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Musik

Billy Talent - Billy Talent III

Gelöschter Nutzer
13. August 2009 15:25 Uhr
74 Kommentare
Neulich im Billy-Talent-Proberaum: "Hey Ben, wie soll euer Album eigentlich heißen?" "Puh, öhm ja....gute Frage... Ian, hast du ne Idee?" "Das wievielte isse denn.....das dritte...na da haben wir's doch!"....
So oder so ähnlich muss es wohl abgelaufen sein, als die kanadische Band "Billy Talent" ihr drittes Album "Billy Talent III" auf eben diesen Namen taufte. Aber schließlich kommt's ja nicht auf kreative Namensgebung an, sondern auf das, was der Nachfolger des sehr erfolgreichen "Billy Talent II" musikalisch so zu bieten hat.

Sänger Ben ganz nah bei den Fans

Und das ist in erster Linie knalliger Alternative-Rock mit den für die aus Ben Kowalewicz (Gesang), Ian D'Sa (Gitarre), Jon Gallant (Bass) und Aaron Solowoniuk (Schlagzeug) bestehende Band typischen Stilelementen: prägender Gitarrenklang, ein stets hörbarer Bass, knallendes Schlagzeug und eine markante Stimme. Allerdings fällt auf, dass Aaron nicht mehr so oft so schnell zuhaut wie noch auf dem Vorgänger. Gitarre und Bass stechen weiterhin schlichtweg genial hervor und Ben verlegt sich etwas weniger aufs Schreien und dafür mehr auf wirklichen Gesang. Was nicht heißt, dass die Songs dadurch ruhiger wirken. Der sehr gute Klang der Scheibe ist auch dem Produzenten Brendan O'Brien zu verdanken – der Mann hat schließlich schon einiges an Erfahrung u. a. mit dem letzten AC/DC-Album "Black Ice" gesammelt: alles steht genau dann im Vordergrund, wenn es das soll und sonst fügen sich die einzelnen Instrumente zu einer homogenen Masse zusammen.
Die Struktur der Songs gleicht sich häufig, bei manchen Stücken fällt auf, dass der zweite Refrain länger als der erste erscheint. Zudem verfügen viele Songs sowohl über Soli als auch über Zwischenparts. Ohrwurmanfälligen Hörern sei gesagt, dass dieses Album einige wirklich hartnäckige Exemplare dieser Gattung zu bieten hat – einmal gehört, wird man sie nicht wieder los. Dazu zählen unter anderem die melancholische erste Single "Rusted From The Rain", der Opener "Devil On My Shoulder", das atmosphärische "The Dead Can't Testify" oder das emotionale "White Sparrows", um nur 4 von 11 in der Regel sehr guten Songs zu nennen. Einzigartig werden viele Titel durch den perfekten Einsatz des Backgroundgesangs, bestehend aus Ians und Jons Stimmen.

Schlagzeuger Aaron in Action

Ohne Zweifel bestätigt dieses gute Album den Status der Kanadier als eine der ganz großen Punk/Alternative-Bands. Aber viel mehr tut es auch nicht, große Innovationen oder Neuerungen sucht man vergebens. Der Sound wurde an manchen Stellen verändert, verfeinert und neu verkleidet, aber im Kern bleibt es beim Alten. Sie bleiben ihrem Stil treu, und genau das wollen die Fans ja auch hören. Eine versuchte komplette Neuerfindung ist ja auch keine wirklich ernstzunehmende und nötige Alternative. Dennoch, für ihren nächsten Silberling sollten die Jungs sich etwas Neues einfallen lassen. Und sollten jetzt schon einige Schlauberger auf die Idee kommen, den Namen des nächsten Albums bereits zu kennen, denen sei gesagt, dass Schlagzeuger Aaron sich jüngst in einem Interview geäußert hat und nicht glaubt, dass die nächste Scheibe auf den Namen "IV" hören wird. Da sage noch einer, die Jungs wären nicht kreativ.
Bildquelle: © Warner Music Group, © Warner
redakteur
8. Februar 2012 14:24 Uhr