Musik
Visual Kei
Das kleine Yukki
17. August 2009 08:13 Uhr
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Visual Kei ist nicht nur eine Musik und ein Style, sondern eine Abwehr gegen die vielen Einflüsse auf die Gesellschaft. Visual Kei bedeutet "Clique", da die meisten Bands und auch deren Anhänger eine gestylte und optisch auffällige Erscheinung haben.
Der Begriff Visual Kei (VK) entstand in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts. Er setzt sich aus dem Englischen Wort "Visual" für Aussehen bzw. optische/visuelle Erscheinung und dem japanischen Wort "Kei", welches Herkunft, System oder Clique bedeuten kann. Im Falle des Visual Kei bedeutet es "Clique", da die meisten Bands und auch deren Anhänger eine gestylte und optisch auffällige Erscheinung haben. Die Übersetzung zur Herkunft ist auch nicht ganz falsch, weil der Erscheinung eine visuelle Herkunft im Kabuki-Theater nachzuweisen ist.
Als Begründer des Visual Kei (kurz VK) wird allgemein die Band X (ab den 90er Jahren X-Japan) geführt. Doch die Geschichte Japans zeigt, das schon in Zeiten des Kabuki-Theaters (1603-1867; Edo Zeit) die ersten Grundsteine für die heutige VK-Szene zu finden sind. Im japanischen Kabuki war es zu der Zeit üblich das Frauen auftraten. Als es jedoch kurzerhand verboten wurde, wodurch Frauen sich nicht länger in der Öffentlichkeit präsentieren durften, d.h. Tanzen und spielen im Theater. Dadurch wurde das Theater unattraktiver für Besucher und man beschloss, die weiblichen Rollen von jungen Männern oder Knaben, die den Stimmbruch noch nicht erreicht hatten, spielen zu lassen.
Weitere Einflüsse die in den 60er und 70er Jahren des 20.Jahrhunderts einen Anteil für die Entstehung beitrugen, waren beispielsweise Bands wie T-Rex, Alice Cooper, The Sweet, KISS, Twisted Sister oder Culture Club und Sigue Sigue Sputnik. Die Gruppe T-Rex gelten als Pioniere des kreativen Stylings. Wobei KISS mit ihren wilden Gesichtsbemalungen und ihren fulminanten Live-Auftritten Maßstäbe setzten. Sie konnten durchaus als westliche Visual Band bezeichnet werden, dennoch war ihr Styling sehr weit vom heutigen Visual Kei entfernt. Der wichtigste Faktor den KISS nicht hatten, war das spielen mit den Geschlechterrollen. Sie sahen für den Durchschnittsbürger weniger als Frauen sondern viel mehr als losgelassene, ungezügelte Dämonen aus.
Ein anderer Künstler der Einfluss nahm, war Alice Cooper. Er wurde nie als feministisch gesehen, geschweige denn bezeichnet und das obwohl er sogar einen Frauennamen trug. Selbst durch seine charakteristische Gesichtsbemalung wurde er nie als weiblich oder androgyn gesehen. Billy Diamond(Twisted Sister) war einer der am feministischsten gekleideten Musiker der 70er Jahre. Mit seinen weiblichen Frisuren, bauchfreien Oberteilen und später auch Perücken und Make-up war er, dem heutigen VK, am ähnlichsten. Die "erste Generation" der japanischen Visual Acts studierte und kopierte die westlichen Bands und ihre Auftritte und Styling. Ein besonderer Kreis wurde geschlossen als KISS in einem Interview als Inspiration für ihr Aussehen das japanische Kabuki-Theater angaben.
