Musik
Silbermond besser als Ich + Ich
Hon Gre
5. Oktober 2009 14:53 Uhr
53 Kommentare
Es waren ca. 1 Mio Menschen, die am vergangenen Samstag die deutsche Einheit feierten.
Hierfür wurden zwei deutsche Spitzenbands engagiert, die den Frierenden richtig einheizen sollten.
Die Veranstaltung begann bereits um 18 Uhr mit einigen kleineren Bands und Newcomern wie TOS, Revolverheld, Jennifer Rostock, Eisblume, The Rising Rocket, Andioliphilipp und Luft und Liebe.
Wer erst gegen 20:30 Uhr dort aufschlug, hatte große Mühe überhaupt noch einen Eingang zu finden, da man nicht einfach am Brandenburger Tor hindurch gehen konnte, sondern einen Riesenbogen machen und erst einmal parallel zu Straße des 17. Juni rund zwei Kilometer lang marschieren musste, um einen der letzten zugänglichen Eingänge zu erwischen.
Es waren Himmel und Menschen dort an diesem Tag der deutschen Einheit und als man sich durchgeschlagen hatte, konnte man sogar die Chance wahrnehmen direkt auf die Bühne zu schauen, um nicht eine der zahlreichen Großbildleinwände betrachten zu müssen, die alle 200 m aufgestellt waren. Aber auch das störte die Berliner und Zugereisten nicht, denn die Veranstalter hatten natürlich mit diversen Fress- und Saufbuden dafür gesorgt, dass es man jeder Stelle der sogenannten Fanmeile (wie sie seit der WM 2006 bei Großveranstaltungen heißt) ganz gut aushalten konnte.
Gegen 21 Uhr kamen dann Ich + Ich auf die Bühne und präsentierten alte Klassiker und laut Sänger Adel Tawil (der mit Ex-GZSZ-Star Jasmin Weber liiert ist) erstmals neue Songs ihres Albums "Gute Reise". Leider trat dabei der gewisse „Radioeffekt“, auch „mere exposure effect“ genannt auf. Lieder, die man abertausende Male im Radio gehört hatte, konnte man automatisch mitsingen, so banal der Text und so oberflächlich die Aussage auch war – man hatte sich an sie gewöhnt und mochte sie womöglich nur aus diesem Grund. Dies wurde einem schlagartig bewusst, als man die neuen Songs so gar nicht annehmen mochte – keine eingehenden Refrains, keine bezaubernde Melodie und vor allem wirklich einfallslose Texte. Die deutsche Sprache ist nun mal sensibler für das deutsche Ohr als die englische und sobald ein Reim gewollt und gepresst klingt, horcht der Deutsche auf und fühlt - Unbehagen. Andere der neuen Lieder blieben einfach nicht im Ohr, was sich aber durch die Radiobespielung in nächster Zeit sicherlich noch ändern wird. Wie auch immer diese Texte und Songs einzuschätzen sind – die Ich + Ich-Fans waren natürlich begeistert.
Zu bemerken war jedoch noch der Song „Stadt“, der ursprünglich von Adel Tawil und Cassandra Steen gesungen wird. Da Ich + Ich live mittlerweile ohne das zweite Ich Anette Humpe auftritt, kam für diesen Song Backgroundsängerin Maria Helmin nach vorne und performte mit Adel eine stimmgewaltigere Version als man es von Cassandra gewohnt war. Hut ab!
Als Silbermond gegen 22:15 Uhr auf die Bühne kamen, ging die Sonne auf. Im Gegensatz zu Ich + Ich merkte man sofort, dass es sich hier nicht nur um geistreiche und formschönere Texte handelt, sondern auch um eine gleichberechtigte Band, die auf Plakaten und auf der Bühne auch als solche wahrgenommen wird. Sängerin Stefanie Kloß hatte von vornherein eine unglaublich positive Ausstrahlung und schaffte es mit ihren jungen 24 Jahren das ganze Millionenpublikum in ihren Bann zu ziehen. Um die Leute warm zu machen, begannen Silbermond mit rockigen Nummern und alten Klassikern wie ihrer ersten Single „Durch die Nacht“. Aber auch „Meer sein“ und „Zeit für Optimisten“ durften natürlich nicht fehlen. Highlight hierbei war das Duett "Bis zum Schluss", zu dem eigens Deutschrapper Curse auf die Bühne kam.
Stefanies Entertainment-Repertoire reichte von Tausenden erhobenen Händen und Feuerzeugen über tanzende Leute aus dem Publikum auf der Bühne bis zu Kommunikationsschreien zwischen den hinteren und den vorderen Hundertausenden. Kurzum, sie verstanden es einfach die Leute zu unterhalten. Man muss dazu sagen, dass sich die Musiker auch wirklich weiterentwickelt haben. Sie singen zweite Stimmen während des Spielens und Schlagzeuger Andreas Nowak versteht es sehr gut auch schwierige Grooves wie bei „Irgendwas bleibt“ konstant zu halten. Fehlen dufte natürlich nicht der Zugabe-Schmachtfetzen „Symphonie“, der schon etwas wackliger klang, was der Sängerin jedoch bei ihrem vorherigen Bühnenmarathon nicht anzukreiden sein sollte.
