login
 
profil
 
neues von...
 
antworten auf...
 
leserschaft
 
einstellungen
 
artikel schreiben
 
Sport

Neue Erkenntnisse im Wettskandal

Julian Müller
22. November 2009 12:03 Uhr
35 Kommentare
Der Fußball-Wettskandal von 2005, für den der damals involvierte Robert Hoyzer zwei Jahre und fünf Monate ohne Bewährung inhaftiert wurde, ist gerade verdaut, da wird der nächste Skandal bekannt. Europaweites Ausmaß, über 200 manipulierte Spiele. Die Drahtzieher kommen wahrscheinlich aus Berlin.
Nach dem Skandal von 2005 versprach DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger harte Strafen und redete von einem Frühwarnsystem, das auf Verschiebungen großer Geldmengen bei Wetten reagieren sollte, um weitere Wettskandale in Zukunft zu verhindern. Man schenkte ihm glauben, bis zum letzten Donnerstag.

Gebrüder Sepina cleverer als das Frühwarnsystem?

Die Verdächtigen sind alte Bekannte: die Brüder Ante und Milan Sapina, die auch schon eine Hauptrolle im Fall Hoyzer vor beinah 5 Jahren eingenommen hatten. Der DFB war sich sicher, dass deutsche Partien nicht vom Wettskandal betroffen seien, da das Frühwarnsystem nicht Alarm gegeben hatte. Doch nach neuestem Erkenntnisstand wurden auch 32 Spiele in Deutschland manipuliert. Wenn dem so wäre, dann hätte das zelebrierte Frühwarnsystem auf ganzer Linie versagt. "Wir müssen schauen, warum wir nicht gewarnt worden sind. Aber es ist zu früh zu sagen, dass es versagt hat.", soll sich Zwanziger nach SPIEGEL Online-Informationen geäußert haben.

umfrage



Zwanziger: "Ich verstehe die ganze Aufregung nicht"

Dass auch ein DFB-Schiedsrichter in die Vorfälle verwickelt seine könnte, nimmt Zwanziger recht gelassen hin: "Die Informationen zu dem Schiedsrichter kann ich nicht bewerten", sagte Zwanziger. Weiter überrascht er mit der Aussage: "Ich verstehe die ganze Aufregung nicht, wenn von 1,4 Millionen Spielen im Jahr 32 untersucht werden." (SPIEGEL Online)



Ermittlungserfolge auch in Österreich und der Schweiz

In Sachen Ermittlungserfolge berichtet "der Spiegel" von bereits 15 festgenommenen Personen in Deutschland, allein am Donnerstag. Die Verdächtigen kämen unter anderem aus Berlin, Nürnberg und dem Ruhrgebiet. Bei den 50 Untersuchungen, die sich bis nach Österreich und in die Schweiz erstreckten, konnte zudem Bargeld in Höhe von mehr als einer Million Euro sichergestellt werden.


Bislang nur Spitze des Eisberges gesichtet

Es ist anzunehmen, dass der aktuelle Wettskandal noch weitreichender Fußballspiele und dessen Akteure beschattet, als bisher angenommen. So beruft sich FOCUS ONLINE auf einen von der „Berliner Morgenpost“ zitierten Ermittler:


„Wir gehen davon aus, dass Manipulationen und Manipulationsversuche in dieser Form auch in vielen anderen Ligen von den Verdächtigen durchgeführt wurden“.
Bildquelle: © commons.wikimedia.org/Frank Schwichtenberg, © commons.wikimedia.org/Manuel Heinrich Emha
23. Mai 2012 11:41 Uhr