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Kino

Hollywood im Remake-Wahn

Gelöschter Nutzer
7. August 2009 21:06 Uhr
81 Kommentare
Neuverfilmungen sind keine Neuheit im Filmgeschäft. Doch in den letzten Jahren hat die Anzahl an Remakes beachtlich zugelegt. Sogar deutsche Filme, werden von der Hollywood'schen Neuinterpretationswelle nicht verschont.
Wenn man an «Stadt der Engel» denkt, denkt man an den Liebesfilm mit Nicolas Cage und Meg Ryan. Doch niemand erinnert sich an dessen deutsches Original «Der Himmel über Berlin». Wenn man «Das Haus am See» hört, erinnert man sich an den Film mit Sandra Bullock und Keanu Reeves, doch kaum jemand kennt das südkoreanische Original «Il Mare». Wenn man «The Hills Have Eyes» hört, denkt man an den Horrorschocker von 2006, aber wenige wissen, dass auch dieser Film eine Neuverfilmung eines Kultfilmes der 70er Jahre ist.

Neuverfilmungen haben in den letzten Jahren beachtlich zugelegt. Besonders im Horrorgenre wird immer mehr auf Neuinterpretationen alter Kassenschlager gesetzt. 2002 wurde der japanische Horrorfilm «Ringu» mit einer US-Amerikanischen Neuverfilmung beglückt, 2005 folgte eine Fortsetzung, die nicht gerade weniger erfolgreich an den Kinokassen war. 2004 folgten weitere Verfilmungen japanischer Kultfilme; «The Grudge», «Dark Water» oder «Tödlicher Anruf» waren mehr oder minder erfolgreich. «The Grudge» zog immerhin eine Kinofortsetzung und einen dritten Teil direkt auf DVD hinter sich. («The Grudge 3» erscheint in Deutschland im Dezember 2009 auf DVD).

2003 schickte Michael Bay «The Texas Chainsaw Massacre» in Produktion. Der Film war eine Neuverfilmung des 1973 erschienenen Horrorthrillers von Tobe Hooper. Es folgten drei Fortsetzungen, u.a. spielten Viggo Mortensen und Renée Zellweger in je einem Sequel mit. 2006 erschein «The Hills Have Eyes». Eine Neuverfilmung von Wes Cravens «Hügel der blutigen Augen». Auch dieses Remake war geldtechnisch ein Erfolg und so kam 2007 eine Fortsetzung, bei der Wes Craven selbst das Drehbuch schrieb.
2007 brachte Rob Zombie schließlich seine Neuinterpretation von «Halloween» auf den Markt. Das Besondere: Zombie legte wert auf die Kindheit des Serienmörders Michael Myers, wodurch die erste Hälfte des Filmes diese schildert. Die zweite Hälfte des Filmes ist sehr stark an das Original von 1978 gerichtet. «Halloween» gehört zu einer der erfolgreichsten Horrorfilmreihen und zog 7 Fortsetzungen und eine Neuverfilmung hinter sich. 2009 folgt «Halloween 2» mit den selben Darstellern des ersten Teils von 2007.

2009 erschein eine weitere Neuverfilmung einer Kulthorrorfilmreihe: «Freitag, der 13.» – Erneut von Michael Bay produziert. Der Film beruht lose auf die ersten vier Teile der Reihe. Auch hier soll noch eine Fortsetzung kommen. Außerdem erschein 2009 noch «My Bloody Valentine» und 2010 ist eine Neuverfilmung von «Nightmare on Elm Street» angekündigt. Ebenfalls gibt es Gerüchte bezüglich einer Neuinterpretation der mordenden Puppe «Chucky».

Doch nicht nur Horrorfilme sind vom Remakewahn betroffen. Sogar «Eiskalte Engel» mit Sarah Michaelle Gellar und Ryan Philippe beruht auf den Film «Gefährliche Liebschaften» mit Glenn Close, Uma Thurman und Michelle Pfeifer. Jetzt soll der deutsche Thriller «Das Experiment» eine amerikanische Neuverfilmung bekommen. Elijah Wood («Der Herr der Ringe», «Sin City») und Maggie Grace («Lost», «The Fog – Nebel des Grauens») sind unter anderem für die amerikanische Variante des Thrillers unter Vertrag genommen wurden.

Gründe für diese Neuverfilmungen sind verschieden. Oft werden ausländische Filme neuverfilmt, da diese in Amerika weniger gefragt sind. Man greift also die Story eines Filmes und verarbeitet sie in amerikanischem Stil weiter. So wie das auch 2010 bei «Let Me In» der Fall sein wird – eine US-Neuverfilmung des schwedischen Filmes «So finster die Nacht». Andere Gründe sind oft, dass die Kultfilme nicht mehr Zeitgerecht sind und die Produzenten der neuen Generation Kultfilme näher bringen will oder sie sogar an die Jugend anpasst (siehe «Eiskalte Engel» und «Gefährliche Liebschaften»).
Manchmal wird aber rein aus Profit eine Neuverfilmung produziert. Bestes Beispiel hierfür ist «Freitag der 13.». 2003 erschien der Horrorslasher «Freddy vs. Jason». Jason wurde erneunt zum Megastar und dieses Fass musste man nun köpfen: Die Jugend wollte Jason, also bekommt sie ihn. Mal sehen, was Hollywood ansonsten noch für uns bereithält. Eins steht fest: Es werden sicherlich noch einige Neuverfilmungen auf uns warten…
21. Mai 2012 17:05 Uhr