Die erste Visual Kei Band X (gegründet 1982 in Tokyo) kämpfte um Anerkennung und um einen Plattenvertrag. Da sie diesen aber nicht bekamen, gründetet Yoshiki (Drummer und Pianist bei X), nach dem Verkauf des Familienunternehmens, das Label Extasy Records und produzierte X selbst. Die ebenfalls in den frühen 80er Jahren gegründete Band BUCK-TICK hatten dieselben Probleme wie X und veröffentlichten erst 1987 ihr erstes Major-Album. Bei X gab es in den 80ern einige Mitgliederwechsel und erst ihr 2. Album brachte den Durchbruch und eröffnete für viele weitere Visual Bands den Weg. Das Styling war sehr ausgefallen, mit toupierten Haaren, bunte Klamotten und feministischen Make-up, was bei sehr vielen Menschen immer noch zweideutig aufgefasst wurde. Viele konnten nichts Richtiges damit anfangen und hielten sich daher im Kauf und in Konzertbesuchen weitestgehend zurück. Doch der Erfolg sollte nicht ausbleiben. X nahmen auch schon einige Songs in L.A. auf und so kam es später auch dazu das sie als erste Visual Kei Band außerhalb Japans Konzerte gaben, vor allem in Amerika. Da es in den USA aber schon eine Bandnamens X gab und der Namensrechtsstreit verloren ging, mussten sie sich umbenennen und so wurde aus X die Band X-Japan. Nachdem bei den Amerikakonzerten der Erfolg jedoch ausblieb, widmeten sich die einzelnen Mitglieder noch anderweitigen Projekten. Yoshiki entdeckte die Band GLAY, welche er bei seinem Label unter Vertrag nahm. Sie galten wegen ihrem verhältnismäßig zahmen Styling weniger in die Visual Kei Szene. Aber auch X-Japan kehrten Mitte der 90er Jahre von ihrem wilden und schrillen Stil ab. Nur Gitarrist hide blieb dem bunten und ausgeflippten Visual Kei Stil treu.
Im Gegenteil, sein Styling wurde noch bunter und ausgeflippter. Auch musikalisch wurden einige Veränderungen deutlich, im 1996er Album Dahlia wurden erstaunlich viele Balladen und ruhigere Stücke eingebaut. Doch das war noch lange nicht das Ende der wilden Visual Zeiten. Neue Band wie LUNA SEA oder Malice Mizer wurden gegründete, welche auch zum Teil ihre Debütalben bei Extasy Records veröffentlichen. Malice Mizer war eine der bedeutendsten Gruppen der 90er Jahre. Inspiriert durch Bands wie Mötley Crüe, aber auch durch klassische Musik. Die Kombination aus beiden Stilen wurde 1995 durch Gackts Stimme perfektioniert. Die musikalische Gestaltung von Malice Mizer umfasste ein sehr weit gefächertes Spektrum an Gestaltungsmitteln. Von Orgel und Violinenparts bis hin zu Synthesizer- Arrangements. Ihre Bühnenshows erinnerten sehr stark an das alte Kabuki-Theater, da ihre Auftritte bis ins letzte Detail geplant wurden und Theateraufführungen gleich kamen, welche musikalisch untermauert wurden. Ihre Outfits wurden von surrealistischen Einflüssen geprägt, als seien diese einem Barockmaler entsprungen. Bandleader Mana trat vorwiegend in Rüschenkleidern und Plateaustiefeln auf, während die anderen Mitglieder eher männlich gestylt waren. Nachdem sie 1997 bei Nippon Columbia unter Vertrag genommen wurden, hatten sie viele Radio und TV-Auftritte. 1999 verließ Sänger Gackt die Band und kurz darauf verstarb Drummer Kami an einer Gehirnblutung. Daraufhin legten Malice Mizer eine Trauerpause ein und kehrten zu ihrem Indie-Label Midi:Nette zurück. Ende 1997 ereilte X-Japan ein ähnliches Ende, nachdem die Defizite innerhalb der Band zu groß wurden. 1998 kam dann auch völlig überraschend die Meldung von hide's Tod, welcher bis heute immer noch ein großes Rätsel in sich birgt, da man nicht weiß, ob es sich um Mord oder Selbstmord handelte.
