Kino
Tarantino - Ein Kultregisseur
nico m.
26. Oktober 2009 19:42 Uhr
116 Kommentare
Quentin Tarantino: Es gibt wohl kaum jemanden, dem dieser Name noch nie zu Ohren gekommen ist. Aber was begeistert uns eigentlich so sehr an dem Phänomen Tarantino?
Quentin Tarantino: Der Name für sich steht für Außergewöhnliches. Doch was verbirgt sich hinter diesem Namen?
Kultregisseur Quentin Tarantino
Quentin Tarantino wurde am 27. März 1963 in Knoxville, Tennessee geboren. Seinen markanten Namen verdankt er einer Westernfigur, die, wie seine Mutter, Halbindianer war. Er kam in einem schlechten Umfeld zur Welt - seine Mutter war gerade mal 16 Jahre alt und musste schon bald alleine für den kleinen Quentin sorgen.
Seine Freizeit verbrachte der junge Quentin oftmals in B-Movie-Kinos (auch „Grindhouse“-Kinos), welche überwiegend Billigproduktionen zeigten.
Mit 17 brach er die Schulausbildung ab und versuchte seitdem, sich im Filmgeschäft einen Namen zu machen. Als er 20 war, versuchte er sich an seinem ersten Film. Dieser war aber so eine Enttäuschung für ihn, dass er sich einige Jahre zurückzog und sich irgendwie Geld beschaffte. 1987 versuchte er es abermals, doch sein 5000 Dollar teurer Film verbrannte zur Hälfte im Entwicklungsstudio. Fast pleite schickte er ein an die 500 Seiten starkes Drehbuch namens "The Open Road" an mehrere Filmstudios - doch alle lehnten dankend ab.
Jetzt kratzte er seine letzten Ersparnisse zusammen und nahm an einem Workshop des berühmten Robert Redford (u.a. „Jenseits von Afrika“) teil, durch seine dort gemachten Bekanntschaften wurde ein Produzent auf ein Drehbuch Tarantinos aufmerksam.
Das Drehbuch mit dem Namen "Resevoir Dogs" wurde schließlich von Tarantino selbst verfilmt und die Rollen wurden mit bekannten Schauspielern wie Harvey Keitel, Tim Roth und Steve Buscemi besetzt. Der Film wurde ein voller Erfolg und Tarantino mehrfach ausgezeichnet.
Doch das sollte erst der Anfang des Aufstiegs Tarantinos zum Kultregisseur, wie ihn heute alle kennen, sein. 1994 kam sein Film "Pulp Fiction" in die Kinos. Er verpflichtete den abgehalfterten Schauspieler John Travolta und zu der Zeit relativ unbekannte Schauspieler wie Samuel L. Jackson und Uma Thurman. Der Film bestach durch seine unglaublich brillanten Dialoge und eine spannende Story. Diese Aspekte lassen „Pulp Fiction“ bis heute als Kultfilm gelten. Der Film wurde von Lawrence Bender produziert, welcher sozusagen der Entdecker Tarantinos war. Er erhielt außerdem sieben Oscar-Nominierungen, unter anderem in den Kategorien "Bester Film", "Beste Regie" und " Bestes Drehbuch". Am Ende bekam Tarantino den begehrten Preis für sein Drehbuch und Samuel L. Jackson den Preis als bester Nebendarsteller.
"Pulp Fiction" - ein gefeierter Film
Dieser Preis und der sensationelle Erfolg des Films machten Tarantino noch berühmter. Zu dieser Zeit knüpfte er erste Freundschaften mit einigen heutigen Superstars.
Da Tarantino - wie alle Leute, die mit ihm gearbeitet haben, bezeugen können - ein äußerst witziger Typ ist, machte er sich schnell Freunde in Hollywood.
Zu seinen Freunden zählten damals wie auch heute Robert Rodriguez („Sin City“), Samuel L. Jackson, welcher in ganzen vier Tarantino-Filmen mitspielte, Bruce Willis und viele mehr.
Nach dem gigantischen Erfolg von "Pulp Fiction" gönnte er sich ein paar Jahre Ruhe, welche nur durch seine Rolle in Rodriguez' Film "From Dusk Till Dawn", zu dem er auch das Drehbuch schrieb, gestört wurde. Bei diesem Film lernte er die heutige Hollywoodgröße George Clooney kennen, welcher heute auch ein Freund von ihm ist.
