Lifestyle
"Schade um den schönen Sex"
Lasse Manschwetus
4. Februar 2010 17:32 Uhr
205 Kommentare
Wer sich gerne an den eigenen "erogenen Problemzonen streichelt, nämlich der Schwer- und der Sanftmut", ist mit dem neuen Roman "Schade um den schönen Sex" des Autors Simon Borowiak bestens beraten.
"Solch ein Vermutungszug spielt sich folgendermaßen ab: Man steht rum wie Pik Sieben, guckt mit Pokerface in ein Menschengewühl, und während man von Weitem aussieht wie ein Hartz-IV-Empfänger in der Mittagspause, notiert das Hirn alle vorüberschwankenden, vorbeihastenden Kleinigkeiten und baut sie hinter dem Pokerface eilig und ratternd zu kompletten Biographien zusammen." So lässt sich die Weltanschauungs-Attitüde Borowiaks relativ klar darstellen.
Oder wie auf jpc.de zu lesen ist: "10% Beobachtung und 90% Unterstellung – damit liegt man nie falsch." Wer nicht ungefähr etwas mit dieser Beschreibung anfangen kann, sollte womöglich die Finger von diesem Roman lassen. Ansonsten könnten manche Naivitäten leicht demoliert werden.
Der Plot ist schnell erzählt. Zwei Freunde fahren in den Urlaub nach Ventimiglia, machen dort allerlei illustre Bekanntschaften, unter anderem mit einem homosexuellen Blinden und einer Familie, bestehend aus Alkohol abhängigen Eltern und einer vernachlässigten 13-jährigen Tochter.
Während dieser Odyssee durch die Gesellschaft unserer Zeit treten immer mehr Abgründe der Menschlichkeit zutage und hinterlassen tiefe Narben in den Gehirnwindungen des Lesers. Doch wird dies in keinem Fall fade, vielmehr steigert sich die Gier nach immer mehr Erläuterungen wie folgender Art: "Das wäre etwa so zynisch, als würde man einem hungrigen Kind angesichts seines leeren Tellers sagen: "Die Kinder in Hollywood wären froh, wenn sie mal so wenig Kalorien..."
Wer nach diesen kleinen Appetithäppchen einen See aus Flüssigkeiten in der oralen Zone vorweisen kann, sollte schleunigst den Bücherdealer seines Vertrauens aufsuchen und sich selbst einen Gefallen tun. Schließlich gilt es, den eigen Ennui auch zu pflegen.
Simon Borowiak - "Schade um den schönen Sex"
Eichborn-Verlag, Oktober 2009
16,95€ 213 Seiten
Oder wie auf jpc.de zu lesen ist: "10% Beobachtung und 90% Unterstellung – damit liegt man nie falsch." Wer nicht ungefähr etwas mit dieser Beschreibung anfangen kann, sollte womöglich die Finger von diesem Roman lassen. Ansonsten könnten manche Naivitäten leicht demoliert werden. Der Plot ist schnell erzählt. Zwei Freunde fahren in den Urlaub nach Ventimiglia, machen dort allerlei illustre Bekanntschaften, unter anderem mit einem homosexuellen Blinden und einer Familie, bestehend aus Alkohol abhängigen Eltern und einer vernachlässigten 13-jährigen Tochter.
Während dieser Odyssee durch die Gesellschaft unserer Zeit treten immer mehr Abgründe der Menschlichkeit zutage und hinterlassen tiefe Narben in den Gehirnwindungen des Lesers. Doch wird dies in keinem Fall fade, vielmehr steigert sich die Gier nach immer mehr Erläuterungen wie folgender Art: "Das wäre etwa so zynisch, als würde man einem hungrigen Kind angesichts seines leeren Tellers sagen: "Die Kinder in Hollywood wären froh, wenn sie mal so wenig Kalorien..."
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Simon Borowiak - "Schade um den schönen Sex"
Eichborn-Verlag, Oktober 2009
16,95€ 213 Seiten
Bildquelle: © stock.xchng
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