungen, in deren Verlauf der Student Benno Ohnesorg durch die Kugel eines Polizisten stirbt. Nachdem auch der charismatische APO-Kopf Rudi Dutschke (Sebastian Blomberg) niedergeschossen wird, eskalieren gewaltsame Proteste gegen die Springer-Presse, deren Berichterstattung die Gesellschaft polarisiert hatte.
Studentenführer Rudi Dutschke (Sebastian Blomberg)
Um das System nicht nur mit Worten zu bekämpfen, formiert sich eine Gruppe unter Führung der Pastorentochter Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) und Andreas Baader (Moritz Bleibtreu). Nach einem Brandanschlag auf ein Frankfurter Kaufhaus werden die Drahtzieher verhaftet. Der unter großer öffentlicher Anteilnahme geführte Gerichtsprozess löst eine Sympathiewelle für die Stadtguerilla aus. Nachdem die Revision ihres Urteils abgelehnt wurde, tauchen Baader und Ensslin in den Untergrund ab. Die Vorliebe für schnelle Autos wird Baader zum Verhängnis, als er mit einem gestohlenen Porsche angehalten und verhaftet wird. Gemeinsam mit Ulrike Meinhof (Martina Gedeck), Kolumnistin der linken Zeitung „Konkret", organisiert Ensslin seine gewaltsame Befreiung. Polizisten und Unbeteiligte werden verletzt. Meinhof taucht in die Illegalität ab. Die Gruppe gründet die „Rote Armee Fraktion", absolviert eine Ausbildung in einem palästinensischen Trainingscamp, raubt Banken aus und erschüttert die Republik mit Bombenanschlägen. Doch auch der Staat rüstet auf. Nacheinander gehen die Terroristen ins immer engmaschiger werdende Netz der Rasterfahndung von BKA-Präsident Horst Herold (Bruno Ganz).
Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) und Horst Mahler (Simon Licht) im Palästinenser-Camp.
Bernd Eichingers aufwendige Kinoproduktion schildert auf mitreißende Weise ein Stück deutscher Geschichte, in deren Verlauf die noch junge BRD in ihre bislang schwerste Krise geriet. Basierend auf dem gleichnamigen Sachbuch von Stefan Aust, skizziert das zeitgeschichtliche Drama die Radikalisierung von Teilen der Studentenbewegung hin zur selbst ernannten Stadtguerilla und rücksichtslosen Terrorbande. Teil eins der Chronik konzentriert sich auf die Drahtzieher Andreas Baader und Gudrun Ensslin, denen sich die engagierte Journalistin Ulrike Meinhof anschloss. Mit Gespür für Atmosphäre, sicherem Blick für Details und originalen Bilddokumenten zeichnet Regisseur Uli Edel ein präzises Stimmungsbild. Packend verkörpert ein „Best-Of"-Schauspielerensemble um Moritz Bleibtreu, Martina Gedeck und Bruno Ganz diese amoklaufenden Bürgerkinder, deren moralische Empörung zur gnadenlosen Unmoral pervertierte. Teil 2 folgt am 23. November 2009 um 20.15 Uhr.
Studentenführer Rudi Dutschke (Sebastian Blomberg)Um das System nicht nur mit Worten zu bekämpfen, formiert sich eine Gruppe unter Führung der Pastorentochter Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) und Andreas Baader (Moritz Bleibtreu). Nach einem Brandanschlag auf ein Frankfurter Kaufhaus werden die Drahtzieher verhaftet. Der unter großer öffentlicher Anteilnahme geführte Gerichtsprozess löst eine Sympathiewelle für die Stadtguerilla aus. Nachdem die Revision ihres Urteils abgelehnt wurde, tauchen Baader und Ensslin in den Untergrund ab. Die Vorliebe für schnelle Autos wird Baader zum Verhängnis, als er mit einem gestohlenen Porsche angehalten und verhaftet wird. Gemeinsam mit Ulrike Meinhof (Martina Gedeck), Kolumnistin der linken Zeitung „Konkret", organisiert Ensslin seine gewaltsame Befreiung. Polizisten und Unbeteiligte werden verletzt. Meinhof taucht in die Illegalität ab. Die Gruppe gründet die „Rote Armee Fraktion", absolviert eine Ausbildung in einem palästinensischen Trainingscamp, raubt Banken aus und erschüttert die Republik mit Bombenanschlägen. Doch auch der Staat rüstet auf. Nacheinander gehen die Terroristen ins immer engmaschiger werdende Netz der Rasterfahndung von BKA-Präsident Horst Herold (Bruno Ganz).
Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) und Horst Mahler (Simon Licht) im Palästinenser-Camp.Bernd Eichingers aufwendige Kinoproduktion schildert auf mitreißende Weise ein Stück deutscher Geschichte, in deren Verlauf die noch junge BRD in ihre bislang schwerste Krise geriet. Basierend auf dem gleichnamigen Sachbuch von Stefan Aust, skizziert das zeitgeschichtliche Drama die Radikalisierung von Teilen der Studentenbewegung hin zur selbst ernannten Stadtguerilla und rücksichtslosen Terrorbande. Teil eins der Chronik konzentriert sich auf die Drahtzieher Andreas Baader und Gudrun Ensslin, denen sich die engagierte Journalistin Ulrike Meinhof anschloss. Mit Gespür für Atmosphäre, sicherem Blick für Details und originalen Bilddokumenten zeichnet Regisseur Uli Edel ein präzises Stimmungsbild. Packend verkörpert ein „Best-Of"-Schauspielerensemble um Moritz Bleibtreu, Martina Gedeck und Bruno Ganz diese amoklaufenden Bürgerkinder, deren moralische Empörung zur gnadenlosen Unmoral pervertierte. Teil 2 folgt am 23. November 2009 um 20.15 Uhr.
Textquellen: © ARD
Bildquelle: © NDR/2008 Constantin Film Verleih GmbH
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