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Sport

Olympischer Wintersport: Short Track

Sport Fachmann
6. Februar 2010 14:46 Uhr
14 Kommentare
Bis zum Start der Olympischen Winterspiele am Freitag in Vancouver stellt Newspoint einige mehr oder weniger unbekannt Sportarten vor. In diesem ersten Artikel zum Thema wird die Sportart "Short Track" vorgestellt.
Was ist Short Track?

Short Track ist eine besondere Form des Eisschnelllaufens. Es wird aber nicht in einer 400 Meter langen Bahn gefahren, sondern - wie es der Name schon vermuten lässt - auf einer wesentlich kürzeren (111,12 Meter) ellipsenförmigen Bahn ausgetragen. Die Bahn ist normalerweise mit Hütchen auf einem 30x60 Meter großem Eishockeyfeld abgesteckt.
Ein weiterer Unterschied zum Eisschnelllauf ist die Wettkampfform. Beim klassischen Eisschnelllauf wird in Paaren gestartet, wobei jeder Sportler seine "eigene" Bahn hat. Beim Short Track wird hingegen in Vierer- bis Achtergruppen (je länger die Strecke, desto mehr Läufer pro Lauf) gestartet und es kommt nicht wie beim Eisschnelllauf auf die Zeit an, sondern auf die Platzierung. Denn nur die ersten beiden in jedem Heat (Vorlauf) kommen eine Runde weiter. Auch die "Klappkufen", welche schon seit Jahren im Eisschnelllauf erlaubt sind, sind bei Short Track aufgrund der Verletzungsgefahr verboten.



Welche Einzelstrecken gibt es?

Beim Short Track wird in drei Gruppen unterschieden:
Mehrkampf: Hierbei werden zuerst Wettkämpfe über 1500 Meter (13,5 Runden), 1000 Meter (9 Runden) und 500 Meter (4,5 Runden) ausgetragen. Die besten sechs von acht Sportlern aus den ersten drei Wettkämpfen treten zum Schluss noch in einem 3000 Meter-Rennen (27 Runden) an, um den Sieger zu ermitteln.
Die Renndistanzen sind bei Frauen und Männern gleich.
Staffel: Hier treten bis zu sechs vierköpfige Teams im Rennen gegeneinander an. Gewechselt wird, anders als bei Sportarten wie Schwimmen, recht häufig (meist nach 2-4 Runden). Die Läufer, die nicht im Einsatz sind, halten sich im Innenbereich der 111,12 Meter langen Bahn auf.
Bei den Männern wird über 5000 Meter (45 Runden) gestartet, bei den Frauen über 3000 Meter (27 Runden).
Einzelrennen: Jede der Einzeldisziplinen aus dem Mehrkampf (bis auf die 3000 Meter) werden auch noch als Einzelrennen veranstalten. Bei manchen Wettkämpfen wird werden die Einzelrennen mit dem Mehrkampf verbunden.


Und bei Olympia?

Die Short-Track-Wettkämpfe werden in keiner der beiden Hallen für die Eishockeywettkämpfe stattfinden, da diese schon durch die insgesamt 50 Eishockeyspiele ausgelastet sind. Deshalb werden die Wettkämpfe im Pacific Coliseum ausgetragen. Diese ist eine Eishockeyhalle, die bei den olympischen Spielen auch noch Veranstaltungsort des Eiskunstlaufens ist.

Es wird bei Spielen keinen Mehrkampf geben, ansonsten werden alle oben genannten Disziplinen ausgetragen.


Welche Chancen haben deutsch Sportler und wer sind die Favoriten?

Bei den Frauen gelten die Chinesinnen als große Favoriten. Sie haben im Weltcup in allen Einzeldisziplinen, im Mehrkampf und in der Staffel gewonnen. Noch nicht bekannt ist, ob die deutschen Frauen mit einer Staffel antreten werden, denn bis zu den Europameisterschaften Ende Januar in Dresden war mit Aika Klein nur eine Frau im deutschen Teilnehmerfeld vermerkt. Doch da die Frauen etwas überraschend Europameister in der Staffel geworden sind, könnte es durchaus sein, dass es noch zur Nachtnominierung kommt. Trotzdem sollte man nicht erwarten, dass die Deutschen Olympiasieger in der Damen-Staffel wird, da auch die USA und Kanada sehr gute Teams haben.
Bei den Herren ist Südkorea in diesem Weltcup die vorherrschende Nation in den einzelnen Disziplinen gewesen. So holte das Land sich den 1000- und 1500 Meter-Weltcup. Auch in der Staffel waren sie am Ende das beste Land. Trotzdem waren die Chinesen auch bei den Männern die stärkste Nation. Den 500 Meter Weltcup gewann der Kanadier Charles Hamelin.
Bildquelle: © flickr.com/johnthescone
redakteur
9. Februar 2012 00:12 Uhr