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Kino

Alice im Wunderland 3D

Floh v. B.
6. März 2010 22:00 Uhr
594 Kommentare
Am 4. März startete Tim Burtons Adaption von Lewis Carrolls "Alice im Wunderland" und "Alice hinter den Spiegeln" in den deutschen Kinos. Mit Johnny Depp, Helena Bonham Carter, Anne Hathaway, Alan Rickman und Matt Lucas sind namenhafte Darsteller auf der Besetzung zu finden.
Handlung des Filmes:
Tim Burtons Variation des Klassikers von Lewis Carroll setzt Jahre nach Alice' erstem Besuch im Wunderland an. Alice erinnert sich nicht mehr an diesen Besuch, doch die Wunderlandbewohner dafür um so besser! Nach Alice' letztem Besuch hat die rote Königin (Helena Bonham Carter) erneut ihre boshafte Herrschaft geführt und jeden Teil des Wunderlandes erobert. Als die Königin nun von Alice' Rückkehr hört, ist sie ganz und gar nicht begeistert...


Alice ist zurück im Wunderland...

Burton inszeniert mit "Alice im Wunderland" keine Adaption des Originalstoffes. Tatsächlich ist die Story eher eine Fortsetzung des Buches. Denn Alice ist erwachsen geworden und sieht das Wunderland nun als surreal und als Traum an: Es hat nie existiert, während sie in ihrer Kindheit fest davon überzeugt war, dass es echt war.

Burton ist bekannt für seinen Hauch von Gothik in seinen Film, auf den er in diesem Film (leider) etwas verzichten musste. Man merkt Burton an, dass Disney seine Hände im Spiel hatte, denn die schienen einen Familienfilm haben zu wollen und so durfte das Wunderland nicht zu düster wirken. Dennoch schafft es Burton seinen Stil in den Film miteinzubringen – vielleicht auch, weil seine Stammbesetzung Depp und Bonham Carter erneut mit dabei sind.



Und Johnny Depp geht förmlich auf in der Rolle des verrückten Hutmachers. Seine Nichtgeburtstagsparty ist zwar scheinbar beendet, doch auch die Teerunde hat immer noch ihre Tradition, auch wenn im Hintergrund eine Ruine zu sehen ist. Burton hat hier eindeutig ein Händchen bewiesen, denn die Teeparty ist zwar nicht sehr lang, aber dafür eine der stärksten Szenen im Film:
Perfektes Szenenbild, perfekt inszenierte Musik von Danny Elfman (der in allen Tim Burton Filmen für die Musik verantwortlich ist, Ausnahmen: Sweeney Todd und Ed Wood) und eben Johnny Depp! Während der Hutmacher in der Originalstory nur eine Nebenrolle war, wurde seine Bedeutung hier weitausgebaut und das zu Recht; Depp geht in der Rolle auf und seine Maske und Kostüm sind für die Augen einfach ein Genuss!

Alice-Darstellerin Mia Wasikowska ist eindeutig eine Newcomerin, doch sie ist auch als Alice überzeugend, aber im Vergleich zu ihren starken Kollegen geht sie leicht unter. Doch sie versucht sich nicht an denen zu Messen, was man ihr nur anrechnen kann. Für Mia Wasikowska könnte "Alice im Wunderland" der Durchbruch sein.

Leider weist der Film gegen Ende jedoch etwas auf, was man weniger gut bewerten kann. Das Finale wirkt sehr inspiriert durch "Die Chroniken von Narnia" und weist somit erneut Spuren von Disney auf. Alice wird hier als Kriegerin gezeigt und der Aufmarsch, sowie der Kampf, der darauf folgt, wirkt eher deplatziert.



Fazit:
Trotz des Finales weiß der Film dennoch zu überzeugen und erzielt mehr Plus- als Minuspunkte. Tim Burton hat das Beste unter den Augen von Disney gemacht und beweist einmal mehr, dass er ein Topregisseur ist!

Die 3D Passagen sind zwar nett, aber eigentlich reicht eine normale 2D Vorstellung allemal aus, da die 3D-Effekte doch eher unauffällig wirken.
Bildquelle: © Walt Disney, © Walt Disney Studios Motion Pictures, © widescreen-vision.de
autor
31. Juli 2010 08:34 Uhr