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Lifestyle

Metro 2034

Thomas M.
5. Dezember 2009 07:00 Uhr
39 Kommentare
Mit seinem am 1. November 2009 in Deutschland erschienen Roman „Metro 2034“ bildet Dmitry Glukhovskys die Fortsetzung seines Romans „Metro 2033“, welcher Ende 2008 veröffentlicht wurde. Der Leser taucht erneut in den Moskauer Untergrund ab und sieht sie aus einer anderen Perspektive.
Knapp 20 Jahre nach dem letzten Krieg der Menschheit liegt alles in Schutt und Asche. Moskau, einst das florierende Herz Russlands, ist selbst nur noch der Schatten einer Hauptstadt inmitten ihres toten Reiches. Das Denken der wenigen Überlebenden reicht kaum noch über die Tunnel der Metro hinaus. Dieses U-Bahnnetzwerk, welches mehreren tausend Menschen das Leben rettete, hat sich in einen Ort ohnegleichen verwandelt. In den atombunkerartigen Tunneln haben sich mehrere Zwergstaaten entwickelt, so zum Beispiel die Hanse – die Gemeinschaft der Ringstationen, die sämtliche Linien miteinander verbindet, durch den Handel floriert und den Menschen ein Leben im Reichtum ermöglicht, die Polis – die vier zentralen Metrostationen, die ihre Aufgabe in der Bewahrung des alten Wissens sehen und die Universitätdie smaragdene Stadt, verborgen vor den Metrobewohnern hinter eingestürzten Tunneln, angeblich mit einer unglaublichen Sammlung von Wissen, Technologie und Kultur gesegnet – so erzählen es sich die Menschen in der Metro jedenfalls.

Nur selten treibt es andere als die ‚Stalker', schwerbewaffnete Söldner, die die Oberfläche nach allem absuchen, was nützlich sein könnte, aus den verhältnismäßigen sicheren Mauern im Untergrund. Denn schon hier drohen stellenweise Strahlung, giftige Gase und der allgegenwärtige Tunnelwahnsinn. Doch an der Oberfläche lauern Schrecken, die diese Gefahren fast nichtig werden lassen. Und hin und wieder finden auch sie ihren Weg in die Metro…



Wie der Titel erahnen lässt, spielt die Handlung ein Jahr nach den Ereignissen des ersten Buches (newspoint berichtete darüber). Alles beginnt an der Sewastopolskaja, der südlichsten bekannten Metrostation Moskaus. Das Leben ist schwer, doch haben die Sewastopoler etwas, was ihnen Geld, Nahrung und Munition sichert: Strom. In den teils gefluteten Tunneln und den unterirdischen Flüssen haben sie unzählige Wasserräder errichtet. Den Strom liefern sie an die Hanse. Im Gegenzug werden ihnen Güter gegeben, die sie jedoch selber in Karawanen zu ihrer Station transportieren müssen. Ab und an findet sogar ein Päckchen Tee der WDNCh, dem Ausgangspunkt des ersten Buches, seinen Weg dorthin. Außerdem haben sie alle Hände mit der Verteidigung ihrer Station zu tun: Der Tod kriecht durch alle Rohre und Risse in die Tiefe zu ihnen. Doch mit Munition halten sie sehr gut durch. Eines Tages jedoch kehrt die Karawane, deren komplette Reise knapp einen Tag dauert, nicht zurück. Tag um Tag wird gewartet, Suchttrupps ausgesendet, die nicht zurückkommen.

Schließlich fasst der Brigadier, wie man den Anführer eines Wachpostens der Sewastopolskaja nur nennt, den Entschluss, der Sache nachzugehen. Er ist Hunter, der Stalker des ersten Teiles, der Artjom, Protagonist des ersten Teiles, auf seine Reise sandte und danach spurlos verschwand. Er hat sich geändert und birgt Geheimnisse in sich, die ihn langsam zu verzehren drohen. Doch niemand wagt es, ihm die Expedition zu verbieten. Mit sich nimmt er den alten Homer, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, ein großes Epos zu verfassen und durch ihn Unsterblichkeit zu erlangen. So machen sie sich auf, das Geheimnis zu lüften. Doch das Problem erweist sich als größer als erwartet und so beginnt eine Reise quer durch die Metro.


Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt: Zum einen Homer, der alles durch die Augen einen großen Philosophen sieht, den das Problem plagt, keine wirkliche Muse zu finden. So entschließt er sich, einfach seine Erlebnisse niederzuschreiben, während er Hunter folgt. Dann die 17-jährige Sascha, die mit ihrem Vater in der Verbannung lebt und schließlich in die große Metro aufbricht, auf die sich ihr komplettes Leben beschränkt. Sie kennt nichts außer zwei ganzen Stationen, die ihre Welt bilden. Für sie ist alles eine faszinierende neue Erfahrung. Den dritten Handlungsstrang bildet die Geschichte eines Charakters, der wie Hunter schon aus dem ersten Buch bekannt ist. Man findet noch weitere bekannte Charaktere, trifft interessante neue und kehrt an bekannte Orte zurück, die in der Betrachtungsweise der verschiedenen Personen jedoch in anderem Licht erscheinen lassen können. Schließlich laufen die Handlungsstränge zusammen und formen ein gemeinsames Ende in dem kalten Metrogemäuer, welchem hier natürlich nicht vorgegriffen wird.

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Das Buch umfasst 528 Seiten und damit knapp 200 Seiten weniger als der Vorgänger. Das Buch liest sich relativ fließend und ist verhältnismäßig schnell zu bewältigen. Spannung, Horror und Verwirrung mischen sich in den düsteren Gängen und schaffen eine fulminante Fortsetzung, die für den einen oder anderen vielleicht mehr oder weniger an den Schwächen des Vorgängers leiden mag. Das unverbrauchte Szenario und die interessante Umsetzung lassen jedoch leicht darüber hinwegsehen. An diesem Punkt folgt eine klare Leseempfehlung für alle, die das Thema anspricht.

Zuletzt sei noch das Computerspiel Metro 2033 erwähnt, welches, die Thematik aufgreifend, laut Publisher THQ im ersten Quartal 2010 erscheinen soll. Fans der Bücher und an der Thematik Interessierte sollten ein Auge darauf behalten und die Atmosphäre der Bücher durch eine hoffentlich gelungene visuelle Umsetzung untermalen lassen.
Bildquelle: © stock.xchng, © flickr.com/ Borya
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redakteur
22. Mai 2012 14:51 Uhr