1997 kam er wieder mit einem Film in die Kinos: "Jackie Brown" war ein Starauflauf. Mit von der Partie waren auch Tarantinos Lieblingsschauspieler Pam Grier und Robert Forster, aber auch Robert De Niro übernahm eine Rolle.
"Jackie Brown" - von Kritikern und Publikum heiß geliebt
Danach kündigte er zwei weitere Filme an: "Kill Bill Volume 1" und "Kill Bill Volume 2", diese erschienen aber erst 2003 und 2004 in den Kinos. Auch hier wählte er für die Rollen u.a. seine alten Freunde Samuel L. Jackson und Uma Thurman aus. Die Filme wurden mit Lob überschüttet und selbst die in "Pulp Fiction" so oft kritisierten Gewaltszenen konnten hier das Urteil vieler Kritiker nicht trüben.
Nachdem er 2005 für die Symbol-Gage von einem US-Dollar Gastregie für Robert Rodriguez "Sin City" geführt hatte, weil dieser den Soundtrack für "Kill Bill" für die gleiche Gage komponiert hatte, widmete er sich seinem neuen Projekt: "Grindhouse". Wie erst kurz vor dem Kinostart bekannt wurde, bestand "Grindhouse "aus zwei Filmen: "Planet Terror" war eine Regiearbeit von Rodriguez und "Death Proof" eine Arbeit von Tarantino. "Grindhouse" war unübersehbar eine Hommage an die B-Movie-Kinos, in denen Tarantino hauptsächlich seine Kindheit verbrachte. Der Film war gespickt mit markanten Filmzitaten aus Tarantinos Lieblingsfilmen und eine Rolle war wiederum mit einem Altbekannten besetzt: Bruce Willis.
"Planet Terror"
Seine bis heute letzte Regiearbeit lieferte er 2009 mit "Inglorious Basterds " ab. In dem Streifen sind auffallend viele deutsche oder deutschsprachige Schauspieler zu sehen wie beispielsweise Til Schweiger, Diane Kruger und Christoph Waltz. Außerdem war Deutschland an der Produktion beteiligt, was nicht zuletzt daran lag, dass in den Babelsberger Filmstudios gedreht wurde. Der Stil Tarantinos war auch diesem Film, welcher im II. Weltkrieg spielt, nicht zu übersehen. Vor allem der eher unbekannte Österreicher Christoph Waltz brillierte in seiner Rolle als Nazi-Offizier (gegen seine unglaublich präsente Darstellung kam noch nicht einmal ein grandios aufgelegter Brad Pitt an) und wurde prompt mit einer goldenen Palme als bester Schauspieler belohnt.
Tarantino schafft es stets, seinen eigenen Stil unverkennbar in seine Filme einzubringen. Kaum sieht man die ersten Dialoge eines seiner Werke, so erkennt man direkt Tarantinos Handschrift. Er kommt meist ganz ohne große Effekte oder Budgets aus.
Ein Tarantino ist ebenfalls zu erkennen an Kleinigkeiten, die immer wieder in seinen Filmen auftauchen, wie Chevrolets oder bestimmte Burger. Wahren Filmkennern ist schon lange aufgefallen, dass Tarantino seine Filme durch Zitate oder Szenen miteinander verbindet und dass er manchmal ganze Szenen seiner Lieblingsfilme, zu denen viele Italowestern gehören, ein wenig bis ganz kopiert.
Die Gewaltszenen seiner Filme und der scharfsinnige Humor, der diese Szenen fast schon wieder witzig erscheinen lässt, zeichnen ihn ebenso aus wie seine komische, aber hervorragende Musikauswahl. Da er ein Liebhaber klassischer Filme ist, dreht er keinen einzigen Film digital und sagt, dass wenn einmal alle Filme digital gemacht würden, er anfangen würde, Romane zu schreiben. Außerdem fallen einem die kleinen Verweise Tarantinos auf Filmklassiker sowie die häufige Besetzung der gleichen Schauspieler auf.
Alles in allem kann sich fast keiner dem subtilen Humor und der Genialität Tarantinos entziehen. Er ist ein Regisseur und ein Schreiber wie es ihn sonst wahrscheinlich nie wieder geben wird. Außerdem nimmt sich der Perfektionist Tarantino Zeit für seine Werke, auch wenn es zehn Jahre sein müssen (wie zum Beispiel bei „Inglorious Basterds“) und deswegen ist es mehr als empfehlenswert, sich den ein oder anderen Abend mit einem guten Tarantino zu versüßen und einfach nur zu genießen.
