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Lifestyle

Kaninchen - Leiden im Kinderzimmer

Purzel G.
2. Januar 2010 12:39 Uhr
634 Kommentare
Ca. 6,3 Mio. Kleintiere leben heute in Deutschlands Kinderzimmern. Darunter sind geschätzt 3-4 Mio. Kaninchen. Doch wie viele davon führen ein wirklich artgerechtes Leben?
Heute kommt es bei den kleinen Fellknäulen, die in einer Zoohandlung angeboten werden, häufig zu Spontankäufen. Das Kind - vielleicht gerade einmal in die Schule gekommen - bekommt ein Kaninchen. Der Verkäufer empfiehlt dazu noch einen Käfig mit der Größe 1 m x 50 cm, welchen er als optimal ausweist. Wenn man die Größe eines solchen Käfigs auf Menschen umrechnen würde, könnte man sich ein Leben in einer Gästetoilette vorstellen.

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Die Tierbesitzer meinen immer, Kaninchen könnten sich in solchen Käfigen gut bewegen. Außerdem gäbe es tagsüber ja auch noch eine Stunde Auslauf in der ganzen Wohnung. Der Tag hat allerdings nur 24 Stunden und Kaninchen sind hauptsächlich Dämmerungs- und Nachtaktiv. Tagsüber dösen sie lieber vor sich hin.

Tierschützer empfehlen eine Gehegegröße von 3 m² pro Tier, also 6 m² für zwei Tiere. Kleiner sollte das Gehege auf keinen Fall sein, da sich die Tiere sonst nicht ausreichend bewegen können. Das bringt nicht nur Langeweile, sondern auch sehr schnell Übergewicht mit sich. Wenn die Tiere draußen leben, ist zusätzlich eine gut isolierte Schutzhütte wichtig, damit die Tiere im Winter nicht erfrieren.
Wichtiges über die artgerechte Kaninchenhaltung
findet ihr hier.


Hier gibt es Bauideen
für gute Gehege.

Kaninchen leben in der freien Wildbahn in großen Familienverbänden und haben daher ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten. Eine Einzelhaltung ist deswegen für das Kaninchen nicht gut geeignet.
Am Besten versteht sich ein Weibchen mit einem Kastrierten Männchen. Unkastriert sollte man die Tiere aber niemals zusammenlassen, außer man will diese züchten. Allerdings ist eine Schwangerschaft sehr gefährlich und stressig für das Weibchen. Es sollte also wohl überlegt sein, ob man noch weitere Tiere haben möchte, denn in Tierheimen gibt es mehr als genug Kaninchen.

Auch zur Anschaffung sollte man in das naheliegende Tierheim gehen und nicht in eine Zoohandlung oder Baumarkt. Im Tierheim werden die männlichen Tiere für gewöhnlich auch vor der Vermittlung kastriert, sodass man sich darum gar nicht mehr selber kümmern muss.
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redakteur
9. Februar 2012 00:51 Uhr