Lifestyle
Doppelmoral der Gesellschaft
Alexander Döring
23. August 2009 20:29 Uhr
305 Kommentare
Homosexuelle Männer sind in der Gesellschaft akzeptiert und werden als vollkommen "normal" anerkannt. Ist das alles leider nur graue Theorie?
Homosexualität, ein Begriff der in der heutigen Zeit so normal wie Stuhl, Lampe oder Fenster gebraucht wird. Schwule und Lesben werden in der heutigen Gesellschaft als ganz normale Mitbürger angesehen und in keinster Weise benachteiligt. Ihnen wird im Berufsleben absolute Chancengleichheit zugesichert. Außerdem begegnen uns Homosexuelle im normalen Alltag auf der Straße und niemand hat ein Problem damit. Somit kann man durchaus behaupten: Homosexuelle haben sich in unsere Gesellschaft vollkommen integriert.
Aber ist das wirklich so? Werden Schwule von ihren Mitbürgern wirklich vollkommen akzeptiert? Ist es nicht so, dass diese Menschen vorschnell nach ihrer
Sexualität beurteilt werden?
Hier ein Beispiel: Zwei verliebte Männer sitzen in einem Eiscafé und essen frisch verliebt ihren Partnereisbecher. Das Café ist rammelvoll, wirklich alle möglichen Menschen sind anwesend. Die konservative Parteiangehörige mit ihrem verständnisvollen Ehemann, eine Gruppe junger Teenager, ein paar muskulöse Bauarbeiter, welche sich gerade einen Platz für ein warmes Feierabendbierchen gesucht haben, ein junges frisch verliebtes Pärchen, heterosexuell versteht sich, der Pastor, der in der Nähe gelegenen katholischen orthodoxen Kirche seine Predigten hält und noch viele weitere Gäste sind anwesend. Nun spielt sich folgende Szene ab: Einer von den beiden schwulen Verliebten steckt dem anderen zärtlich seinen Eisbecherlöffel in den Mund, um den letzten Klecks Schokosoße abzulutschen.
Wer wird bei dieser Szene wohl merkwürdig, verachtend, angeekelt, ignorierend, abstoßend oder einfach nur "komisch" reagieren? Die Antwort liegt auf der Hand: Alle dort Anwesenden werden diese Aktion irgendwie beurteilen, jedoch nicht gerade positiv. Der Pastor wird abweisend reagieren, immerhin wird vom großen, ach so weisen Papst höchstpersönlich die Homosexualität als falsch bezeichnet. Andere Gäste werden einfach nur drüber grinsen und sich denken wie man so etwas in der Öffentlichkeit nur tun kann.
Wieder andere werden versuchen diese Szene zu ignorieren, weil es ihnen einfach unangenehm ist. Würde man diese Leute zufällig anschließend auf der Straße fragen, was sie zum Thema Homosexualität denken, würden mit großer Sicherheit 80% antworten, dass sie nichts gegen Homosexuelle haben, ihnen tolerant gegenüber sind und absolut keine Probleme mit ihnen im Alltag haben. Einige werden vielleicht sogar noch antworten: " Warum sollte ich Probleme mit ihnen haben? Sie sind doch normale Menschen, genau wie Sie und ich!" Und genau das ist der Punkt. Homosexuelle sind ganz gewöhnliche Menschen, welche sich nun mal zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlen, nicht mehr aber auch nicht weniger. Schwule sind nicht mit höherer Wahrscheinlichkeit Straftäter oder haben deswegen einen schlechteren Charakter. Warum also diese Reaktionen bei den meisten Menschen? Hätten die Leute auch bei dem heterosexuellen Pärchen so reagiert? Sicherlich nicht, hier wäre eher sogar ein glückliches "Wie schön für die beiden" zu hören gewesen oder man hätte sie einfach überhaupt nicht wahrgenommen, da sie nun mal "normal" sind. Aber sind Homosexuelle etwa nicht normal? „Ungewohnt“ wäre da wohl der passendere Begriff. Viele Menschen lehnen von vornherein das Ungewohnte ab.
Wie kann es aber sein, dass in einer aufgeklärten, "super toleranten" Gesellschaft, als die wir uns bezeichnen, das Wort "schwul" als negativ konnotiertes Wort benutzt wird? Ist etwas schlecht gelaufen, hört man schnell " Man war das schwul". Genauso hört man nicht gerne, dass man heute von der Mode her aber doch etwas "schwul" aussieht. Damit haben sogar Homosexuelle Probleme, weil sie sich mit solchen Aussagen sofort auf ein Abstellgleis abgeschoben fühlen.