Im Anschluss bildeten sich friedliche Truppen aller Berliner, Touristen und Besucher, die durch die Berliner Mitte sternförmig laufend ihren Weg nach Hause antraten. Alles in allem ein gelungener Abend zum 19. Jahrestag der Wiedervereinigung, auch wenn das die Berliner Stadtreinigung am nächsten Tag anders gesehen haben dürfte.
Wer erst gegen 20:30 Uhr dort aufschlug, hatte große Mühe überhaupt noch einen Eingang zu finden, da man nicht einfach am Brandenburger Tor hindurch gehen konnte, sondern einen Riesenbogen machen und erst einmal parallel zu Straße des 17. Juni rund zwei Kilometer lang marschieren musste, um einen der letzten zugänglichen Eingänge zu erwischen.
Es waren Himmel und Menschen dort an diesem Tag der deutschen Einheit und als man sich durchgeschlagen hatte, konnte man sogar die Chance wahrnehmen direkt auf die Bühne zu schauen, um nicht eine der zahlreichen Großbildleinwände betrachten zu müssen, die alle 200 m aufgestellt waren. Aber auch das störte die Berliner und Zugereisten nicht, denn die Veranstalter hatten natürlich mit diversen Fress- und Saufbuden dafür gesorgt, dass es man jeder Stelle der sogenannten Fanmeile (wie sie seit der WM 2006 bei Großveranstaltungen heißt) ganz gut aushalten konnte.
Gegen 21 Uhr kamen dann Ich + Ich auf die Bühne und präsentierten alte Klassiker und laut Sänger Adel Tawil (der mit Ex-GZSZ-Star Jasmin Weber liiert ist) erstmals neue Songs ihres Albums "Gute Reise". Leider trat dabei der gewisse „Radioeffekt“, auch „mere exposure effect“ genannt auf. Lieder, die man abertausende Male im Radio gehört hatte, konnte man automatisch mitsingen, so banal der Text und so oberflächlich die Aussage auch war – man hatte sich an sie gewöhnt und mochte sie womöglich nur aus diesem Grund. Dies wurde einem schlagartig bewusst, als man die neuen Songs so gar nicht annehmen mochte – keine eingehenden Refrains, keine bezaubernde Melodie und vor allem wirklich einfallslose Texte. Die deutsche Sprache ist nun mal sensibler für das deutsche Ohr als die englische und sobald ein Reim gewollt und gepresst klingt, horcht der Deutsche auf und fühlt - Unbehagen. Andere der neuen Lieder blieben einfach nicht im Ohr, was sich aber durch die Radiobespielung in nächster Zeit sicherlich noch ändern wird. Wie auch immer diese Texte und Songs einzuschätzen sind – die Ich + Ich-Fans waren natürlich begeistert. Zu bemerken war jedoch noch der Song „Stadt“, der ursprünglich von Adel Tawil und Cassandra Steen gesungen wird. Da Ich + Ich live mittlerweile ohne das zweite Ich Anette Humpe auftritt, kam für diesen Song Backgroundsängerin Maria Helmin nach vorne und performte mit Adel eine stimmgewaltigere Version als man es von Cassandra gewohnt war. Hut ab!
Als Silbermond gegen 22:15 Uhr auf die Bühne kamen, ging die Sonne auf. Im Gegensatz zu Ich + Ich merkte man sofort, dass es sich hier nicht nur um geistreiche und formschönere Texte handelt, sondern auch um eine gleichberechtigte Band, die auf Plakaten und auf der Bühne auch als solche wahrgenommen wird. Sängerin Stefanie Kloß hatte von vornherein eine unglaublich positive Ausstrahlung und schaffte es mit ihren jungen 24 Jahren das ganze Millionenpublikum in ihren Bann zu ziehen. Um die Leute warm zu machen, begannen Silbermond mit rockigen Nummern und alten Klassikern wie ihrer ersten Single „Durch die Nacht“. Aber auch „Meer sein“ und „Zeit für Optimisten“ durften natürlich nicht fehlen. Highlight hierbei war das Duett "Bis zum Schluss", zu dem eigens Deutschrapper Curse auf die Bühne kam. Stefanies Entertainment-Repertoire reichte von Tausenden erhobenen Händen und Feuerzeugen über tanzende Leute aus dem Publikum auf der Bühne bis zu Kommunikationsschreien zwischen den hinteren und den vorderen Hundertausenden. Kurzum, sie verstanden es einfach die Leute zu unterhalten. Man muss dazu sagen, dass sich die Musiker auch wirklich weiterentwickelt haben. Sie singen zweite Stimmen während des Spielens und Schlagzeuger Andreas Nowak versteht es sehr gut auch schwierige Grooves wie bei „Irgendwas bleibt“ konstant zu halten. Fehlen dufte natürlich nicht der Zugabe-Schmachtfetzen „Symphonie“, der schon etwas wackliger klang, was der Sängerin jedoch bei ihrem vorherigen Bühnenmarathon nicht anzukreiden sein sollte.
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Bildquelle: © Olaf Heine / Sony Music, © Universal Music/Felix Broede
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