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Berufliche Gymnasien

Gelöschter Nutzer
29. Januar 2010 07:00 Uhr
218 Kommentare
Berufliche Gymnasien sind in Deutschland recht unbekannt und so gehen viele Schüler nach der 10. Klasse auf ein allgemeinbildendes Gymnasium. In diesen beruflichen Gymnasien werden, neben der Theorie, auch berufliche Kenntnisse vermittelt.
Es gibt verschiedene berufliche Gymnasien bzw. Berufskollegs. Diese unterschieden sich von anderen Gymnasien vor allem durch die Fachrichtung (z.B. technische, soziale oder wirtschaftliche Richtung). Innerhalb von drei Jahren kann man dort die allgemeine Hochschulreife oder innerhalb von vier Jahren eine sogenannte Doppelqualifikation erwerben.

Die Doppelqualifikation beinhaltet, neben dem Abitur, auch einen Berufsabschluss. Diesen erhält man durch ein einjähriges Praktikum. Durch diese Maßnahme spart man sich zwei Jahre, ist aber mit Sicherheit eine anstrengende Schullaufbahn.

Allgemeines zur technischen Fachrichtung
In diesem Artikel wird schwerpunktmäßig auf technische Gymnasien eingegangen, da eben diese (vor allem bei den Mädchen) nicht sonderlich hoch in der Beliebtheitsliste stehen. Technische Gymnasien zeichnen sich dadurch aus, dass sie ab der 12. Klasse Leistungskurse, wie Maschinenbautechnik, Elektrotechnik oder Bautechnik, anbieten. Mathematik als zweiter Leistungskurs ist Pflicht.

Bereits zu Beginn der 11. Klasse legt man fest, welches der angebotenen Fächer man als zukünftigen Leistungskurs mit ins Abitur nimmt. Dies bedeutet, dass man sich relativ früh festlegen muss und man seine Entscheidung bei der Wiederholung der 12. Klasse nicht mehr ändern kann.


Berufliche Gymnasien sind also nichts für Unentschlossene. Deshalb sollte man sich bereits vorher überlegen, in welche Richtung man gehen will. Das klingt zunächst schlimm, aber man erleichtert sich dadurch den Start ins Studium, sofern ein solcher Studiengang belegt wird. Ein weiterer Fakt ist, dass berufliche Gymnasien dazu verpflichtet sind in jedem Fach berufliche Bezüge herzustellen. Das heißt: Im Englisch-Unterricht wird z.B. die Unterrichtsreihe "Licht" behandelt und die technischen Aspekte davon beleuchtet.

Sie sind also sehr spezialisiert und bieten eine weniger breite Palette an Allgemeinbildung an. Dies ist auch an den Grundkursen zu beobachten. Da sie nicht als Leistungskurse gewählt werden können, ist das Niveau von den nicht-beruflichen Fächern etwas geringer. An die Pflicht der 2. Fremdsprache kommt man jedoch auch hier nicht vorbei.

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Vorteile:
- differenzierte Fächerwahl (tiefgründigeres Lernen von speziellen Fächern)
- Doppelqualifikation möglich
- besserer Start ins Studium
- weniger Klausurfächer

Nachteile:
- frühe Festlegung der Leistungskurse (Wechsel der Fächer nur bis zu den Herbstferien der 11. Klasse möglich, danach durchgehend bis ins Abitur)
- geringeres Niveau der nicht-beruflichen Fächer

Punkte, die jeder subjektiv abschätzen muss:
- Unterricht im kleinen Klassenverbund: Enge Zusammenarbeit in der Klasse, jedoch kaum Parallelklassen für den Austausch mit anderen Schülern

- Eintönigkeit im Unterricht: Hohes Fachwissen, da man viel über das Fach lernt und Bezüge zu anderen Themenfelder herstellt, allerdings nur wenig Allgemeinbildung und geistige Abwechslung.

Technische Gymnasien als Chance für Mädchen:
Es ist bekannt, dass Mädchen sich nicht sonderlich für Technik interessieren, doch es ist eine Erfahrung wert, da die Technik das ganze Leben beeinflusst. Man findet sie z.B. in der Kunst, als Digitalfotografie, wieder. Fragen wie etwas funktioniert, können so besser und schnell beantwortet werden.
Weitere Infos:

- Ausbildungs- und Prüfungsordnung Berufskollegs, Anlage D

- Erfahrungsberichte auf ciao.de


Des Weiteren bekommt man dieses "Ich bin anders"-Gefühl, da man sich durch diesen Studienweg von der Masse abhebt. Außerdem suchen Firmen weibliche Auszubildende, Studentinnen und Ingenieurinnen. Denn, im Gegensatz zu Männern, haben diese in der Regel ein besseres Verständnis für Kommunikation, Organisation und Sorgfalt.

Abiturienten, die gerne Lehrer werden möchten, bietet sich ebenfalls ein Studium auf Lehramt für Berufskollegs (gymnasiale Oberstufe) an. Während diesem haben die Studentinnen die Möglichkeit an der Schule Vorlesungen für Mathematiker, Physiker und auch für Ingenieure zu besuchen. Auch als Nachhilfelehrer eignen sich Ingenieure bzw. Akademiker in dem jeweiligen Fach gut, da Nachhilfe in der gymnasialen Oberstufe für Fächer wie Elektrotechnik, Maschinenbautechnik und Bautechnik oder ähnliches kaum zu finden sind.
Bildquelle: © commons.wikimedia.org/ Sinatra and Peter O. Chott, © stock.xchng
redakteur
7. Februar 2012 11:11 Uhr