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Lifestyle

Polyamorie

J. N. H.
1. Februar 2010 20:12 Uhr
250 Kommentare
Die Liebe geht oft unerklärliche Wege und so gibt es Menschen, welche ehrliche und offene Beziehungen zu mehr als einem Partner führen – sogenannte Polyamoristen. Polyamoröse Beziehungen können bis zu 30 Personen gleichzeitig umfassen.
In Deutschland leben laut focus.de etwa 600 bis 6000 Polyamoristen. Der Name Polyamorie setzt sich aus „poly“ (griech.= viel) und „amor“ (lat. = Liebe) zusammen und beschreibt die die Partnerschaft zu mehr als einer Person. Das besondere daran ist, dass alle Beteiligten voneinander wissen und damit einverstanden sind, dass der Partner auch zu anderen eine intime Beziehung führt. Während sich einige Polyamoristen eine Wohnung mit ihren ganzen Partnern teilen, stricken andere ihre Beziehungen international. So kann es sein, dass ein Beziehungsgeflecht bis zu 30 Personen umfasst. Auch kommt es nicht selten vor, dass ein Beziehungsgeflecht mehrere Generationen – meist zwei oder drei – verbindet. Die oberste Regel hierbei ist Ehrlichkeit, wodurch jeder über alle anderen Partner informiert wird. Polyamorie ist hierbei nicht mit Polygamie, der sogenannten „Vielehe“ zu verwechseln, welche in Deutschland per Gesetz verboten ist.



Verglichen mit „Swingern“, welche sich mit Wildfremden zum Partnertausch treffen, geht es Polyamoristen nicht nur um die Abwechslung beim Sex. Vielmehr suchen sie Liebe in einem größeren Ausmaß. Mitunter vereinen derartige „Love-Communities“ ganze Familien. Polyamorie gilt in den USA als richtige Bewegung, welche durch die Organisation „Loving More“ gefördert wird. Diese umfasst etwa 200.000 Anhänger und fordert die Gleichstellung von Polyamorie und Ehe. So sollen auch Polyamoristen bei Unfällen Auskünfte über den Gesundheitszustand des Partners bekommen, erbberechtigt sein und ein gemeinsames Sorgerecht erhalten dürfen. Bei den konservativen Sittenwächtern der USA stößt dies natürlich auf Unverständnis.

Im Blick auf Europa zeichnen sich auch hier deutliche Wellen ab. So wurde in den Niederlanden erst kürzlich von 40 000 Menschen eine Petition zur gesetzlichen Anerkennung der polyamorösen Lebensweise unterzeichnet, welche dem Parlament in Den Haag vorliegt. In Deutschland halten sich die Polyamoristen politisch bislang zurück. Einer ihrer Vorreiter ist Felix Ihlefeldt, Autor des Buches „Wenn man mehr als einen liebt“, welcher die juristische Öffnung der seit 2001 für Homosexuelle geltenden „eingetragene Lebenspartnerschaft“ fordert. Er sieht die Gleichstellung der Polyamorie als dringend erforderlich an. „Die wenigsten monogamen Paare sind auf Dauer glücklich.“, so Ihlefeld.

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Bei vielen Partnern bedarf es allerdings auch einer guten Organisation, weshalb viele Polyamoristen richtige Schlafpläne oder Rotationssysteme entwickeln. Um dies zu erlernen gibt es richtige Konferenzen, welche unter dem Namen Trasks Loving-More-Konferenzen stattfinden. Das größte Problem einer polyamorösen Partnerschaft ist die Eifersucht, welche unter den „Polys“ als hässlicher Makel gilt. Um dagegen anzukämpfen halten sich viele an die sogenannte „Compersion“ - eine Denkweise nach dem Leitsatz : „Freu dich, dass noch weitere Menschen deinen Partner lieben und mit ihm schlafen. Es ist gut für ihn.“ Probleme, welche sich dadurch nicht beheben lassen, werden gemeinsam diskutiert.
Bildquelle: © stock.xchng
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22. Mai 2012 15:05 Uhr