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Lifestyle

Gemeinschaft erleben und weitergeben

Ronja Neumann
17. August 2009 12:06 Uhr
113 Kommentare
Wer sehnt sich nicht danach irgendwo dazu zugehören, irgendwo mit offenen Armen empfangen zu werden? Manche suchen sich aus diesem Bedürfnis heraus Cliquen, andere einfach nur die beste Freundin oder den besten Freund. Ein kleines Dorf in Südburgund, Frankreich, bietet dazu eine völlig eigene Variante.
Im kleinen Ort Taizé entstand vor mehr als 60 Jahren eine Gemeinschaft aus Brüdern, gegründet von Frère Roger. Diese Gemeinschaft, Communauté de Taizé genannt, besteht heute aus ca. neunzig Brüder aus mehr als fünfundzwanzig verschiedenen Nationen. Sie haben sich der Ehelosigkeit verschrieben. Ihren Lebensunterhalt verdienen sie sich ausschließlich mit dem Verkauf handgefertigter Ware. Spenden nehmen sie nicht an und ihre eigenen und persönlichen Erbschaften werden an die Armen weitergegeben. Die Brüder haben ihr Leben dem Gebet und der Gemeinschaft mit Gott in ihren Gebeten gewidmet. Sie versuchen auf diese Weise den Armen und Bedürftigen unserer Welt mit ein wenig Liebe beizustehen, indem sie mehrmals im Jahr Reisen zu den Menschen unternehmen, die ihre Heimatländer nicht verlassen können.


Ausschnit aus der riesigen improvisierten Flach-Kirche, in der Hunderte von Menschen auf dem Filzboden sitzen und die stimmungsvollen Taize-Lieder singen

Am interessantesten mögen jedoch für junge Menschen die Jugendtreffen in Taizé sein. Seit mehr als 20 Jahren treffen sich jede Woche mehr als tausend Jugendliche in Taizé, um das Wunder der Gemeinschaft mit den Brüdern gemeinsam zu erleben.
Die Gesänge und Gebete, die jeden Tag dreimal stattfinden, zeigen jungen Menschen nicht nur, wie greifbar Glaube und Gemeinschaft sein können, sondern sie lernen auch durch tägliche, zugeteilte Arbeiten, was es heißt, einen Platz in einem großen Ganzen zu haben, in dem jeder etwas für den anderen tut.
Das ganze Leben ist auch für die Jugendlichen während der Woche, die sie dort verbringen recht einfach aufgebaut: Morgengebet, Frühstück, arbeiten, Mittagsgebet, Mittagessen, noch einmal arbeiten oder verschiedene Gesprächsgruppen besuchen, Abendessen und zum Abschluss eines jeden Tages das Abendgebet.
Man kann sich Taizé jedoch nicht als einen streng konservativen, zum Glauben trimmenden Ort vorstellen, wie der Tagesablauf vielleicht vermuten lässt. Man wird keineswegs zu irgendetwas gezwungen. Die Brüder geben nur die Möglichkeit mit vielen anderen Jugendlich aus vielen anderen Nationen zusammen zu leben, mit ihnen ihren Glauben zu leben und vielleicht einen Weg für sich selbst zu finden.
Bildquelle: © flickr.com/RTPeat
redakteur
21. Mai 2012 18:56 Uhr