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Sport

Paralympics: Viertes Gold für Bentele

Nicole Ludwig
18. März 2010 21:43 Uhr
31 Kommentare
Bei den Paralympischen Winterspielen in Vancouver holten die Deutschen Athleten am Mittwoch dreimal Gold. Vor wenigen Stunden folgte nochmals ein Sieg für die blinde Biathletin Verena Bentele. Es war ihr vierter beim vierten Start.
Sie holte das erste Gold für Deutschland gleich am ersten Wettkampftag. Gestern zeigte Verena Bentele erneut ihr Ausnahmekönnen. Nach den Siegen in der Drei-Kilometer-Verfolgung der Biathleten und in der 15km-Kilometer-Freistil Konkurrenz im Langlauf gelang ihr auch der Sieg über 12,5km im Biathlon. „Ich habe schon direkt nach dem letzten Schießen angefangen zu weinen, weil mir klar war, dass das der Sieg war" so die 28-jährige nach dem Rennen. Für die blinde Paralympionikin war es bereits das zehnte Gold bei Olympia. Schon am heutigen Donnerstag hatte Bentele zusammen mit ihrem Begleitläufer Thomas Friedrich die Chance auf eine vierte Medaille über fünf Kilometer im Langlauf. Es wurde erneut Gold. Einmal geht sie noch an den Start: im Langlaufsprint am Sonntag.

Im Biathlon-Rennen der Herren über die lange Distanz siegte der Deutsche Wilhelm Brem. Nach zwei vierten Plätzen wurde dies für den Sehbehinderten die Krönung dieser Spiele. Ebenfalls Medaillen im Biathlon holten die querschnittsgelähmte Andrea Eskau mit ihrem Schlitten über 10km (Bronze) und der contergangeschädigte Josef Giesen (ebenfalls Bronze). Dies war bereits die fünfte Medaille für den Athleten, der beim Schießen mit dem Mund auslöst, da ihm beide Arme fehlen.

Das dritte Gold an diesem Wettkampftag und bereits seine 19. paralympische Medaille holte der Ski-Alpiner Gerd Schönfelder in der Konkurrenz der stehenden Läufer. Nach Silber am Vortag im Slalom wurde es nun im Riesenslalom seine 13. Goldmedaille. Beim Riesenslalom der Damen holte sich Andrea Rothfuß Silber.

An den Vortagen gab es bereits zweimal Gold für Mono-Ski-Fahrer Martin Braxenthaler, im Slalom und Riesenslalom triumphierte. Auch er hat am heutigen Wettkampftag die Chance auf eine weitere Medaille, dann im Abfahrtslauf.



Bei den zehnten Paralympischen Winterspielen treten 503 Athleten aus 44 Nationen, darunter 20 Deutsche, in 64 Konkurrenzen in fünf Sportarten an. Die Biathlon-, Langlauf- und Ski-Alpin-Wettbewerbe sind jeweils klassifiziert nach stehender, sitzender und sehbehinderten Konkurrenz. Dazu kommen Rollstuhl-Curling und Sledge-Eishockey (Eishockey auf Schlitten). Nach der Hälfte der Wettkampftage belegt das deutsche Team den zweiten Platz im Medaillenspiegel hinter Russland mit 13 Medaillen, darunter achtmal Gold.

Von den deutschen Athleten hat fast jeder Medaillenchancen. Doch ihre Namen kennt niemand. Lediglich zwei Wochen alle zwei Jahre bekommen die Behindertensportler ein wenig Aufmerksamkeit. Bei den Paralympischen Spielen. Für einen Sieg beim „normalen“ Olympia bekommen die Sportler 15000 Euro. Bei den Paralympics weniger als ein Drittel davon. Dabei zeigen sie Topleistungen. "Man muss kein Skifahrer sein, um zu verstehen, was es heißt, als blinder Athlet eine Piste herunterzufahren, an der bei Olympia viele Sportler gescheitert sind - nur angewiesen auf das akustische Signal, das ein sehender Vorläufer ihm gibt.", so der Chef des deutschen Behindertensportverbandes Julius Beucher.
Die Sportler stecken in einer Mediennische. Dabei hätten sie so viel mehr Aufmerksamkeit verdient.
Bildquelle: © flickr.com/iwona_kellie
23. Mai 2012 11:43 Uhr