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Lifestyle

Du bist hässlich! - Achso?

S. W.
28. August 2009 23:19 Uhr
663 Kommentare
Der Ausspruch: "Du bist hässlich!" hat schon viele Menschen schmerzlich getroffen. Doch manchen macht er gar nichts aus, obwohl sie selten von ihrer Umwelt als hübsch empfunden werden. Wo liegt ihr Geheimnis?
Der überwiegende Bevölkerungsanteil will gut aussehen, da die Schönen dieser Welt Anerkennung und die Wertschätzung anderer erhalten. Vor allem müssen sie nicht wirklich etwas dafür tun. Daher ist der Wunsch gut auszusehen durchaus nachvollziehbar.

Dennoch ist Aussehen allein nicht alles! Obwohl es so viele wissen, leben es nur die Wenigsten. Verständlich, denn die mediale Welt präsentiert einen perfekten Körper nach dem anderen. Folglich streben wir unterbewusst danach genauso zu sein. Nur einem Bruchteil gelingt es, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Resultierend daraus entsteht das Gefühl des Versagens und der Depression bei denen, die es nicht schaffen. Während sich einige hinter einer "Wand von Schminke" verstecken, geben andere schon vorher auf und scheinen aufgrund ihres Aussehens dauerdeprimiert. Sollten sie dann noch den Satz: "Du bist hässlich" hören, fühlen sie sich als die totalen "Loser". Ihr Wunsch hübsch zu sein, entwickelt sich von einer natürlichen Sehnsucht zu einem krankhaften Streben.


Das muss aber nicht so sein! Die Komponente „Aussehen“ ist relativ. Während jemand einen Menschen als nicht gutaussehend betrachtet, spiegelt selbige Person für einen anderen pure Schönheit wieder. Hier sind die Geschmäcker, ebenso wie die Menschen selbst, sehr unterschiedlich. Deshalb gibt es theoretisch kein hübsch und hässlich. Es gibt nur Menschen, die von sehr vielen als hübsch empfunden werden und andere eben weniger. Letzten Endes ist auch das im Leben nicht vollkommen ausschlaggebend, denn es ist nicht so, dass die Schönen nur mit den Schönen eine Beziehung eingehen. Im realen Leben wird nämlich bunt gemischt und so hat jeder im Endeffekt dieselben Chancen bei der Partnersuche, obgleich es anders wahrgenommen wird.

In Beziehungen spiegelt sich dies leider ab und zu anders wieder. Der Mensch der scheinbar das Äußere an seinem Partner liebt, steht nicht jeder zu diesem. Manche verstecken ihn oder lassen es ganz bleiben, da sie befürchten, dass die anderen den Partner nicht hübsch finden könnten. Wäre dem Großteil der Gesellschaft egal wie der Partner aussieht, ständen viele nicht unter einem derartigen Gruppenzwang (Konformitätsdruck). Trotz dessen findet man irgendwann den Menschen, der einen als Gesamtkonzept zu schätzen weiß – sowohl Aussehen, als auch Charakter. Bis dieser gefunden ist, braucht es hingegen viel Geduld und Stärke.

Letztendlich scheint gutes Aussehen eher eine Begabung zu sein. So wie jemand ohne große Probleme gut in Mathe sein kann, sieht der andere einfach gut aus. Deshalb ist es wichtig auf das zu schauen, was man hat und nicht auf das, was man gern hätte. Wenn einen nicht so viele hübsch finden, dann muss man sich etwas einfallen lassen, um anderweitig Anerkennung zu erzielen.

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Das beste Beispiel hierzu ist Paul Potts. Bei seinem ersten Auftritt haben viele aufgrund seines Aussehens gedacht, dass er einer von vielen Spinnern ist. Als er jedoch zu singen begann, revidierten viele ihre Meinung. So ist nicht auszuschließen, dass sich aus einem "hässlichen Entlein" ein wunderschöner Schwan entwickelt. Wichtig ist, sich so zu akzeptieren, wie man ist. Anderenfalls neigt man dazu, sich vor anderen zu verschließen und ohne jegliches Selbstbewusstsein zu leben. Es gibt zahlreich andere wundervolle Gaben, welche jeder für sich selbst entdecken muss. Hat man sie gefunden, dann fällt es einem leichter auf den Satz: "Du bist hässlich!"mit einem selbstgefälligen "Achso?" zu antworten.
Bildquelle: © stock.xchng
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redakteur
21. Mai 2012 18:39 Uhr