Ende der 90er Jahre wurden viele neue Bands gegründet, von denen auch sehr viele sehr erfolgreich wurden und immer noch sind. Eine dieser Bands ist Dir en grey, welche aus La:Sadie hervortrat und wieder einmal war es Yoshiki der eine Band entdeckte, welche zu einer der erfolgreichsten Visual Kei Bands überhaupt werden sollte. Andere bekannte und sehr erfolgreiche Bands, die sich in dieser Zeit gründeten waren unter anderem MUCC, kagerou, D'espairs Ray, Kagrra, Onmyoza und Due'le quartz. Einer der bekanntesten westlichen Visual-Vertreter ist ohne Frage Marilyn Manson. Sie kleiden und stylen sich so, dass sie in jedem Fall als Visual eingeordnet werden können. Im neuen Jahrtausend entwickelt(e) sich Visual Kei weiter. Der Stil wurde noch vielseitiger und und geht mittlerweile vom dunklen Gothiclook bis hin zum bunten und verspielten aussehen. Seit 2005 wurde auch Europa als Ziel für die Verbreitung des Visual Kei genutzt. So tourten zum Beispiel Dir en grey erstmals durch Frankreich und Deutschland, wo sie unter anderem bei Rock am Ring, Rock im Park, dem Wacken Open Air und sie gaben in Berlin ihre erste One-Man-Show außerhalb Asiens. Seither trauen sich immer mehr Bands des Visual Kei nach Europa und veranstalteten sogar eigene nur für Visual Bands geplante Veranstaltungen, wie das J-Shock Event.
Eine Art der Visual Kei – Fans werden Cosplayer genannt. Cosplay setzt sich aus dem Begriff "costume" und und "play" zusammen. Die Fans findet man an bestimmten Orten in großen Städten und vor allem bei Konzerten der Bands.
Jeder von ihnen bestrebt seinem Idol (Sänger oder Bandmitglieder) optisch naturgetreu nacheifern. Bevorzugt werden Kostüme die kompliziert und aufwendig designt worden. Meist kreieren sie ihr Outfit selbst mit besonders viel Schmuck und auffälligen Accessoires wie Krawatten und Hüten. Die Lebenseinstellung passt sich ihrem Erscheinungsbild an. Das visuelle Auftreten ist eines der wichtigsten Besonderheiten eines Fans.
Die zweite Art wie Fans bezeichnet werden können, lautet Visu bzw Visuals. Diese Bezeichnung leitet sich aus dem Visual des Visual Kei ab. Mit dem Begriff Visu wird das optische Auffallen von Anhängern des VK getroffen, die ihren Idolen nicht das naturgetreue Aussehen nacheifern, sondern ihren eigenen Stil kreieren.
Viele Texte befassen sich mit den Problemen des Landes, aber selbst dadurch alleine kann nicht viel verändert werden. Es werden innerhalb Japans einige Benefizkonzerte gespielt, beispielsweise ist Live Earth in Japan vertreten oder das hide memorial summit, wo dutzende Visual Kei Bands zu ehren hides ein mehrtägiges Konzert spielen. Ein lyrisches Beispiel für diesen Einfluss bietet der Song "kami no hoshi" (Stern des Gottes) von MUCC. In diesem beschreibt Songwriter und Sänger Tatsuro die Menschen und vor allem die Regierung als Affen bezeichnet und deren Dummheit anprangert. Dass die Welt zerstört wird, wenn weiter so gehandelt, wird es zum nächsten verheerenden Krieg kommen wird, bei dem das Recht keine Chance hat.
