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Wunderpille gegen Alkoholismus
Hon Gre
15. Oktober 2009 15:26 Uhr
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An der Berliner Charite können im Moment eventuell Meilensteine zur Suchtforschung gesetzt werden. Ein Medikament namens Baclofen wird hochgehandelt, da es anscheinend das Suchtverhalten und den Jieper auf Alkohol unterdrücken kann.
Medikament auf Umwegen
Auch Viagra war zunächst ein erfolgloses Herzmedikament. Es sollte damals ursprünglich gefäßerweiternd wirken und den Blutdruck senken.
Ursprünglich wurde Baclofen eingesetzt, um spastischen Lähmungen entgegen zu wirken, aber nun probieren es immer mehr Ärzte und Patienten aus – mit Erfolg. Im Fernsehen häufen sich die Berichte über Selbstversuche. Manche Probanden vertragen das Mittel nicht, bei manchen tut sich kaum etwas, manche trinken weniger, sind aber unglücklich und etliche haben überhaupt gar kein Verlangen mehr. Auch Viagra war zunächst ein erfolgloses Herzmedikament. Es sollte damals ursprünglich gefäßerweiternd wirken und den Blutdruck senken.
Der Direktor des Instituts für Psychiatrie und Psychotherapie Andreas Heinz von der Charite berichtete im Spiegel, er würde das Mittel jetzt im kontrollierten wissenschaftlichen Rahmen an vier Alkoholpatienten testen. Auf die Ergebnisse darf man sehr gespannt sein. Denn inspiriert wurde der Versuch durch den französischen Kardiologen Olivier Ameisen, der behauptet sich im Selbstversuch mittels dieser Pillen vollständig von Alkoholsucht geheilt zu haben. Er experimentierte sogar mit der dreifachen Dosierung, dokumentierte jedoch alles akribisch. Mittlerweile könne er wohl sogar wieder ab und an ein Glas Wein trinken, ohne komplett rückfällig zu werden.
Bisher gab es schon einen Versuch zu einer Wunderpille gegen Alkohol. 2007 eroberte das Mittel Topiramat die Schlagzeilen. Im Gegensatz zu einer Kontrollgruppe ohne das Medikament, erlebten die Medizierten damals 8,44% weniger Suchtverlangen, so Focus online 2007. Eine vielleicht zu geringe Differenz, um es wirklich in die medizinische Anwendung zu schaffen. Die Nebenwirkungen waren damals: Kribbelempfindungen in Armen und Beinen, ein veränderter Geschmackssinn, Appetitlosigkeit und Konzentrationsstörungen. Bleibt nur zu hoffen, dass mit dem jetzigen Präparat Baclofen und dem Willen der Betroffenen ein Medikament entwickelt wird, das all den Anforderungen standhält und sich auf dem Markt etablieren kann.
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