Kultregisseur Quentin Tarantino
Quentin Tarantino wurde am 27. März 1963 in Knoxville, Tennessee geboren. Seinen markanten Namen verdankt er einer Westernfigur, die, wie seine Mutter, Halbindianer war. Er kam in einem schlechten Umfeld zur Welt - seine Mutter war gerade mal 16 Jahre alt und musste schon bald alleine für den kleinen Quentin sorgen.
Seine Freizeit verbrachte der junge Quentin oftmals in B-Movie-Kinos (auch „Grindhouse“-Kinos), welche überwiegend Billigproduktionen zeigten.
Mit 17 brach er die Schulausbildung ab und versuchte seitdem, sich im Filmgeschäft einen Namen zu machen. Als er 20 war, versuchte er sich an seinem ersten Film. Dieser war aber so eine Enttäuschung für ihn, dass er sich einige Jahre zurückzog und sich irgendwie Geld beschaffte. 1987 versuchte er es abermals, doch sein 5000 Dollar teurer Film verbrannte zur Hälfte im Entwicklungsstudio. Fast pleite schickte er ein an die 500 Seiten starkes Drehbuch namens "The Open Road" an mehrere Filmstudios - doch alle lehnten dankend ab.
Jetzt kratzte er seine letzten Ersparnisse zusammen und nahm an einem Workshop des berühmten Robert Redford (u.a. „Jenseits von Afrika“) teil, durch seine dort gemachten Bekanntschaften wurde ein Produzent auf ein Drehbuch Tarantinos aufmerksam.
Das Drehbuch mit dem Namen "Resevoir Dogs" wurde schließlich von Tarantino selbst verfilmt und die Rollen wurden mit bekannten Schauspielern wie Harvey Keitel, Tim Roth und Steve Buscemi besetzt. Der Film wurde ein voller Erfolg und Tarantino mehrfach ausgezeichnet.
Doch das sollte erst der Anfang des Aufstiegs Tarantinos zum Kultregisseur, wie ihn heute alle kennen, sein. 1994 kam sein Film "Pulp Fiction" in die Kinos. Er verpflichtete den abgehalfterten Schauspieler John Travolta und zu der Zeit relativ unbekannte Schauspieler wie Samuel L. Jackson und Uma Thurman. Der Film bestach durch seine unglaublich brillanten Dialoge und eine spannende Story. Diese Aspekte lassen „Pulp Fiction“ bis heute als Kultfilm gelten. Der Film wurde von Lawrence Bender produziert, welcher sozusagen der Entdecker Tarantinos war. Er erhielt außerdem sieben Oscar-Nominierungen, unter anderem in den Kategorien "Bester Film", "Beste Regie" und " Bestes Drehbuch". Am Ende bekam Tarantino den begehrten Preis für sein Drehbuch und Samuel L. Jackson den Preis als bester Nebendarsteller.
"Pulp Fiction" - ein gefeierter Film
Dieser Preis und der sensationelle Erfolg des Films machten Tarantino noch berühmter. Zu dieser Zeit knüpfte er erste Freundschaften mit einigen heutigen Superstars.
Da Tarantino - wie alle Leute, die mit ihm gearbeitet haben, bezeugen können - ein äußerst witziger Typ ist, machte er sich schnell Freunde in Hollywood.
Zu seinen Freunden zählten damals wie auch heute Robert Rodriguez („Sin City“), Samuel L. Jackson, welcher in ganzen vier Tarantino-Filmen mitspielte, Bruce Willis und viele mehr.
Nach dem gigantischen Erfolg von "Pulp Fiction" gönnte er sich ein paar Jahre Ruhe, welche nur durch seine Rolle in Rodriguez' Film "From Dusk Till Dawn", zu dem er auch das Drehbuch schrieb, gestört wurde. Bei diesem Film lernte er die heutige Hollywoodgröße George Clooney kennen, welcher heute auch ein Freund von ihm ist.
1997 kam er wieder mit einem Film in die Kinos: "Jackie Brown" war ein Starauflauf. Mit von der Partie waren auch Tarantinos Lieblingsschauspieler Pam Grier und Robert Forster, aber auch Robert De Niro übernahm eine Rolle.