Einer der größten Einflüsse ist die sogenannte "Schubladengesellschaft", die sich in Japan besonders stark entwickelt hat. Schubladengesellschaft bedeutet, dass man danach eingeordnet wird, welchen Rang man in der Gesellschaft hat, wie weit die Macht ist, etwas mitbestimmen zu können. Die Rolle der Frau wird dabei sehr niedrig eingestuft. Sie gilt als Schönheitsideal und muss für ihren Mann und die Familie da sein. Frauen kommen in der Politik gar nicht zum Zug und wenn es um Aufstiegschancen am Arbeitsplatz geht, ist die Frau die Person mit der geringsten Chance. Des Weiteren sind die ganzen falschen und strengen "Fesseln" ein bedeutender Grund dafür, dass sich das Visual Kei entwickelte. Die Jugend leidet am meisten unter diesen Regelungen, denn sie haben kaum Freiheiten. Sie haben sehr lange am Tag Schule und bekommen eingeredet, dass man ein sehr hohes Niveau benötigt, um in der Gesellschaft zu bestehen. Der Unterricht, zu viel Lehrstoff, wodurch der Unterricht bis in den Nachmittag hinein geht und im Anschluss sollen noch extra Kurse belegt werden von den Schülern, sodass es keine Seltenheit ist das ein Schultag erst 18 Uhr zu Ende ist. Unter diesem enormen Druck müssen sie dann auch noch ihren Eltern "gefallen".
Das bereits erwähnte Kabuki-Theater spielt eine wichtige Rolle, wenn es um die Frage der gesellschaftlichen Einflüsse geht. Diese Schubladengesellschaft ist genauso als einer der wichtigsten gesellschaftlichen Einflüsse zu nennen. Zum einen unter den Fans, die die Bands in Subgenres einordnen. Solche sind beispielsweise Oshare Kei, Kawaii Kei, Angura Kei oder Nagoya Kei. Da viele Leute gesellschaftlich unterdrückt werden, wie zum Beispiel die Jugend, welche kaum Freiheiten besitzt irgendetwas machen zu dürfen. Manche Fans schleichen sich sogar heimlich nach der Schule zu Konzerten, stylen sich davor auf und bevor sie wieder zu Hause sind, sehen sie wieder so aus als seien sie den ganzen Tag in der Schule gewesen.
Musikalisch ist Visual Kei, wie bereits kurz erwähnt, sehr breit gefächert. Jede Unterart des Visual Kei hat seine eigne ganz spezielle Art und somit einen unverwechselbaren Klang. So hat zum Beispiel der bunte und fröhliche Oshare Kei Stil einen eher poppigen Sound. Die Band An Café ist eine der ersten Bands die in dieses Genre kamen. Sie haben sogar ein ganze eigenes und spezielles Motto für ihre Musik, "Nyappy". Es bezeichnet die Freude und das Glück was man im Leben hat. Der komplette Gegensatz dazu ist das Nagoya-Kei. Welches ein sehr dunkles, in Richtung Gothic gehendes Genre ist. Hierbei werden vor allem Verzweiflung und die eigenen Ängste auszudrücken. Egal in welchem Subgenre des Visual Kei man sich befindet, traditionelle Bestandteile sind immer vorhanden.
Die Texte sind oft sehr poetisch oder sogar nach Beispiel traditioneller japanischer Poesie nachempfunden.
Kyo, der Sänger der Band Dir en grey, verwendete meist morbide und ungewöhnliche Texte in seinen Songs, wie viele andere Bands auch. Diese Bands wären z.B. D'espairs Ray, Moi dix Mois, The GazettE, Nightmare, MUCC und Kagerou. Meist kann man aber auch ganz gewöhnliche Liebeslieder oder unzensierte Songs über die Lieblingsthemen und Schwerpunkte der heutigen Jugend (Sex und Missbrauch) wiederfinden. Wichtig ist es für die Sänger und deren Bandmitglieder zu sagen was Sache ist und kreieren somit eindeutige Bilder der strengen Gesellschaft. Besonders zu betonen ist, dass die Bands mit ihrem provokanten Aussehen versuchen sich aus ihrem Umfeld zu "befreien", sich zu zeigen und hervorzuheben. Sie wollen die strengen Fesseln lösen und präsentieren dies optisch und verbal.