Die größte aller Fragen aber ist: Warum besitzt ein Großteil unserer Gesellschaft diese Doppelmoral? Auf der einen Seite haben wir überhaupt kein Problem mit Schwulen, sind ihnen gegenüber zumindest theoretisch und auf große Entfernung hin tolerant, können uns sogar einen schwulen Bundeskanzler vorstellen. Auf der anderen Seite aber möchte man nicht unbedingt mit seinem bisexuellen Freund in eine Schwulenbar gehen, weil man sich unter den ganzen Homosexuellen einfach nicht wohl fühlt und vielleicht sogar Angst hat angemacht zu werden.
Vielleicht sollte man, um diese Doppelmoral ablegen zu können einfach aufhören einen Unterschied zwischen Heterosexuellen und Homosexuellen zu machen. Immerhin hat man selten die Frage danach gehört, was die Bevölkerung von einem rothaarigen Bundeskanzler halten würde. Warum auch?
Aber ist das wirklich so? Werden Schwule von ihren Mitbürgern wirklich vollkommen akzeptiert? Ist es nicht so, dass diese Menschen vorschnell nach ihrer Sexualität beurteilt werden?
Hier ein Beispiel: Zwei verliebte Männer sitzen in einem Eiscafé und essen frisch verliebt ihren Partnereisbecher. Das Café ist rammelvoll, wirklich alle möglichen Menschen sind anwesend. Die konservative Parteiangehörige mit ihrem verständnisvollen Ehemann, eine Gruppe junger Teenager, ein paar muskulöse Bauarbeiter, welche sich gerade einen Platz für ein warmes Feierabendbierchen gesucht haben, ein junges frisch verliebtes Pärchen, heterosexuell versteht sich, der Pastor, der in der Nähe gelegenen katholischen orthodoxen Kirche seine Predigten hält und noch viele weitere Gäste sind anwesend. Nun spielt sich folgende Szene ab: Einer von den beiden schwulen Verliebten steckt dem anderen zärtlich seinen Eisbecherlöffel in den Mund, um den letzten Klecks Schokosoße abzulutschen.
Wer wird bei dieser Szene wohl merkwürdig, verachtend, angeekelt, ignorierend, abstoßend oder einfach nur "komisch" reagieren? Die Antwort liegt auf der Hand: Alle dort Anwesenden werden diese Aktion irgendwie beurteilen, jedoch nicht gerade positiv. Der Pastor wird abweisend reagieren, immerhin wird vom großen, ach so weisen Papst höchstpersönlich die Homosexualität als falsch bezeichnet. Andere Gäste werden einfach nur drüber grinsen und sich denken wie man so etwas in der Öffentlichkeit nur tun kann.
Wieder andere werden versuchen diese Szene zu ignorieren, weil es ihnen einfach unangenehm ist. Würde man diese Leute zufällig anschließend auf der Straße fragen, was sie zum Thema Homosexualität denken, würden mit großer Sicherheit 80% antworten, dass sie nichts gegen Homosexuelle haben, ihnen tolerant gegenüber sind und absolut keine Probleme mit ihnen im Alltag haben. Einige werden vielleicht sogar noch antworten: " Warum sollte ich Probleme mit ihnen haben? Sie sind doch normale Menschen, genau wie Sie und ich!" Und genau das ist der Punkt. Homosexuelle sind ganz gewöhnliche Menschen, welche sich nun mal zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlen, nicht mehr aber auch nicht weniger. Schwule sind nicht mit höherer Wahrscheinlichkeit Straftäter oder haben deswegen einen schlechteren Charakter. Warum also diese Reaktionen bei den meisten Menschen? Hätten die Leute auch bei dem heterosexuellen Pärchen so reagiert? Sicherlich nicht, hier wäre eher sogar ein glückliches "Wie schön für die beiden" zu hören gewesen oder man hätte sie einfach überhaupt nicht wahrgenommen, da sie nun mal "normal" sind. Aber sind Homosexuelle etwa nicht normal? „Ungewohnt“ wäre da wohl der passendere Begriff. Viele Menschen lehnen von vornherein das Ungewohnte ab.
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Die größte aller Fragen aber ist: Warum besitzt ein Großteil unserer Gesellschaft diese Doppelmoral? Auf der einen Seite haben wir überhaupt kein Problem mit Schwulen, sind ihnen gegenüber zumindest theoretisch und auf große Entfernung hin tolerant, können uns sogar einen schwulen Bundeskanzler vorstellen. Auf der anderen Seite aber möchte man nicht unbedingt mit seinem bisexuellen Freund in eine Schwulenbar gehen, weil man sich unter den ganzen Homosexuellen einfach nicht wohl fühlt und vielleicht sogar Angst hat angemacht zu werden.
Vielleicht sollte man, um diese Doppelmoral ablegen zu können einfach aufhören einen Unterschied zwischen Heterosexuellen und Homosexuellen zu machen. Immerhin hat man selten die Frage danach gehört, was die Bevölkerung von einem rothaarigen Bundeskanzler halten würde. Warum auch?
Bildquelle: © flickr.com/savv, © stock.xchng
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