"Jackie Brown" - von Kritikern und Publikum heiß geliebt
Danach kündigte er zwei weitere Filme an: "Kill Bill Volume 1" und "Kill Bill Volume 2", diese erschienen aber erst 2003 und 2004 in den Kinos. Auch hier wählte er für die Rollen u.a. seine alten Freunde Samuel L. Jackson und Uma Thurman aus. Die Filme wurden mit Lob überschüttet und selbst die in "Pulp Fiction" so oft kritisierten Gewaltszenen konnten hier das Urteil vieler Kritiker nicht trüben.
Nachdem er 2005 für die Symbol-Gage von einem US-Dollar Gastregie für Robert Rodriguez "Sin City" geführt hatte, weil dieser den Soundtrack für "Kill Bill" für die gleiche Gage komponiert hatte, widmete er sich seinem neuen Projekt: "Grindhouse". Wie erst kurz vor dem Kinostart bekannt wurde, bestand "Grindhouse "aus zwei Filmen: "Planet Terror" war eine Regiearbeit von Rodriguez und "Death Proof" eine Arbeit von Tarantino. "Grindhouse" war unübersehbar eine Hommage an die B-Movie-Kinos, in denen Tarantino hauptsächlich seine Kindheit verbrachte. Der Film war gespickt mit markanten Filmzitaten aus Tarantinos Lieblingsfilmen und eine Rolle war wiederum mit einem Altbekannten besetzt: Bruce Willis.
"Planet Terror"
Seine bis heute letzte Regiearbeit lieferte er 2009 mit "Inglorious Basterds " ab. In dem Streifen sind auffallend viele deutsche oder deutschsprachige Schauspieler zu sehen wie beispielsweise Til Schweiger, Diane Kruger und Christoph Waltz. Außerdem war Deutschland an der Produktion beteiligt, was nicht zuletzt daran lag, dass in den Babelsberger Filmstudios gedreht wurde. Der Stil Tarantinos war auch diesem Film, welcher im II. Weltkrieg spielt, nicht zu übersehen. Vor allem der eher unbekannte Österreicher Christoph Waltz brillierte in seiner Rolle als Nazi-Offizier (gegen seine unglaublich präsente Darstellung kam noch nicht einmal ein grandios aufgelegter Brad Pitt an) und wurde prompt mit einer goldenen Palme als bester Schauspieler belohnt. Tarantino schafft es stets, seinen eigenen Stil unverkennbar in seine Filme einzubringen. Kaum sieht man die ersten Dialoge eines seiner Werke, so erkennt man direkt Tarantinos Handschrift. Er kommt meist ganz ohne große Effekte oder Budgets aus.
Ein Tarantino ist ebenfalls zu erkennen an Kleinigkeiten, die immer wieder in seinen Filmen auftauchen, wie Chevrolets oder bestimmte Burger. Wahren Filmkennern ist schon lange aufgefallen, dass Tarantino seine Filme durch Zitate oder Szenen miteinander verbindet und dass er manchmal ganze Szenen seiner Lieblingsfilme, zu denen viele Italowestern gehören, ein wenig bis ganz kopiert.
Die Gewaltszenen seiner Filme und der scharfsinnige Humor, der diese Szenen fast schon wieder witzig erscheinen lässt, zeichnen ihn ebenso aus wie seine komische, aber hervorragende Musikauswahl. Da er ein Liebhaber klassischer Filme ist, dreht er keinen einzigen Film digital und sagt, dass wenn einmal alle Filme digital gemacht würden, er anfangen würde, Romane zu schreiben. Außerdem fallen einem die kleinen Verweise Tarantinos auf Filmklassiker sowie die häufige Besetzung der gleichen Schauspieler auf.
Alles in allem kann sich fast keiner dem subtilen Humor und der Genialität Tarantinos entziehen. Er ist ein Regisseur und ein Schreiber wie es ihn sonst wahrscheinlich nie wieder geben wird. Außerdem nimmt sich der Perfektionist Tarantino Zeit für seine Werke, auch wenn es zehn Jahre sein müssen (wie zum Beispiel bei „Inglorious Basterds“) und deswegen ist es mehr als empfehlenswert, sich den ein oder anderen Abend mit einem guten Tarantino zu versüßen und einfach nur zu genießen.
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Bildquelle: © Universal