Lifestyle
Graffiti in Südafrika
Hon Gre
2. September 2010 15:59 Uhr
108 Kommentare
Nichts ist in der Kunstszene ähnlich stark umstritten wie Graffiti. Die einen bewerten Graffiti als verunstaltende Schriftzüge im öffentlichen Raum, die anderen erkennen hierbei eine kreative Gestaltungsform. Besonders in Südafrika gewinnen sie nun an Bedeutung und Beliebtheit.
Ob es sich bei Graffiti um Vandalismus oder Kunst handelt, obliegt weiterhin dem jeweiligen Betrachter und kann nicht abschließend bewertet werden. Fest steht nur, dass Graffiti weltweit präsent ist, auch in Südafrika.
Falko Starr ist ein bekennender Graffiti-Künstler aus Kapstadt. Schon 1988, also während der Rassentrennungspolitik im Südafrika der Apartheid, entdeckte er seine Vorliebe für Graffiti. Man begann in den 80er Jahren Graffiti-Motive aufs Papier zu übertragen. „Es existierte keine Graffiti-Szene“, betont Falko die Anfänge dieser Bewegung. Man wusste während der Apartheid nur sehr wenig über Hip Hop bzw. Graffiti, weil Südafrika von der Außenwelt abgeschnitten war und kulturelle Einflüsse aus dem Ausland nicht ins Landesinnere vordrangen.
Graffiti im heutigen Südafrika erfreut sich jedoch vor allem bei Jugendlichen einer großen Beliebtheit, welche mit großem Interesse diesbezügliche Trends in Europa mitverfolgen und teilweise übernehmen.
Immer mehr Graffiti-Künstler versuchen sogar afrikanische Elemente in ihren Gestaltungen einzubauen, um dem „South African graffiti“ eines Tages eine eigene Identität verschaffen zu können. Ähnlich wie in Deutschland, so Falko, beginnt man als Graffiti-Liebhaber mit einem „Bombing“, dem schnellen und großangelegten illegalen Besprühen auf Zügen, Wänden oder anderen öffentlichen Objekten.
Interessant ist der Umstand, dass Graffiti in Kapstadt und Johannesburg zunehmend für kommerzielle Zwecke genutzt wird. Ferner erfährt die Szene in Kapstadt ihre schnellste Entwicklung, während in Durban, einer Küstenstadt im Osten des Landes, diese noch relativ klein und am Wachsen ist. Im Rahmen der Vorbereitungen zur WM 2010 sind allerdings alle besprühten Flächen in Durban nun übermalt worden, sodass diese Bewegung im östlichen Südafrika wohl länger unbedeutend bleiben wird.
Der Graffiti-Künstler beklagt sich aber über das Anti-Graffiti-Gesetz in Kapstadt, wonach ein Sprühen im öffentlichen Raum nur mit einer Genehmigung durch die Stadtverwaltung zulässig ist. Sollte man diese Regelung nicht beachten, kann dieses harte Konsequenzen mit sich ziehen. Er selber habe von einer 45-jährigen Frau erfahren, welche zum „Saubermachen“ von Wänden und einer Strafe von über 7.000 US-Dollar verdonnert wurde. Will heißen – die Behörden haben massive Probleme mit unerlaubten Graffiti, ähnlich wie in Deutschland.
Gegenwärtig tritt Falko mit einem eigenen Graffiti-Konzept auf, namens SPLITPIECE, welches hier exklusiv vorgestellt wird. Verschiedene Graffiti werden dabei wie Puzzleteile zusammengesetzt.
Hier sieht man, wie "Splitpieces" entstehen
Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Beitrag des gemeinnützigen Portals "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste", kurz: "Südafrika-Portal". Sie beobachten, berichten und analysieren Sachverhalte der Republik Südafrika, unter Einbeziehung deutschen Engagements in der jungen afrikanischen Demokratie am Kap der guten Hoffnung: http://2010sdafrika.wordpress.com
Falko Starr ist ein bekennender Graffiti-Künstler aus Kapstadt. Schon 1988, also während der Rassentrennungspolitik im Südafrika der Apartheid, entdeckte er seine Vorliebe für Graffiti. Man begann in den 80er Jahren Graffiti-Motive aufs Papier zu übertragen. „Es existierte keine Graffiti-Szene“, betont Falko die Anfänge dieser Bewegung. Man wusste während der Apartheid nur sehr wenig über Hip Hop bzw. Graffiti, weil Südafrika von der Außenwelt abgeschnitten war und kulturelle Einflüsse aus dem Ausland nicht ins Landesinnere vordrangen.
Graffiti im heutigen Südafrika erfreut sich jedoch vor allem bei Jugendlichen einer großen Beliebtheit, welche mit großem Interesse diesbezügliche Trends in Europa mitverfolgen und teilweise übernehmen.
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Interessant ist der Umstand, dass Graffiti in Kapstadt und Johannesburg zunehmend für kommerzielle Zwecke genutzt wird. Ferner erfährt die Szene in Kapstadt ihre schnellste Entwicklung, während in Durban, einer Küstenstadt im Osten des Landes, diese noch relativ klein und am Wachsen ist. Im Rahmen der Vorbereitungen zur WM 2010 sind allerdings alle besprühten Flächen in Durban nun übermalt worden, sodass diese Bewegung im östlichen Südafrika wohl länger unbedeutend bleiben wird.
Der Graffiti-Künstler beklagt sich aber über das Anti-Graffiti-Gesetz in Kapstadt, wonach ein Sprühen im öffentlichen Raum nur mit einer Genehmigung durch die Stadtverwaltung zulässig ist. Sollte man diese Regelung nicht beachten, kann dieses harte Konsequenzen mit sich ziehen. Er selber habe von einer 45-jährigen Frau erfahren, welche zum „Saubermachen“ von Wänden und einer Strafe von über 7.000 US-Dollar verdonnert wurde. Will heißen – die Behörden haben massive Probleme mit unerlaubten Graffiti, ähnlich wie in Deutschland.
Gegenwärtig tritt Falko mit einem eigenen Graffiti-Konzept auf, namens SPLITPIECE, welches hier exklusiv vorgestellt wird. Verschiedene Graffiti werden dabei wie Puzzleteile zusammengesetzt.
Hier sieht man, wie "Splitpieces" entstehen
Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Beitrag des gemeinnützigen Portals "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste", kurz: "Südafrika-Portal". Sie beobachten, berichten und analysieren Sachverhalte der Republik Südafrika, unter Einbeziehung deutschen Engagements in der jungen afrikanischen Demokratie am Kap der guten Hoffnung: http://2010sdafrika.wordpress.com
Textquellen: © Südafrika-Portal/Ghassan Abid
Bildquelle: © 2010sdafrika/ SPLITPIECE
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