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Lifestyle

Fassadendrucker: Modernes Graffiti?

Anne G.
9. Mai 2010 13:49 Uhr
191 Kommentare
Graffiti ist eine moderne Kunst, die heute fast jeder kennt. Mit Hilfe einer Sprühdose werden dabei verschiedene Figuren und Formen an die Wand gebracht. Der Aufwand, besonders bei großen Flächen, ist enorm. Jetzt gibt es allerdings einen sogenannten Fassadendrucker.
Kunst hat viele Formen - im Laufe der Zeit werden diese auch immer weiter entwickelt. So ist es nicht verwunderlich, das sich Graffiti ebenfalls verändert. In diesem speziellen Fall sind allerdings nicht die Motive gemeint, sondern die Art des “Malens“.

Drei junge Männer aus Berlin haben vor einiger Zeit einen sogenannten Fassadendrucker entwickelt und gebaut. Mit diesem färbt man jede erdenkliche Wand, ohne großen Aufwand, bunt. Der “Tintenpunkt-Drucker im Architekturformat“ soll, laut ihrer Homepage facadeprinter.org, ein neues Werkzeug der Kommunikation sein und die Aussage des Tuns direkt an den Betrachter vermitteln.


Der Weg:
Die Idee für den Fassadendrucker entwickelten die beiden Dipl. Produkt-Designer Martin Fussenegger und Michael Sebastian Haas, während ihres Studiums in Karlsruhe, bereits 2004. Allerdings war das Projekt nur ein Teil einer Hochschularbeit und lief neben anderen Projekte (u.a. 3D-Monitor) her.

Nach Abschluss ihres Studiums beschäftigten sich die beiden aber weiter mit dieser Idee. Sie dachten u.a. über das Produktdesign und die Produktionstechniken nach. Den Startschuss setze aber das Förderprogramm “Junge Innovatoren“ und ermöglichte somit eine Weiterentwicklung der Maschine.

Durch den Gewinn des Gründerwettbewerbes Multimedia des Bundesministeriums für Wirtschaft und Forschung konnten sie auch noch einen zweiten Prototyp herstellen. Nach Vollendung ihres Umzugs nach Berlin stieß 2008 der Ingenieur Julian Adenauer zum Team. Er ist u.a. für die Programmierung zuständig.



Wie funktioniert es?
Der Fassadendrucker ist ein “einfacher“ Roboter, der kleine Farbkügelchen auf einer Distanz von ca. zwölf Metern an Fassaden schießen kann. Die Höhe liegt momentan bei ca. acht Metern. Der Abschuss erfolgt durch Druckluft.

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Der Vorteil der ganzen Sache ist die Entfernung. Aufwändige Gerüste oder Ähnliches sind nicht nötig. Es reicht wenn man z.B. auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht. Danach werden fünf Punkte pro Sekunde platziert und das Bild ist, je nach Größe des Motivs, in weniger Zeit fertig. Es ist also dem Mannschaftssport Paintball sehr ähnlich.

Anwendungsmöglichkeiten:
Bedrucken kann man eigentlich fast alles - darunter große Flächen, Hauswände, Glasfassaden oder Felsen. Die Motive sind dabei maximal acht Meter hoch und zehn Meter breit.

Doch nicht nur dafür ist er gut. Gerade für Passanten ist der Druck ein spannendes Spektakel. In Verbindung mit Musik und Architektur kann man so außergewöhnliche Bühnen- oder Showkonzepte entwickeln. Er eignet sich auch gut für Live-Vorführungen.
Bildquelle: © flickr.com/srboisvert, © commons.wikimedia.org / Vincent Ho
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21. Mai 2012 18:48 Uhr