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Lifestyle

McDonald's - Ich liebe es

Julian L
15. September 2009 13:42 Uhr
446 Kommentare
McDonald's- Ich liebe es, dieser Satz ist in der heutigen Zeit bekannter, wie kaum ein anderer. Man verbindet mit ihm Fast Food, Hamburger, Cheesburger und [I]Ronald McDonald[/I]. Doch dieses heutige Weltmachtunternehmen hat kleine Wurzeln, die noch gar nicht so lange zurück liegen.
Der erste Schritt
Die McDonald's Geschichte fängt mit den beiden Brüdern Richard und Maurice McDonald an, welche Mitte der 30er Jahre die Idee hatten, nach Hollywood zu gehen, da sie dort die besten Zukunftsaussichten sahen. Bald hatten sie ihr eigenes Kino, waren jedoch nicht in der Lage, hundert Dollar für die monatliche Pacht aufzubringen und so waren sie immer auf der Suche nach besseren Geschäften.
1937 eröffneten sie, wie so viele in dieser Zeit, ein Drive-in in Kalifornien. Das Geschäft lief gut und 1940 entstand ein wesentlich größeres Drive-in in San Bernardino. Bei einem Umsatz von 200.000 Dollar gehörten sie auf einen Schlag zu den reichsten Bewohnern in San Bernadino. Doch die Konkurrenz wuchs und die Kosten wurden immer höher.
Der Weg aus diesem Problem war ein Selbstbedienungs-Restaurant. Günstige Produkte, kein Personalproblem und schnellere Selbstbedienung schienen die Lösung zu sein.
Im Herbst 1948 wurde alles auf die neue Geschäftsidee zugeschnitten. Die Küche wurde auf Massenproduktion umgestellt und Personal entlassen. Doch schon kurz nach der Eröffnung ging der Umsatz aufgrund verärgerter Stammkunden zurück. Jugendliche waren die Helfer in der Not. Aufgrund des billigen Essens, konnten es sich selbst arbeitsreiche Familien leisten, außer Haus zu essen. Der Legende nach soll der allererste Kunde ein neunjähriges Mädchen gewesen sein, das ein paar Hamburger für die Familie geholt hat. Die Brüder gaben dem Personal den Auftrag, sich ganz besonders um Kinder zu kümmern.

Nach einem Jahr schon konnten die beiden Brüder Rekordumsätze verzeichnen. Währenddessen waren sie immer auf der Suche nach noch schnellerer Produktion. Dafür entwarfen sie eigens für ihre Küche gefertigte Geräte. Personal konnte nun schnell angelernt werden, Fachkräfte waren dafür nicht mehr nötig und weniger Lohn wurde gezahlt. Der Umsatz stieg pro Jahr auf 300.000 US-Dollar.
Im Juli 1952 veröffentlichte das American Restaurant Magazine einen Artikel über den neuen Restaurant-Typ, was den Brüdern so viele Anrufe, Briefe und Besuche einbrachte, dass sie nur noch mit Besprechungen beschäftigt waren. Die Idee zum Aufbau eines Franchisesystems war geboren. Mit der Überschrift "Dies sind vielleicht die wichtigsten sechzig Sekunden Ihres Lebens" suchten sie in einer Anzeige nach Franchisenehmer.
Tausend Dollar Lizenzgebühr und der Franchisenehmer bekam einen Plan für die Küche, eine Beschreibung des Systems und er durfte sich auch McDonald nennen. Doch ein Problem war, dass die Brüder jedem Besucher großzügig alles erklärten und Informationen preisgaben, sodass niemand eine Franchise-Lizenz brauchte, um ihr Erfolgsgeheimnis zu ergründen. Schon 1952 kam der erste Nachahmer mit seinem Restaurant.

