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Lifestyle

Das komplexe System der Liebe

Gelöschter Nutzer
10. August 2009 12:03 Uhr
279 Kommentare
Liebe ist ein Begriff, den die ganze Welt benutzt. Doch eine geeignete Definition zu finden, ohne dabei auf eine Metapher zurückzugreifen, ist für viele Menschen sehr schwierig. Man spricht einfach von der Liebe. Doch was passiert eigentlich in dem Körper, wenn man verliebt ist?
Liebe ist wie eine Art Sucht. Das heißt demzufolge, dass der Liebespartner die Droge darstellt. Doch so wie eben beschrieben, darf man dieses Gefühl nicht definieren. Denn etwas zu lieben, ist völlig normal, doch eine Sucht ist ein pathologisches Problem und behandlungsdürftig.

Auch muss man sich bewusst sein, dass es verschiedene Arten von Liebe gibt. So liebt man den Beruf, Tiere oder auch das Auto. Doch wenn Jugendliche von Liebe sprechen, so meinen sie doch fast immer die Liebe zum Partner. Dabei ist anzumerken, dass es kein einheitlicher Prozess ist, er ist viel mehr in drei Teilbereiche aufgeteilt: Sex, Romantik und Bindung. Alle drei Bereiche werden, wie vieles im Körper, durch Hormone gesteuert.

Man darf nicht verneinen, dass Sex ein wichtiger Teil der Liebe ist. Früher oder später werden Liebespaare Sex haben. Dabei spielt Testosteron eine sehr bedeutende Rolle. Dieses Sexualhormon befindet sich nicht nur im Körper des Mannes, sondern ebenso bei der Frau. Man weiß längst, dass Testosteron "Lust auf Sex macht". Neu ist allerdings, dass Sex die Bildung von Testosteron fördert. Dieses System ist also keine Einbahnstraße. Es ist ein ständiges "Hin und Her": Testosteron führt zu Sex. Sex zu Testosteron und somit wieder zu Sex.

Wenn man verliebt ist, dann verändert man sich (z.B. die Lebensgewohnheiten). Man ist vollkommen lernwillig, man lernt anders, sehr heftig und sehr schnell. Grund dafür, ist dass die Gehirnregion, die für das Lernen zuständig ist. Sie wird überflutet mit dem Hormon Dopamin. Dieser Stoff ist für die Romantik zuständig und stellt auch eine Art Sucht dar. Denn wenn der Geliebte nicht da ist, wird man missgelaunt und depressiv. Genau dies ist auch das Verhalten von Süchtigen. Auch veranlasst dieses "Zauber-Hormon" die Verliebten dazu, dass sie nur an den/die Freund/in denken. Befragungen haben belegt, dass im Schnitt 90% der Zeit damit verbracht wird an Partner zu denken. Auch wurde festgestellt, dass dies bei jeder Tätigkeit geschieht: auf Arbeit, in der Schule, beim Essen, vor dem Schlafen gehen usw.

Es wäre zu schön, wenn dieses Gefühl ewig währen würde. Doch leider ist dies nur eine akute Verliebtheit. Doch, wenn die Beziehung hervorragend läuft, dann kommen diese "Symptome" wieder. Der Grund für das weitere Zusammenleben ist die Bindung.
Durch gemeinsame Erlebnisse ist man bereits verbunden. Man hat Dasselbe erlebt und gefühlt. Dabei kommt das dritte Hormon ins Spiel: Oxytozin. Das Bindungssystem kennt man von einer Mutter zu dem Säugling. Auch da wirkt dieses System, was letztlich zum Überleben des Kindes notwendig ist. Wenn das Kind an der Brustwarze der Mutter saugt, wird der Stoff Oxytozin im Gehirn der Mutter freigesetzt, was dann bewirkt, dass mehr Milch fließt. Außerdem bewirkt es ein wohltuendes Gefühl bei der Mutter. Genau dieses Bindungssystem gibt es auch in der Liebe. Oxytozin fördert auch das Vertrauen, welches in einer Beziehung unabdingbar ist. Natürlich muss Oxytozin auch anders ausgeschüttet werden, als nur an der Brustwarze zu saugen, denn schließlich kennt kaum einer ein Liebespaar, bei dem der Mann täglich an der Brust seiner Partnerin saugt. Spätesten hier merkt man, dass Liebe ein System darstellt. Ein System zwischen Sex, Bindung und Romantik.
Durch Sex wird das Hormon Oxytozin ausgeschüttet. Sex ist deswegen auch ein wichtiges Faktum in der Beziehung. Sex kann vor allem durch die Romantik entstehen; und durch die Bindung (entstanden durch Sex) kommt es wiederum zur Romantik. Geschlechtsverkehr dient nicht nur als Mittel der Luststillung, sondern auch der Paarbindung.
Liebe ist kompliziert und ein unheimlich komplexes Thema. Auch deswegen kann dieses "System der Liebe" schief gehen, was letztlich oft zur Trennung führt.
Bildquelle: © stock.xchng
redakteur
21. Mai 2012 18:27 Uhr