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Kino

Clint Eastwood wird 80 Jahre

Michael Reinartz
31. Mai 2010 12:35 Uhr
113 Kommentare
Clint Eastwood, oscarprämierter Hollywoodstar und Regisseur, feiert heute seinen 80. Geburtstag. Grund genug für Newspoint.CC, sich zu Ehren des Raubeins mit seinem Lebenswerk zu befassen. Vom Namenlosen über „Dirty Harry“ zum „Million Dollar Baby“ des Filmbusiness.
Clint Eastwood wurde am 31. Mai 1930 als Clinton Eastwood Jr. in San Francisco geboren. Er wuchs unter ärmlichen Bedingungen auf, und auf Grund der anhaltenden Großen Depression in den USA waren seine Eltern dazu gezwungen, zur Arbeitssuche auf das Land zu ziehen, wo sie sich letztendlich in Oakland, Kalifornien niederließen. Eastwood galt in der Schule als sehr introvertiert und musste insgesamt neun Mal die Schule wechseln. Als er 1951 bei der Army den späteren Schauspieler David Janssen („Auf der Flucht“) kennen lernte, riet dieser ihm, es in Hollywood als Schauspieler zu versuchen. Tatsächlich bekam er 1955 einen Vertrag beim Filmstudio Universal Pictures, und war daraufhin in mehreren kleinen Film- und Fernsehrollen zu sehen, unter anderem in Die Rache des Ungeheuers und Tarantula. Zwei Jahre später jedoch lief sein Vertrag mit Universal aus, und Eastwood stand wieder auf der Straße. Als Schwimmlehrer versuchte er, sich über Wasser zu halten.

Als Namenloser zum Westernstar
Wiederum zwei Jahre später wurde ihm eine Hauptrolle in der Western-Fernsehserie Rawride (in Deutschland: Tausend Meilen Staub) angeboten, die er dankend annahm.

Wachsfigur des "Namenlosen"
Bis 1965 spielte Eastwood in über 200 Folgen der Serie mit und etablierte sich damit im populären Western-Genre. Als der Regisseur Sergio Leone 1964 wegen des geringen Budgets für seinen Film Für eine Handvoll Dollar auf den jungen, aber in Hollywood unbekannten Eastwood aufmerksam wird, beginnt für Eastwood der steile Weg nach oben. Obwohl der Film von den Filmkritikern nicht gut aufgenommen wird, avanciert der Film bei Fans schnell zum Kult. Der wortkarge und namenlose Cowboy Eastwood wird zu einem einzigartigen Phänomen und an dem sarkastisch-dreckigen Ton des Films orientierten sich Regisseure aus aller Welt: Der Italo-Western war geboren. Aus der Zusammenarbeit mit Regisseur Leone brachte Eastwood noch die beiden Western Für ein paar Dollar mehr und Zwei glorreiche Hallunken hervor. Letzterer gilt laut der Filmdatenbank imdb.com als bester Western aller Zeiten. Die Freundschaft zwischen Leone und Eastwood zerbrach jedoch kurze Zeit später, als der junge Eastwood für Leones nächstes Projekt, den Western Spiel mir das Lied vom Tod eine Horrorsumme als Gage verlangte. Daraufhin gingen die beiden getrennte Wege.

Aus Eastwood wird "Dirty Harry"
Durch den Erfolg von Zwei glorreiche Hallunken wurde es Eastwood möglich, auch in Hollywood endgültig Fuß zu fassen, blieb jedoch dem Western-Genre größtenteils erhalten. Es folgten 1968 der Western Hängt ihn höher, bevor er das erste Mal mit seinem späteren Mentor und Freund Don Siegel zusammenarbeitete und unter ihm den Film Coogan’s großer Bluff drehte. In den Folgejahren war Eastwood vor allem in Actionfilmen zu sehen, gab sich jedoch im Musical Westwärts zieht der Wind auch als singender Goldschürfer im Wilden Westen. 1971 sagte er sich vom Western-Genre los und drehte unter Regisseur Don Siegel den Kult-Thriller Dirty Harry, der ihn schlagartig zu einer Ikone machte. Dem Film folgten vier Sequels. Im gleichen Jahr gab Clint Eastwood sein Debüt als Regisseur beim Psychothriller Sadistico. In den 1970er Jahren gab es kaum einen Schauspieler, der erfolgreicher in Hollywood war.

Der Regisseur und Komponist
In den 1980er Jahren widmete er sich seiner Jazz-Leidenschaft und fing an, Musikstücke für seine Filme zu komponieren. Gleichzeitig trat er verstärkt als Regisseur von Filmen auf, in denen er selbst die Hauptrolle spielte. Filme wie Firefox (1982) und Pale Rider (1985) konnten große Erfolge sowohl beim Publikum als auch bei den Kritikern aufweisen. Erst gegen Ende des Jahrzehnts erlitten seine Filme immer öfter Schiffbruch und gerieten zu regelrechten Kassenflops. Sein Comeback feierte Eastwood 1992 in dem Spätwestern Erbarmungslos, der ihm als Regisseur und Produzent seine ersten zwei Oscars einbrachte. Immer öfter spielten seine Rollen selbstironisch auf sein fortgeschrittenes Alter an. Es folgten bekannte Filme wie In the Line of Fire (1993), Die Brücken am Fluss (1995) und Absolute Power (1997). Ab 2000 war Eastwood vor allem hinter der Kamera als Regisseur tätig, nimmt sich jedoch auch die Zeit, die Komödie Space Cowboys zu drehen, in der er mit anderen Alt-Stars wie Tommy Lee Jones, Donald Sutherland und James Garner zu sehen ist.

Eastwood seit 2000
Fünf Jahre später gelang Eastwood der wohl größte Erfolg seines Lebens: Als Regisseur und Produzent des Films Million Dollar Baby erhielt er zwei Oscars, zwei weitere der Awards gingen an

Regisseur Eastwood 2007 in Berlin
Hauptdarstellerin Hilary Swank und Nebendarsteller Morgan Freeman. Kurz darauf setzte Eastwood sich an ein neues Projekt: Mit den beiden Filmen Flags of our Fathers und Letters from Iwo Jima zeigte Eastwood den Kampf im Pazifik während des Zweiten Weltkrieges aus der Sicht der beiden Kriegsparteien USA und Japan. Letztgenannter Film war für vier Oscars nominiert, konnte jedoch keinen der Preise gewinnen. Seine vorerst letzte Hauptrolle spielte Eastwood in dem Drama Gran Torino, in dem er als gealterter, von Vorurteilen zerfrеssener Mann auftritt. Der Film wurde wiederum sehr von den Kritikern gelobt und war an den Kinokassen ein voller Erfolg. Eastwoods neustes Regieprojekt war die Biografie Nelson Mandelas Invictus mit Morgan Freeman in der Hauptrolle.

Alles Gute zum Geburtstag, Clint Eastwood!
Bildquelle: © Wikimedia Commons / Martin Kraft, © Wikimedia Commons / Averageman
3. September 2010 17:39 Uhr