Besonders auffällig ist, dass die Songwriter der Bands die Sänger selbst sind, Reime in den Liedern sind selten, was aber an der alten japanischen Lyriktradition liegt.
Es gibt auch im japanischen kaum Texte die ohne Fremdsprachen wie deutsch, französisch oder russisch aber am meisten fließen englische Wörter mit ein um ein breitgefächertes Publikum auch außerhalb Japans zu ergattern und ihnen den Inhalt verständlicher zu machen.
Als Begründer des Visual Kei (kurz VK) wird allgemein die Band X (ab den 90er Jahren X-Japan) geführt. Doch die Geschichte Japans zeigt, das schon in Zeiten des Kabuki-Theaters (1603-1867; Edo Zeit) die ersten Grundsteine für die heutige VK-Szene zu finden sind. Im japanischen Kabuki war es zu der Zeit üblich das Frauen auftraten. Als es jedoch kurzerhand verboten wurde, wodurch Frauen sich nicht länger in der Öffentlichkeit präsentieren durften, d.h. Tanzen und spielen im Theater. Dadurch wurde das Theater unattraktiver für Besucher und man beschloss, die weiblichen Rollen von jungen Männern oder Knaben, die den Stimmbruch noch nicht erreicht hatten, spielen zu lassen.
Weitere Einflüsse die in den 60er und 70er Jahren des 20.Jahrhunderts einen Anteil für die Entstehung beitrugen, waren beispielsweise Bands wie T-Rex, Alice Cooper, The Sweet, KISS, Twisted Sister oder Culture Club und Sigue Sigue Sputnik. Die Gruppe T-Rex gelten als Pioniere des kreativen Stylings. Wobei KISS mit ihren wilden Gesichtsbemalungen und ihren fulminanten Live-Auftritten Maßstäbe setzten. Sie konnten durchaus als westliche Visual Band bezeichnet werden, dennoch war ihr Styling sehr weit vom heutigen Visual Kei entfernt. Der wichtigste Faktor den KISS nicht hatten, war das spielen mit den Geschlechterrollen. Sie sahen für den Durchschnittsbürger weniger als Frauen sondern viel mehr als losgelassene, ungezügelte Dämonen aus.
Ein anderer Künstler der Einfluss nahm, war Alice Cooper. Er wurde nie als feministisch gesehen, geschweige denn bezeichnet und das obwohl er sogar einen Frauennamen trug. Selbst durch seine charakteristische Gesichtsbemalung wurde er nie als weiblich oder androgyn gesehen. Billy Diamond(Twisted Sister) war einer der am feministischsten gekleideten Musiker der 70er Jahre. Mit seinen weiblichen Frisuren, bauchfreien Oberteilen und später auch Perücken und Make-up war er, dem heutigen VK, am ähnlichsten. Die "erste Generation" der japanischen Visual Acts studierte und kopierte die westlichen Bands und ihre Auftritte und Styling. Ein besonderer Kreis wurde geschlossen als KISS in einem Interview als Inspiration für ihr Aussehen das japanische Kabuki-Theater angaben.
