Musik
Polen - Land des Death Metal
S A T A N
28. April 2010 18:14 Uhr
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Unser Nachbarland Polen wird, trotz sich mehr und mehr verbessernder Beziehungen zu Deutschland, von den Deutschen noch oft kritisch betrachtet. Es gilt als konservativ und erzkatholisch. Doch was sich im musikalischen Underground Polens entwickelt, hätten die meisten Deutschen wohl kaum erwartet.
Land des Death Metal
In den letzten Jahrzehnten hat sich in Polen eine wachsende Death Metalszene entwickelt, die einen Gegenpol zum stark prägenden Katholizismus bildet.
Als Veteranen müssen die hier die Mannen um Piotr "Peter" Wiwczarek von der Band Vader genannt werden, die seit 1983 aktiv sind und noch immer zur internationalen Speerspitze extremen Metals gehören. Eine weitere, sehr bekannte Formation sind Behemoth. Frontmann Adam "Nergal" Darski wurde vom polnischen Fernsehmoderator Jakub Wojewódzki als wohl berühmtester Künstler Polens bezeichnet, da Behemoth bereits in ganz Europa, Nord- und Südamerika spielten. Zudem erreichte ihr neuestes Album "Evangelion" in Polen Goldstatus.
Todesmetallische Vielfalt
Im Gegensatz zu den USA, wo sich ein sehr spezisfischer Stil, der sogenannte Florida Death Metal hervortat, kann man in Polen durchaus von einer Vielfalt von Death Metalstilen sprechen. Behemoth vermischen ihre Musik zum Beispiel mit Elementen des Black Metal, während Vader ihre Musik zielstrebig mit Thrash Metal durchprügeln oder sich Decapitatet vom Technical Death Metal angesprochen fühlen.
Metal der besonderen Art bieten Vesania : eine gelungene Mischung aus Death und Black, versetzt mit dezent atmospährischen Keyboardklängen. Und für alle Freunde besonders rohen musikalischen Gemetzels stehen die Brutal Death Metaller von Dies Irae zur Verfügung.
Gedankengut
Die Texte handeln hier meist nicht von Splatter, Gewalt, Mord und Totschlag,wie es bei Genrekollegen aus den USA (z.B. Cannibal Corpse , Six Feet Under) der Fall ist. Eher spielen gesellschaftskritische oder, aufgrund der dominierenden Katholischen Kirche, antireligiöse Themen eine Rolle. Behemoth-Mastermind und Frontbrüller Nergal beklagt, dass Polen als Nation zwar großes Potential hätte, die rückwärts gewandten politischen und religiösen Umstände es aber zurückhalten würden. Er umschreibt diese Tatsache so:
"Wenn du in einem Raum mit zwei Türen bist, bekommst du bei uns nur die Möglichkeit eine davon zu öffnen, alle Antworten sind vorgefertigt. Aber der Mensch sollte die Möglichkeit haben auch hinter die andere Tür blicken zu können. Er soll selbst entscheiden wie er sich entwickelt. In Polen bekommst du sofort eine Richtung vorgeschrieben."
Der Death Metal ist in Polen also eine Art Rebellion derer, die sich von den Umständen eingeengt fühlen.
Doch auch Nihilismus, der Krieg, Dämonen und Satanismus finden Eingang in die Texte de Bands. Sie alle stehen im krassen Gegensatz zu den etablierten Werten und den Dogmen der Kirche.
Kontroversen
Doch eben dieser Gegensatz ist bei Anhängern konservativ-katholischer Organisationen verhasst. Vielen Bands wird Satanismus vorgeworfen, obwohl sie diesen in ihren Texten zwar verarbeiten, jedoch nur als provokatives Mittel gebrauchen. So war es wieder einmal "Nergal" Darski der für Schlagzeilen sorgte: Er zeriss während eines Auftrittes in Danzig vor der Menge eine Bibel. Ryszard Nowak, Mitglied der nationalkonservativen Partei Polens verklagte ihn deshalb zweimal, doch beide Klagen wurden vor Gericht abgelehnt. Nowak hörte nicht auf, sondern Bezeichnete Nergal öffentlich als Kriminellen. Daraufhin wurde es diesem zu bunt, er verklagte Nowak seinerseits wegen Rufschädigung und gewann den Prozess.
Ein relativ kleiner Teil der Polen feiert die Szene zwar, doch haben solche Bands einen schweren Stand in ihrer eigenen Heimat, da sie von bereits angesprochenen Organisationen allzu oft verteufelt werden und bei der Bevölkerung wegen ihres Auftretens auf Ablehnung stoßen.
Trotzdem beitet diese Land für Freunde des guten alten Todesbleis einiges an Vielfalt, brachiale Nackenbrecher und tolle Live-Auftritte.
