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Energiesparlampen - ein Fortschritt?
Siegwalt L.
1. September 2009 21:57 Uhr
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Schritt für Schritt sollen veraltete Glühbirnen abgeschafft und durch Energiesparlampen ersetzt werden. Während diese zunächst hoch gelobt wurden, wird jetzt zunehmend Kritik laut. Sind sie wirklich so gut, wie es die Werbung verspricht?

Energiesparlampen gibt es in verschiedenen Preisklassen und mit schwankender Qualität, wodurch sich Testergebnisse deutlich voneinander unterscheiden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Lampe auf eine lange Brenndauer ausgelegt ist. In Bereichen, in denen das Licht häufig an- und ausgeschaltet wird, ist sie gänzlich ungeeignet. Dadurch sinkt nämlich die Brenndauer und der Stromverbrauch steigterheblich, sodass teilweise kein großer Unterschied mehr zu konventionellen Glühbirnen besteht. Auch kühlere Temperaturen (unterhalb von 20°C) drosseln die Leistungsfähigkeit der Energiesparlampe merklich. Im Normalgebrauch hält kaum eine Lampe so lange aus, wie die Verpackung verspricht. Doch nebenbei sei bemerkt, dass auch die Brenndauern der alten Glühbirnen erheblich variieren - manche brennen nach kurzer Zeit durch, andere halten jahrelang.
Die Energiesparlampe wurde, wie der Name schon sagt, eingeführt, um Energie zu sparen und damit die Umwelt zu schonen – so wird es uns zumindest gesagt. Paradoxerweise enthält sie aber nicht unerhebliche Mengen an hochgiftigem Quecksilber. Wenn nicht - wie in der Politik bereits vorgeschlagen - eine Art Pfand eingeführt wird, damit ausgediente Lampen abgegeben und artgerecht entsorgt werden können, wird wohl die größte Zahl davon im Hausmüll landen. Das hört sich zunächst nicht schlimm an, doch handelt es sich hier um Quecksilber im Tonnenmaßstab. Die Energieersparnis ist zudem recht niedrig, da der Anteil der Lichtquellen am Gesamtenergieverbrauch eines Haushaltes, laut Bundesumweltministerium ohnehin nur 1,5% beträgt.
Das unnatürliche Lichtspektrum der Energiesparlampen bildet einen weiteren Kritikpunkt. Durch den fehlenden Rotanteil, sowie den höheren Blauanteil, wird die Hirnanhangdrüse aktiviert, was Stress verursachen kann. Diese Tatsache führt auch dazu, dass das Schlafhormon Melatonin unterdrückt wird. Folglich wird der Schlafrhythmus gestört und der Mensch auf ungesunde Weise munter gehalten. Außerdem enthält das Spektrum für uns unsichtbares UV-Licht, was möglicherweise Augenkrankheiten wie den "Grauen Star" fördert. Wegen der schlechten Lichtqualität warnen immer mehr Ärzte und Wissenschaftler vor gesundheitlichen Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Unwohlsein, neurologische Störungen und Hormonstörungen, bis hin zu erhöhtem Krebsrisiko.
Energiesparlampen erzeugen ein starkes elektromagnetisches Feld, das in 30 Zentimeter Entfernung noch die zugelassenen Grenzwerte für strahlungsarme Bildschirme überschreitet. Im noch näheren Bereich strahlt eine einzige Lampe stärker als ein alter PC-Monitor. Dies stellt für sensible Menschen ein Problem dar - erste Berichte betroffener Personen gibt es bereits. Mögliche Langzeitschäden elektromagnetischer Felder sind noch immer nicht ausreichend erforscht – der Streit um die Schädlichkeit von Handys dürfte bekannt sein.

Der Verbraucher steht vor noch ganz anderen Problemen: Die Energiesparlampe inklusive Sockel hat etwas andere Maße als die bisher verwendeten Glühbirnen und kann somit nicht immer problemlos ausgetauscht werden. Vor allem in den Schirmen mancher Deckenlampen, mit liegend installierten Glühbirnen, ist oft schlichtweg nicht genug Platz für die neue Birne, wodurch die Schirme kostspielig gegen andere ausgetauscht werden müssen.
Weiterhin stellt sich die Frage, ob die Energiesparlampe wirklich aus Gründen der Sparsamkeit und des Umweltschutzes eingeführt wird? Ohne Zweifel bedeutet es eine Wirtschaftsankurbelung, wenn Millionen von Bürgern eine neue Technologie kaufen müssen. Ist es möglicherweise im Interesse der großen Hersteller wie Osram oder Philips, dass die alten Glühbirnen nicht länger gekauft werden?
Es gibt Gerüchte, dass sich der Verkauf davon für die Hersteller tatsächlich nicht mehr lohnt: Die Glühwendel der Birnen besteht aus dem teuren Metall Wolfram und die weltweiten Wolframvorkommen gehen langsam zur Neige. Dadurch steigt der Preis des Materials. Was wirklich hinter dem Gesetz zur Abschaffung der alten Glühbirnen steht, bleibt Spekulation.
Abschließend lässt sich wohl sagen, dass die Energiesparlampe keinesfalls die Technologie der Zukunft sein wird. Sie ist nur eine mehr oder weniger gute Zwischenlösung, der entweder die Leuchtdiode oder eine andere Technik folgen wird.
Bildquelle: © stock.xchng
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