Die erste Visual Kei Band X (gegründet 1982 in Tokyo) kämpfte um Anerkennung und um einen Plattenvertrag. Da sie diesen aber nicht bekamen, gründetet Yoshiki (Drummer und Pianist bei X), nach dem Verkauf des Familienunternehmens, das Label Extasy Records und produzierte X selbst. Die ebenfalls in den frühen 80er Jahren gegründete Band BUCK-TICK hatten dieselben Probleme wie X und veröffentlichten erst 1987 ihr erstes Major-Album. Bei X gab es in den 80ern einige Mitgliederwechsel und erst ihr 2. Album brachte den Durchbruch und eröffnete für viele weitere Visual Bands den Weg. Das Styling war sehr ausgefallen, mit toupierten Haaren, bunte Klamotten und feministischen Make-up, was bei sehr vielen Menschen immer noch zweideutig aufgefasst wurde. Viele konnten nichts Richtiges damit anfangen und hielten sich daher im Kauf und in Konzertbesuchen weitestgehend zurück. Doch der Erfolg sollte nicht ausbleiben. X nahmen auch schon einige Songs in L.A. auf und so kam es später auch dazu das sie als erste Visual Kei Band außerhalb Japans Konzerte gaben, vor allem in Amerika. Da es in den USA aber schon eine Bandnamens X gab und der Namensrechtsstreit verloren ging, mussten sie sich umbenennen und so wurde aus X die Band X-Japan. Nachdem bei den Amerikakonzerten der Erfolg jedoch ausblieb, widmeten sich die einzelnen Mitglieder noch anderweitigen Projekten. Yoshiki entdeckte die Band GLAY, welche er bei seinem Label unter Vertrag nahm. Sie galten wegen ihrem verhältnismäßig zahmen Styling weniger in die Visual Kei Szene. Aber auch X-Japan kehrten Mitte der 90er Jahre von ihrem wilden und schrillen Stil ab. Nur Gitarrist hide blieb dem bunten und ausgeflippten Visual Kei Stil treu.
Im Gegenteil, sein Styling wurde noch bunter und ausgeflippter. Auch musikalisch wurden einige Veränderungen deutlich, im 1996er Album Dahlia wurden erstaunlich viele Balladen und ruhigere Stücke eingebaut. Doch das war noch lange nicht das Ende der wilden Visual Zeiten. Neue Band wie LUNA SEA oder Malice Mizer wurden gegründete, welche auch zum Teil ihre Debütalben bei Extasy Records veröffentlichen. Malice Mizer war eine der bedeutendsten Gruppen der 90er Jahre. Inspiriert durch Bands wie Mötley Crüe, aber auch durch klassische Musik. Die Kombination aus beiden Stilen wurde 1995 durch Gackts Stimme perfektioniert. Die musikalische Gestaltung von Malice Mizer umfasste ein sehr weit gefächertes Spektrum an Gestaltungsmitteln. Von Orgel und Violinenparts bis hin zu Synthesizer- Arrangements. Ihre Bühnenshows erinnerten sehr stark an das alte Kabuki-Theater, da ihre Auftritte bis ins letzte Detail geplant wurden und Theateraufführungen gleich kamen, welche musikalisch untermauert wurden. Ihre Outfits wurden von surrealistischen Einflüssen geprägt, als seien diese einem Barockmaler entsprungen. Bandleader Mana trat vorwiegend in Rüschenkleidern und Plateaustiefeln auf, während die anderen Mitglieder eher männlich gestylt waren. Nachdem sie 1997 bei Nippon Columbia unter Vertrag genommen wurden, hatten sie viele Radio und TV-Auftritte. 1999 verließ Sänger Gackt die Band und kurz darauf verstarb Drummer Kami an einer Gehirnblutung. Daraufhin legten Malice Mizer eine Trauerpause ein und kehrten zu ihrem Indie-Label Midi:Nette zurück. Ende 1997 ereilte X-Japan ein ähnliches Ende, nachdem die Defizite innerhalb der Band zu groß wurden. 1998 kam dann auch völlig überraschend die Meldung von hide's Tod, welcher bis heute immer noch ein großes Rätsel in sich birgt, da man nicht weiß, ob es sich um Mord oder Selbstmord handelte. Ende der 90er Jahre wurden viele neue Bands gegründet, von denen auch sehr viele sehr erfolgreich wurden und immer noch sind. Eine dieser Bands ist Dir en grey, welche aus La:Sadie hervortrat und wieder einmal war es Yoshiki der eine Band entdeckte, welche zu einer der erfolgreichsten Visual Kei Bands überhaupt werden sollte. Andere bekannte und sehr erfolgreiche Bands, die sich in dieser Zeit gründeten waren unter anderem MUCC, kagerou, D'espairs Ray, Kagrra, Onmyoza und Due'le quartz. Einer der bekanntesten westlichen Visual-Vertreter ist ohne Frage Marilyn Manson. Sie kleiden und stylen sich so, dass sie in jedem Fall als Visual eingeordnet werden können. Im neuen Jahrtausend entwickelt(e) sich Visual Kei weiter. Der Stil wurde noch vielseitiger und und geht mittlerweile vom dunklen Gothiclook bis hin zum bunten und verspielten aussehen. Seit 2005 wurde auch Europa als Ziel für die Verbreitung des Visual Kei genutzt. So tourten zum Beispiel Dir en grey erstmals durch Frankreich und Deutschland, wo sie unter anderem bei Rock am Ring, Rock im Park, dem Wacken Open Air und sie gaben in Berlin ihre erste One-Man-Show außerhalb Asiens. Seither trauen sich immer mehr Bands des Visual Kei nach Europa und veranstalteten sogar eigene nur für Visual Bands geplante Veranstaltungen, wie das J-Shock Event.