Für solche, die keinen Metal mögen, bietet der polnische Death Metal vielleicht eine andere Perspektive auf unser Nachbarland und vermag möglicherweise so manches Klischee verwischen.
In den letzten Jahrzehnten hat sich in Polen eine wachsende Death Metalszene entwickelt, die einen Gegenpol zum stark prägenden Katholizismus bildet.
Als Veteranen müssen die hier die Mannen um Piotr "Peter" Wiwczarek von der Band Vader genannt werden, die seit 1983 aktiv sind und noch immer zur internationalen Speerspitze extremen Metals gehören. Eine weitere, sehr bekannte Formation sind Behemoth. Frontmann Adam "Nergal" Darski wurde vom polnischen Fernsehmoderator Jakub Wojewódzki als wohl berühmtester Künstler Polens bezeichnet, da Behemoth bereits in ganz Europa, Nord- und Südamerika spielten. Zudem erreichte ihr neuestes Album "Evangelion" in Polen Goldstatus.
Todesmetallische Vielfalt
Im Gegensatz zu den USA, wo sich ein sehr spezisfischer Stil, der sogenannte Florida Death Metal hervortat, kann man in Polen durchaus von einer Vielfalt von Death Metalstilen sprechen. Behemoth vermischen ihre Musik zum Beispiel mit Elementen des Black Metal, während Vader ihre Musik zielstrebig mit Thrash Metal durchprügeln oder sich Decapitatet vom Technical Death Metal angesprochen fühlen.
Behemoth, Vader und Decapitated spielen dieses Jahr sämtlich auf dem Metalfest Open Air, einem internationalen Festival in Dessau. Behemoth werden als einer der Headliner fungieren.
Metal der besonderen Art bieten Vesania : eine gelungene Mischung aus Death und Black, versetzt mit dezent atmospährischen Keyboardklängen. Und für alle Freunde besonders rohen musikalischen Gemetzels stehen die Brutal Death Metaller von Dies Irae zur Verfügung.
Gedankengut
Die Texte handeln hier meist nicht von Splatter, Gewalt, Mord und Totschlag,wie es bei Genrekollegen aus den USA (z.B. Cannibal Corpse , Six Feet Under) der Fall ist. Eher spielen gesellschaftskritische oder, aufgrund der dominierenden Katholischen Kirche, antireligiöse Themen eine Rolle. Behemoth-Mastermind und Frontbrüller Nergal beklagt, dass Polen als Nation zwar großes Potential hätte, die rückwärts gewandten politischen und religiösen Umstände es aber zurückhalten würden. Er umschreibt diese Tatsache so:
"Wenn du in einem Raum mit zwei Türen bist, bekommst du bei uns nur die Möglichkeit eine davon zu öffnen, alle Antworten sind vorgefertigt. Aber der Mensch sollte die Möglichkeit haben auch hinter die andere Tür blicken zu können. Er soll selbst entscheiden wie er sich entwickelt. In Polen bekommst du sofort eine Richtung vorgeschrieben."
Der Death Metal ist in Polen also eine Art Rebellion derer, die sich von den Umständen eingeengt fühlen.
Doch auch Nihilismus, der Krieg, Dämonen und Satanismus finden Eingang in die Texte de Bands. Sie alle stehen im krassen Gegensatz zu den etablierten Werten und den Dogmen der Kirche.
Kontroversen
Doch eben dieser Gegensatz ist bei Anhängern konservativ-katholischer Organisationen verhasst. Vielen Bands wird Satanismus vorgeworfen, obwohl sie diesen in ihren Texten zwar verarbeiten, jedoch nur als provokatives Mittel gebrauchen. So war es wieder einmal "Nergal" Darski der für Schlagzeilen sorgte: Er zeriss während eines Auftrittes in Danzig vor der Menge eine Bibel. Ryszard Nowak, Mitglied der nationalkonservativen Partei Polens verklagte ihn deshalb zweimal, doch beide Klagen wurden vor Gericht abgelehnt. Nowak hörte nicht auf, sondern Bezeichnete Nergal öffentlich als Kriminellen. Daraufhin wurde es diesem zu bunt, er verklagte Nowak seinerseits wegen Rufschädigung und gewann den Prozess.
Ein relativ kleiner Teil der Polen feiert die Szene zwar, doch haben solche Bands einen schweren Stand in ihrer eigenen Heimat, da sie von bereits angesprochenen Organisationen allzu oft verteufelt werden und bei der Bevölkerung wegen ihres Auftretens auf Ablehnung stoßen.
Trotzdem beitet diese Land für Freunde des guten alten Todesbleis einiges an Vielfalt, brachiale Nackenbrecher und tolle Live-Auftritte.
Für solche, die keinen Metal mögen, bietet der polnische Death Metal vielleicht eine andere Perspektive auf unser Nachbarland und vermag möglicherweise so manches Klischee verwischen.