Ray-Kroc - der wahre Gründer
Ray Kroc vertrieb Multimixer und verdiente so sein Geld. Doch kaum ein Restaurant brauchte mehr als einen Multimixer, bis Richard und Maurice kamen. Als sie 1954 ihren zehnten Multimixer bei ihm kauften, wurde er neugierig und schaute bei ihnen vorbei. Er erkannte die einmalige Chance in diesem Geschäft und wollte einsteigen. Er erfuhr, dass die Brüder einen Vertreter suchten, der ihr Franchise- Geschäft ins rollen bringen sollte.
Ray Kroc bekam das Recht, überall in Amerika Franchisenehmer für das Geschäftsmodell zu werben. Kroc wollten langfristig eine erfolgreiche Kette aufbauen, in der alle Geschäfte in der Kette, die gleichen Produkte, die gleichen Preise und Qualität hätten. Er verlangte im Gegensatz zur Konkurrenz nicht mehr als 950 Dollar für Lizenzen, da er sie nicht verkaufte, sondern gewährte. So bekam ein Franchisenehmer, bei Verweigerung der Anweisungen Ray Krocs, keine weiteren Lizenzen und konnte so keinen größeren Schaden im System anrichten. Für alle Franchisenehmer entwarf er ein Handbuch, das mit dem Satz. "Die einzige richtige Methode ist folgende..." begann. In diesem Buch wurde aufgelistet, welche Temperatur die Fritten haben sollten, wie man einen Hamburger oder Milchshake macht, wie was gereinigt wird und wie oft. Das Buch enthielt Fragebögen mit denen die Franchisenehmer den Zustand des Restaurants prüfen konnten. Das erste Handbuch hatte 25 Seiten. Doch im Laufe der Zeit wurden es immer mehr, bis hin zu 600 Seiten.
Die Kette sollte von Kalifornien aufgebaut werden, doch Kroc hatte seine Zentrale in Chicago und hatte so nicht die Chance, seine Franchisenehmer zu kontrollieren. Seine neuen Lizenznehmer experimentierten mit neuen Produkten und (höheren) Preisen und vernachlässigten das, worauf Kroc wert gesetzt hatte.

Er gewann neue Franchisenehmer in den Reihen seiner reichen Freunde in Chicago, doch diese sahen in dem Restaurant keine Hauptbeschäftigung, sondern ein Nebeneinkommen zu ihrem normalen Job, und auch sie fingen an Preise zu erhöhen. Durch Mund-zu-Mund Propaganda fand Kroc Lizenznehmer die bereit waren in ganzes Vermögen und ihren Job zu riskieren, um lange für ihr neues Geschäft zu arbeiten. Ihr Engagement zahlte sich aus und festigte das Image, dass eine Lizenz genauso viel wert sei, wie ein Haupttreffer in der Lotterie: Was wiederum neue Lizenznehmer einbrachte.
Ein ursprünglich für die Immobilienerschließung zuständiger Mitarbeiter Krocs, Harry Sonneborn, hatte das Konzept entwickelt, Hamburger- und Immobiliengeschäft untrennbar miteinander zu koppeln, indem Franchisenehmer zukünftig umsatzabhängige Pachten zahlen mussten. Partnerschaften mit anderen Großkonzernen sicherten die für diese Entwicklung wichtigen "Hamburger Umsätze" strategisch ab. Beispiele sind die Kooperationen mit Coca Cola oder Walt Disney. Der Vertrag mit den Brüdern sah vor, dass Kroc für die Expansion der Unternehmen zuständig war und die Brüder die Kontrolle über die Produktionen behielten. 1961 wurde Kroc unzufrieden mit dieser Konstellation. Die wohlhabenden Brüder stimmten nach einigen Verhandlungen ab, den Markenartikel McDonald's für 2,7 Mio. US $ an Ray Kroc zu verkaufen. Kroc lieh sich das Geld hierzu von einigen Anlegern. Die Brüder durften ihr einstiges Restaurant “The Big M“ geöffnet lassen, doch Kroc bootete die Brüder aus und eröffnete auf der anderen Straßenseite ein McDonald's. Hätten die Brüder ihren Vertrag beibehalten, indem sie jährlich 0,5% der Einnahmen garantierten, würden sie heute fast 180 Mio. $ pro Jahr erhalten.

Heute haben McDonald's ca. 31.000 Restaurants in über 100 Ländern unter der eigenen Marke. In den USA leben 50% der Bewohner keine 3 Minuten von der nächsten McDonald's Filiale entfernt. In Deutschland kommt im Schnitt alle 16 Km eine Filiale. In China gilt McDonald's als Statussymbol. Die höchste McDonalds-Filialen-Dichte findet man in Manhattan, alle 400 Meter trifft man dort auf ein Geschäft. 2008 betrug der Umsatz des Konzerns weltweit rund 22,8 Mrd. US-$, der Gewinn belief sich auf ca. 3,5 Mrd. US-$. Am 4.Dezember 1971 eröffnete die erste deutsche Filiale in der Martin-Luther-Straße in München.
McDonald’s unterstützen aber auch soziale Projekte, wie das marokkanische SOS-Kinderdorf, oder sogenannte Ronald-McDonald Häuser, die im Umfeld von überregional wichtigen Kinderkliniken zur gemeinsamen Unterbringung von Familien während der Behandlung schwer kranker Kinder dienen.

Mehr Infos:
http://www.mcdonalds.de
autor
redakteur
22. Mai 2012 14:50 Uhr