Eine Art der Visual Kei – Fans werden Cosplayer genannt. Cosplay setzt sich aus dem Begriff "costume" und und "play" zusammen. Die Fans findet man an bestimmten Orten in großen Städten und vor allem bei Konzerten der Bands.
Jeder von ihnen bestrebt seinem Idol (Sänger oder Bandmitglieder) optisch naturgetreu nacheifern. Bevorzugt werden Kostüme die kompliziert und aufwendig designt worden. Meist kreieren sie ihr Outfit selbst mit besonders viel Schmuck und auffälligen Accessoires wie Krawatten und Hüten. Die Lebenseinstellung passt sich ihrem Erscheinungsbild an. Das visuelle Auftreten ist eines der wichtigsten Besonderheiten eines Fans.
Die zweite Art wie Fans bezeichnet werden können, lautet Visu bzw Visuals. Diese Bezeichnung leitet sich aus dem Visual des Visual Kei ab. Mit dem Begriff Visu wird das optische Auffallen von Anhängern des VK getroffen, die ihren Idolen nicht das naturgetreue Aussehen nacheifern, sondern ihren eigenen Stil kreieren.
Viele Texte befassen sich mit den Problemen des Landes, aber selbst dadurch alleine kann nicht viel verändert werden. Es werden innerhalb Japans einige Benefizkonzerte gespielt, beispielsweise ist Live Earth in Japan vertreten oder das hide memorial summit, wo dutzende Visual Kei Bands zu ehren hides ein mehrtägiges Konzert spielen. Ein lyrisches Beispiel für diesen Einfluss bietet der Song "kami no hoshi" (Stern des Gottes) von MUCC. In diesem beschreibt Songwriter und Sänger Tatsuro die Menschen und vor allem die Regierung als Affen bezeichnet und deren Dummheit anprangert. Dass die Welt zerstört wird, wenn weiter so gehandelt, wird es zum nächsten verheerenden Krieg kommen wird, bei dem das Recht keine Chance hat.
Einer der größten Einflüsse ist die sogenannte "Schubladengesellschaft", die sich in Japan besonders stark entwickelt hat. Schubladengesellschaft bedeutet, dass man danach eingeordnet wird, welchen Rang man in der Gesellschaft hat, wie weit die Macht ist, etwas mitbestimmen zu können. Die Rolle der Frau wird dabei sehr niedrig eingestuft. Sie gilt als Schönheitsideal und muss für ihren Mann und die Familie da sein. Frauen kommen in der Politik gar nicht zum Zug und wenn es um Aufstiegschancen am Arbeitsplatz geht, ist die Frau die Person mit der geringsten Chance. Des Weiteren sind die ganzen falschen und strengen "Fesseln" ein bedeutender Grund dafür, dass sich das Visual Kei entwickelte. Die Jugend leidet am meisten unter diesen Regelungen, denn sie haben kaum Freiheiten. Sie haben sehr lange am Tag Schule und bekommen eingeredet, dass man ein sehr hohes Niveau benötigt, um in der Gesellschaft zu bestehen. Der Unterricht, zu viel Lehrstoff, wodurch der Unterricht bis in den Nachmittag hinein geht und im Anschluss sollen noch extra Kurse belegt werden von den Schülern, sodass es keine Seltenheit ist das ein Schultag erst 18 Uhr zu Ende ist. Unter diesem enormen Druck müssen sie dann auch noch ihren Eltern "gefallen".
