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Kino

Marley und Ich

Michael Reinartz
11. Mai 2009 22:38 Uhr
129 Kommentare
Jennifer Aniston und Owen Wilson kämpfen als ambitioniertes Journalistenpaar mit Kinderwünschen gegen einen erziehungsresistenten Hund. In mehreren Episoden wird aus dem Rabauken langsam ein festes und wertvolles Mitglied der jungen Familie. Eine frische Komödie mit viel Biss - im wörtlichen Sinne.
Was kommt heraus, wenn man einen frech-liebenswerten Hund mit zwei von Hollywoods Topstars in einem Film vereint? Das Ergebnis ist der Film „Marley und Ich“. Hier bieten sich Owen Wilson (Shang-High Noon) und Jennifer Aniston (Bruce Allmächtig) ein Stelldichein mit dem titelgebenden Marley, einem Labrador Retriever, der mit allen Wassern gewaschen ist und Chaos in das Leben der Familie Grogan bringt, sie in zwölf turbulenten Jahren begleitet und ihnen letztendlich trotz aller Macken als vollwertiges Familienmitglied ans Herz wächst.
Alles beginnt mit dem Umzug des jungen und frisch verheirateten Journalistenpaares John und Jenny Grogan ins sonnige Palm Beach, Florida, um sich dort eine neue Existenz aufzubauen. John, ein aufstrebender Reporter, verdient sich dort bei einer lokalen Zeitung mit dem Schreiben von Kurzartikeln. Als Jenny ihm gegenüber ihren Kinderwunsch offenbart, überkommen ihm leichte Zweifel an seiner Reife. Sein guter Freund und Frauenheld Sebastian (gespielt von Grey’s Anatomy-Doktor Eric Dane) kann ihn jedoch zu einem Kompromiss überreden: Ein eigener Hund soll als Test dienen, ob John und Jenny dem Verantwortungsdruck einer Familie gewachsen sind. Resultat ist die Adoption des Welpen Marley – benannt nach dem Sänger Bob Marley – der jedoch bereits in den ersten Tagen zeigt, aus welchem Holz er geschnitzt ist und neben dem Mobiliar des Hauses auch langsam die Nerven der Grogans verschleißt. In den folgenden Jahren führt dies zu mehr oder minder absurden Situationen, zu denen unter anderem auch Marleys erster – und gleichzeitig letzter – Tag in der Hundeschule gehört. John wird etwa zeitgleich von seinem Redaktionsleiter eine Kolumne zugewiesen, die er mit Marleys haarsträubenden Aktionen füllt und damit überraschend populär wird. Auch bindet Marleys Treiben die junge Familie immer weiter zusammen, sodass John und Jenny gemeinsam schwere Zeiten mit seiner Hilfe überstehen können, wodurch sich Marley als fester Bestandteil ihres Lebens etabliert.
Die spritzige Hunde-Komödie „Marley und Ich“ basiert auf den persönlichen Erlebnissen von John Grogan, die er in Buchform als Roman „My Dog Marley and Me“ veröffentlicht hat. In den etwa zwölf Jahren, die der Film behandelt, wird die Entwicklung Marleys vom unschuldigen Welpen zum Hundesitter-Schreck in einigen Stationen beleuchtet, wobei vor allem die erste Hälfte des Filmes Gewicht auf humorvolle Situationen legt, in denen Marley die große Hauptrolle spielt und sowohl Owen Wilson als gutherzigen Hundebesitzer als auch Jennifer Aniston als liebevolle Ehefrau erfolgreich und ohne Mühen in Sachen Witz an die Wand spielt. Die zweite Hälfte fokussiert hingegen die emotionale Entwicklung der beiden Hauptdarsteller zu ihrem Tier und der wachsenden Familie, sodass Marleys humorvolle Schandtaten seltener werden. Auch treten hier ernste Themen wie Verantwortung, persönliche Lebenserfüllung und Tod auf, was dazu führt, dass die Szenen nicht mehr mit der Geschwindigkeit der ersten Hälfte mithalten können und der komödiantische Anteil immer weiter abnimmt. Gerade gegen Ende wird der Zuschauer öfter das Gefühl haben, eher in einem Drama als in einer Familienkomödie zu sitzen, da besonders die Tage des Lebensabends von Marley sehr berührend und ernst dargestellt werden, was im Kino für einige Tränen bei Jung und Alt sorgen wird – besonders im Kontrast zu den turbulenten Szenen des Anfangs. Leider bleiben die menschlichen Hauptdarsteller insgesamt zu flach und müssen sich dem eigentlichen Star Marley eindeutig unterordnen, was sich vor allem in den späteren Szenen bemerkbar macht, in denen sich Marleys Wüten langsam in den Hintergrund bewegt.
Dennoch ist gerade für Hundebesitzer und –liebhaber jeden Alters dieser Film Pflicht, da vor allem die Darstellung des chaotischen Hundes und der beiden liebevoll-hilflosen Herrchen für einige Lacher sorgen wird. Wer bei dem rührseligen Ende noch ein trockenes Auge hat, hat wohl noch nie einen Hund im Park apportieren lassen!
21. Mai 2012 17:16 Uhr