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Lifestyle

Man kann sich nicht auf Dauer trennen

miep miep
17. August 2009 12:31 Uhr
247 Kommentare
Die Hose ist zu eng, die Jacke geht nicht zu und die Waage scheint sich einen auch zum Feind machen zu wollen.
Diese Probleme kennen sicher einige zur Genüge. Sobald man den Weg zur Waage antritt ist noch alles in Ordnung. Hat man aber festgestellt, dass die Zahl um ein weiteres Kilogramm gestiegen ist, sitzt der Schock tief. Dabei hat man sich doch die letzte Woche über so viel Mühe beim Abnehmen gegeben. Naja gut, der Besuch bei der Eisdiele kann ja jetzt nicht so ausschlaggebend sein oder das Pizzaessen mit Freunden oder der Kuchen am Sonntag. Ach ja, da war noch die Bestellung beim Griechen.
Spätestens da wird klar, man hat es wiedermal vermasselt.
Aber was macht es denn so schwer an diesen ganzen leckeren Sachen vorbei zu gehen, die einen am Abnehmen hindern?
Es ist doch bekannt, dass sich in ihnen diese kleinen fiesen Monster namens Kalorien verstecken. Sobald man einen Muffin verdrückt hat, gibt man ihnen die Möglichkeit sämtliche Klamotten enger zu machen. Doch zum Glück gibt es da ja noch Zeitschriften und Werbesendungen, die eine große Auswahl von Diäten anbieten. Natürlich funktionieren die auch alle fabelhaft. So hat zum Beispiel Claudia S. (48) innerhalb von zwei Monaten 10kg abgenommen, mit Weight Watchers. Auch Susanne L. (35) hat mit der Brigitte-Diät eine Menge Pfunde verloren. „Klingt ja ganz einfach“, denkt man im ersten Moment.

Oh nein, es ist ganz und gar nicht einfach.

Als erstes besorgt man sich am besten eine lange und sehr verwirrende Tabelle, die von diesem Zeitpunkt an ständiger Begleiter sein wird. Sie schreibt einem vor, wovon man wie viel essen darf, was im Zusammenhang gut passt und sie redet einem ein schlechtes Gewissen ein, wenn man ein Salatblatt zu viel nimmt. Wie lange man kaut, bleibt einem dabei aber selbst überlassen. Man gönnt sich ja sonst nichts.
Doch nicht nur das Essen wird auf Biokost umgestellt, nein auch die Getränke ändern sich. Statt dem Latte Macchiato am Nachmittag gibt’s jetzt Tee und das Glas Cola oder Bier bei Freunden wird durch Wasser ersetzt. Nach und nach bestimmt die Kalorientabelle das eigene Leben und wirkt sich auch schon bald auf die Laune aus, wenn der mittlerweile tägliche Gang zur Waage keine Veränderung aufweist. Und man hat Hunger, großen Hunger.
Der Kühlschrank ist allerdings nur voll mit fettarmer Milch, Joghurt und wässrigem Gemüse. Auch der Schrank, der einen sonst immer mit Schokolade und Plätzchen versorgte, beinhaltet jetzt nur noch Reiswaffeln und Cornflakes. Die Flyer vom Griechen oder Chinesen sind beim Kauf der Tabelle von der Pinnwand entfernt und mit dem restlichen Altpapier entsorgt worden.

Was ist da nur passiert?

Man hat sein Leben an ein Stück Papier verschenkt, was vorgab einem helfen zu wollen. Aber es hat gelogen. Wie konnte einem erst so spät klar werden, dass es in Wahrheit die Kalorienmonster sind, die einen glücklich machen?
Denn wer würde schon gerne den Genuss eines Donuts, mit dem einer Reiswaffel tauschen wollen? Auch wenn man dafür riskiert, dass eine Jeans nicht ganz so perfekt passt
Nach dieser Erkenntnis wär die Freundschaft zwischen sich selbst und den Kalorien wohl wieder hergestellt und bewiesen.

Es muss dabei einfach nicht zu viel des Guten sein.
Bildquelle: © stock.xchng
autor
redakteur
22. Mai 2012 14:49 Uhr