Das bereits erwähnte Kabuki-Theater spielt eine wichtige Rolle, wenn es um die Frage der gesellschaftlichen Einflüsse geht. Diese Schubladengesellschaft ist genauso als einer der wichtigsten gesellschaftlichen Einflüsse zu nennen. Zum einen unter den Fans, die die Bands in Subgenres einordnen. Solche sind beispielsweise Oshare Kei, Kawaii Kei, Angura Kei oder Nagoya Kei. Da viele Leute gesellschaftlich unterdrückt werden, wie zum Beispiel die Jugend, welche kaum Freiheiten besitzt irgendetwas machen zu dürfen. Manche Fans schleichen sich sogar heimlich nach der Schule zu Konzerten, stylen sich davor auf und bevor sie wieder zu Hause sind, sehen sie wieder so aus als seien sie den ganzen Tag in der Schule gewesen.
Musikalisch ist Visual Kei, wie bereits kurz erwähnt, sehr breit gefächert. Jede Unterart des Visual Kei hat seine eigne ganz spezielle Art und somit einen unverwechselbaren Klang. So hat zum Beispiel der bunte und fröhliche Oshare Kei Stil einen eher poppigen Sound. Die Band An Café ist eine der ersten Bands die in dieses Genre kamen. Sie haben sogar ein ganze eigenes und spezielles Motto für ihre Musik, "Nyappy". Es bezeichnet die Freude und das Glück was man im Leben hat. Der komplette Gegensatz dazu ist das Nagoya-Kei. Welches ein sehr dunkles, in Richtung Gothic gehendes Genre ist. Hierbei werden vor allem Verzweiflung und die eigenen Ängste auszudrücken. Egal in welchem Subgenre des Visual Kei man sich befindet, traditionelle Bestandteile sind immer vorhanden.
Die Texte sind oft sehr poetisch oder sogar nach Beispiel traditioneller japanischer Poesie nachempfunden.
Kyo, der Sänger der Band Dir en grey, verwendete meist morbide und ungewöhnliche Texte in seinen Songs, wie viele andere Bands auch. Diese Bands wären z.B. D'espairs Ray, Moi dix Mois, The GazettE, Nightmare, MUCC und Kagerou. Meist kann man aber auch ganz gewöhnliche Liebeslieder oder unzensierte Songs über die Lieblingsthemen und Schwerpunkte der heutigen Jugend (Sex und Missbrauch) wiederfinden. Wichtig ist es für die Sänger und deren Bandmitglieder zu sagen was Sache ist und kreieren somit eindeutige Bilder der strengen Gesellschaft. Besonders zu betonen ist, dass die Bands mit ihrem provokanten Aussehen versuchen sich aus ihrem Umfeld zu "befreien", sich zu zeigen und hervorzuheben. Sie wollen die strengen Fesseln lösen und präsentieren dies optisch und verbal.
Besonders auffällig ist, dass die Songwriter der Bands die Sänger selbst sind, Reime in den Liedern sind selten, was aber an der alten japanischen Lyriktradition liegt.
Es gibt auch im japanischen kaum Texte die ohne Fremdsprachen wie deutsch, französisch oder russisch aber am meisten fließen englische Wörter mit ein um ein breitgefächertes Publikum auch außerhalb Japans zu ergattern und ihnen den Inhalt verständlicher zu machen.
Bildquelle: © flickr.com/alainalele
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