Lifestyle
Gefährlicher Kick
Emmes ...
16. August 2009 20:32 Uhr
296 Kommentare
Meth, Crystal, Crank, Ice, Glass, Yaba,...so viele Bezeichnungen für eine Substanz, die immer mehr ins Rampenlicht gerät. Methamphetamin entwickelt sich zur Modedroge Nr. 1 in Sachsen. Doch weshalb ist Crystal so im Kommen, obwohl andere Designerdrogen schon längst eine Vormachtstellung eingenommen haben?
Es ist stärker und günstiger als Kokain, wird gleich um die Ecke hergestellt, was Zwischendealer, welche es aufstrecken, vermeidet und lässt sich extrem einfach herstellen. Methamphetamin zieht immer mehr Leute in seinen Bann. Mittlerweile sind die meisten Drogendelikte in Sachsen auf Methamphetamin zurück zu führen, was den Behörden zu denken gibt. Seitdem die Grenzen zur Tschechischen Republik geöffnet wurden, ist es leichter geworden, das starke Rauschgift ohne nennenswerte Probleme über die Grenze ins deutsche Inland zu befördern. Erschwinglich ist es vor allem in Sachsen, Thüringen und Bayern, also allen Bundesländern, welche direkt am tschechischen Nachbarn grenzen. Es kostet hierzulande zwischen 60 und 70€ und ist somit auch deutlich unter dem Angebotswert von Kokain einzugliedern. Zudem hält ein normaler Meth-Rausch um die 12 Stunden an, wohingegen Kokain nach ein bis zwei Stunden seine Wirkung verliert. Am Anfang tritt ein euphorischer Effekt ein, welcher mit extrem gesteigerter Konzentration, einem stark übersteigertem Selbstbewusstsein, verstärktem motorischem Drang und einem "Laber-Flash" einher geht. Dieser Effekt klingt nach einigen Stunden ab und es folgt eine "Chill-Phase", in der man trotz Allem noch immer sehr konzentriert ist, aber der Drang sich in jedweder Art und Weise seinen Mitmenschen bemerkbar zu machen, verfällt. Wird nun jedoch stets der Rausch aufrecht erhalten, indem immer wieder konsumiert wird, ist es ohne Weiteres möglich, eine Spanne von 14 Tagen am Stück wach zu bleiben. Eigentlich müsste man jetzt glauben, dass das doch ein ideales Mittel wäre, um sich selbst zu verbessern, jedoch hat auch Methamphetamin seine Schattenseiten, wie jede andere Droge.
Die negativen Nebenwirkungen sind das Verschwinden eines Hungergefühls, was bei einer Spanne von 14 Tagen Meth zu rapidem Gewichtsverlust im zweistelligem Kilogrammbereich einzugliedern wäre und durchaus mit einem Magenwanddurchbruch enden kann, das Eintreten von Halluzinationen mit den Tagen, da das Gehirn die Informationen fehlinterpretiert in Folge des Schlafmangels, der Angriff auf so ziemlich jedes Organ, welches sich im menschlichem Körper befindet. So hat ein US-Amerikaner durch seine Meth-Sucht ein dreifach vergrößertes Herz und ist seinen gesamten psychischen und physischen Leistungen beraubt worden. Meth führt zudem zu Paranoia wie Schizophrenie und kann parkinsonähnliche Zustände auslösen. Dies sind nur die am häufigsten eintretenden Nebenwirkungen. Konsumiert wird die Droge durch die Nase ("Ruppen" oder "Schnupfen"), durch Inhalation nachdem es erhitzt wird ("Blechen") oder indem es intravenös injiziert wird ("Fixen"). Die Reihenfolge sagt zudem noch darüber aus, wie stark das Gefühl wahrgenommen wird und wie eher man abhängig vom Stoff wird.
In aller Munde spricht man bei Methamphetamin von der gefährlichsten Droge der Welt. Eine Droge mit einer Rückfallrate über 90 Prozent - nur knapp unter der vom Heroin. Sollte man sich Gedanken machen, dass diese Droge in den nächsten Jahren weitreichende Konsequenzen nach sich zieht oder ist sie nur eine Begleiterscheinung der jetzigen Drogenszene, wie es zu seiner Zeit das Ecstacy gewesen ist? Die Zeit wird uns mehr Aufschluss darüber geben.
Bildquelle: © stock.xchng