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Lifestyle

Comics in und aus Europa

Anne G.
27. Februar 2010 16:06 Uhr
80 Kommentare
Comics - viele Menschen denken bei diesem Wort an amerikanische Bildergeschichten, wie Superman, Donald Duck und & Co. Die Meisten sind der Meinung, dass die Heftchen kindisch und nichts für Erwachsene sind, doch Comics können Jedermann ansprechen und sind weit in Europa und der Welt verbreitet.
Was sind Comics? - Comics sind eine Mischung aus Kunst und Literatur. Es sind Geschichten, welche durch Bilder erzählt und dargestellt werden. Es ist eine eigenständige Kunstform, die nicht nur im asiatischen Raum, sondern auch in Europa sehr beliebt ist. Abgeleitet wird der Begriff “Comic“ von “comic strip“, was soviel wie “komischer Streifen“ bedeutet. Allerdings wurde dafür ein anderer Begriff eingeführt: “sequenzielle Kunst“, da Kunst und Comics nicht unbedingt komisch sein müssen.

Bei vielen Menschen hat sich, u.a. aufgrund amerikanischer Comics (z.B. Donald Duck oder Superman), eine bestimmte Meinung eingebrannt. Aussagen wie “Comics sind nichts für Erwachsene“ sind an der Tagesordnung. Dabei entspricht das nicht der Richtigkeit, denn Comics können viele verschiedene Themen ansprechen. Grundsätzlich sind alle Genre möglich - ob Science Fiction oder Romanze. Auch wird das Medium benutzt, wenn man bestimmte Erlebnisse oder Momente nicht mit Worten ausdrücken kann. So etwa auch in "Warum ich Pater Pierre getötet habe" von Olivier Ka. Er beschreibt darin, wie er als zwölfjähriger Junge von seinem Pater vergewaltigt wurde und wie er damit umging.

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In Europa sind auch Geschichtscomics und der Comicjournalismus sehr beliebt. Wie der Name schon sagt, geht es in Geschichtscomics um die Geschichte. Meistens werden einzelne Geschehnisse herausgesucht und dann verarbeitet. Das ist allerdings einfacher als getan, denn der Comicautor muss dafür reichliche Recherchen durchführen. Ein bekannter Comicautor auf diesem Gebiet ist u.a. Joe Sacco, welcher für Werke wie “Gaza 1956“ verantwortlich ist. In diesem geht es um ein 50 Jahre altes Massaker an Palästinensern. Für einen Band brauchte er sechs Jahre und er fuhr sogar an den Ort des Geschehens und interviewte Personen, welche hautnah dabei waren. Der Comicjournalismus ist dem Geschichtscomic sehr ähnlich. Die Comicautoren erleben Dinge, wie Krieg, Revolution und Völkermord, selbst mit und stehen an der Front. Es sind Reportagen in gezeichneter Form. Joe Saccos Comic “Palestine“ war der erste seiner Art. Hierbei handelt es sich um eine Comicreportage über Gewalt und Unterdrückung. Diese anspruchsvollen Comics sollen vor allem den Leser zum Denken anregen.

Eine weitere (moderne) Form des Comics ist der “stille Comic“. In diesen wird auf Text verzichtet, wenn er nicht gerade nötig ist. Streng nach dem Motto “Bilder sagen mehr als tausend Worte“. Manu Larcenet ist hierbei einer der bekanntesten Autoren. Sein Werk "Der alltägliche Kampf" wurde in Angoulême (Frankreich) mehrfach ausgezeichnet und gilt als bester Comic der letzten Jahre.



Die Anfänge von Comics in Europa liegen in Frankreich und Belgien. Bis heute gehören diese dort praktisch zur Kultur. Vor allem Belgien gilt als Comichochburg. Brüssel ist die Comic-Hauptstadt schlechthin und das ist dort überall zu spüren, denn die Hauswände sind voll mit Comiczeichnungen.

Doch nicht nur diese Tatsachen zeigen die steigende Beliebtheit von Comics, sondern auch Preisverleihungen - z.B. auf dem Comic-Festival Angoulême (Frankreich). Die Veranstaltung findet regelmäßig statt. Preise gibt es in verschiedenen Kategorien (u.a. Entdeckung, beste Serie oder wagemutigstes Werk). Auch Österreich schloss sich dieses Jahr neu mit dem Comic-Festival “NextComic“ (Linz) an.
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Comics - sie sind sehr vielseitig und können sogar als Bildungsmittel dienen. Nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene. Und anders als viele denken, kommt diese Kunst nicht nur aus Amerika. Europa hat auch viel zu bieten. Trotzdem werden Comics stark durch Asien, vor allem durch Manga (Japan) oder Manhwa (Korea), beeinflusst. Jedoch kann man die asiatischen nicht mit den westlichen Comics vergleichen, da sie sich in so mancher Hinsicht unterschieden.


Bildquelle: © stock.xchng
autor
31. Juli 2010 08:55 Uhr