Sport
Eisschnelllauf Bäuchlings Olympia-Gold
Nicole Ludwig
28. Februar 2010 15:53 Uhr
38 Kommentare
Die deutschen Eisschnellläuferinnen holten in zwei dramatischen Rennen Gold in der Teamverfolgung. Anni Friesinger-Postma ebnete mit einer Schwimmeinlage im Halbfinale den Weg zum Erfolg. Daniela Anschütz-Thoms, Stephanie Beckert und Kathrin Mattscherodt holten sich den Olympiasieg zwei Hundertstelsekunden vor Japan.
Sie verliert den Anschluss, landet auf dem Bauch, rutscht mit Armen und Beinen rudernd dem Ziel entgegen, wirft geistesgegenwärtig den rechten Fuß nach vorne und trommelt mit beiden Händen wütend auf das Eis. Drei Sekunden später erblickt sie das Ergebnis auf der Anzeigetafel und die Freude strahlt nur so aus ihrem überraschten Gesicht: Anni-Friesinger Postma bringt das deutsche Eisschnelllaufteam mit einer Mischung aus Turn- und Schwimmeinlage ins olympische Finale der Teamverfolgung. 0,23 Sekunden schneller als die Amerikanerinnen war der Deutschlandexpress im Ziel.
"Ich dachte, ich habe es verschissen und den Mädels alles kaputtgemacht", so Friesinger-Postma nach dem Rennen. "Ich dachte nur: Du musst jetzt rutschen, du musst irgendwie ins Ziel krabbeln und die Zeit anhalten. Deswegen habe ich den Schlittschuh nach vorne gerissen, denn da steckt der Zeitmesser dran. Ich dachte erst, es hat nicht gereicht. Als ich dann die 1 auf der Anzeigetafel sah, war die Erleichterung riesengroß."
Im Finale eineinhalb Stunden später machte sie Platz für Katrin Mattscherodt. Und dort sollte es noch spannender werden. Daniela Anschütz-Thoms, Stephanie Beckert und Mattscherodt hatten zwischenzeitlich bereits 1,7 Sekunden Rückstand auf die Japanerinnen. Vor der letzten der sechs zu laufenden Runden waren es immer noch 1,14 Sekunden, doch die zweifache Silbermedaillengewinnerin Beckert spielte „Lokomotive“ und zog die anderen beiden auf einer furiosen Aufholjagd hinter sich Richtung Ziel. 200 Meter davor noch 0,74 Sekunden Rückstand, ging die Millimeterentscheidung zu Gunsten der Deutschen aus: Ganze zwei Hundertstelsekunden betrug der Vorsprung auf die Japanerinnen im Ziel.
"Lokomotive" Stephanie Beckert
Nach dem Rennen kamen die Emotionen beim gesamten Team hoch: "Ich kann nicht mehr", sagte Daniela Anschütz-Thoms, "ich fange gerade an zu begreifen, was hier überhaupt passiert ist.“ Für sie wie auch für Friesinger-Postma, die zusammen mit der gesperrten Claudia Pechstein bereits vor vier Jahren in Turin triumphiert hatten, waren es die letzten Olympischen Spiele. "Was wir heute erlebt haben, war eine Botschaft an alle Sportler, niemals aufzugeben.", so der Teamchef der deutschen Eisschnellläufer Helge Jasch.
Die dramatische Entscheidung in Bildern bei der ARD: http://olympia.ard.de/olympia/mediabox/videos/videos102_id-video1070_-66eb78d6852e12ebc7675d8221570623c555f657.html
"Ich dachte, ich habe es verschissen und den Mädels alles kaputtgemacht", so Friesinger-Postma nach dem Rennen. "Ich dachte nur: Du musst jetzt rutschen, du musst irgendwie ins Ziel krabbeln und die Zeit anhalten. Deswegen habe ich den Schlittschuh nach vorne gerissen, denn da steckt der Zeitmesser dran. Ich dachte erst, es hat nicht gereicht. Als ich dann die 1 auf der Anzeigetafel sah, war die Erleichterung riesengroß." Im Finale eineinhalb Stunden später machte sie Platz für Katrin Mattscherodt. Und dort sollte es noch spannender werden. Daniela Anschütz-Thoms, Stephanie Beckert und Mattscherodt hatten zwischenzeitlich bereits 1,7 Sekunden Rückstand auf die Japanerinnen. Vor der letzten der sechs zu laufenden Runden waren es immer noch 1,14 Sekunden, doch die zweifache Silbermedaillengewinnerin Beckert spielte „Lokomotive“ und zog die anderen beiden auf einer furiosen Aufholjagd hinter sich Richtung Ziel. 200 Meter davor noch 0,74 Sekunden Rückstand, ging die Millimeterentscheidung zu Gunsten der Deutschen aus: Ganze zwei Hundertstelsekunden betrug der Vorsprung auf die Japanerinnen im Ziel.
"Lokomotive" Stephanie BeckertNach dem Rennen kamen die Emotionen beim gesamten Team hoch: "Ich kann nicht mehr", sagte Daniela Anschütz-Thoms, "ich fange gerade an zu begreifen, was hier überhaupt passiert ist.“ Für sie wie auch für Friesinger-Postma, die zusammen mit der gesperrten Claudia Pechstein bereits vor vier Jahren in Turin triumphiert hatten, waren es die letzten Olympischen Spiele. "Was wir heute erlebt haben, war eine Botschaft an alle Sportler, niemals aufzugeben.", so der Teamchef der deutschen Eisschnellläufer Helge Jasch.
Daniela Anschütz-Thoms
Die dramatische Entscheidung in Bildern bei der ARD: http://olympia.ard.de/olympia/mediabox/videos/videos102_id-video1070_-66eb78d6852e12ebc7675d8221570623c555f657.html
Bildquelle: © flickr.com/adrian8_8, © flickr.com/Robert Scoble
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