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Digital

Test: Ghostbusters - The Video Game

Michael Reinartz
7. September 2009 13:01 Uhr
24 Kommentare
Die Kultikonen der 80er sind zurück! Zeit, das Proton Pack umzuschnallen, das PKE-Messgerät zu justieren und die Energiefalle zu entstauben. Wir Europäer müssen uns noch bis zum Winter gedulden – in den USA hingegen ist das Spiel bereits am 16. Juni erschienen. Ein Test der PC-Importversion.
Zwanzig Jahre ist es her, seitdem die vier Geisterjäger Ray Stantz (Dan Aykroyd), Peter Venkman (Bill Murray), Egon Spengler (Harold Raimis) und Winston Zeddemore (Ernie Hudson) das letzte Mal die Welt vor einem Angriff aus der paranormalen Geisterwelt retteten. Nach langem hin und her veröffentlichte der Publisher Atari nun „Ghostbusters – The Video Game“ für alle aktuellen Konsolen und den PC, das die Story um die vier Para-Wissenschaftler weiterführt. Alle Hauptrollen der Filme werden von den Originalschauspielern dargestellt und (in der englischen Synchronisation) auch gesprochen. Überraschend: Bei der vorliegenden US-amerikanischen Importversion für den PC liegt auch die vollständig synchronisierte deutsche Fassung bei. Grund dafür ist ein Exklusivvertrag für PS3 und PS2, den Sony mit Atari ausgehandelt hat – die Versionen für die anderen Systeme erscheinen erst im November in Europa.

Die Handlung des Spiels, die von Dan Aykroyd und Harold Ramis geschrieben wurde, spielt zwei Jahre nach „Ghostbusters II“. Inzwischen sind die Geisterjäger ein anerkanntes städtisches Unternehmen in New York. Der Spieler schlüpft in die Haut des neuen Auszubildenden und wird prompt zum Versuchskaninchen für Egons technische Spielereien, die den Benutzer (O-Ton Egon) „bei unsachgemäßer Nutzung bis nach New Jersey pusten kann“. Doch noch bevor der Neuling überhaupt sein Proton Pack ausprobieren kann, wird die Stadt von einer riesigen paranormalen Welle erfasst, die von Anhängern des Gottes Gozer, dem Geist aus dem ersten Teils, ausgelöst wurde. Es beginnt eine Hetzjagd quer durch Manhattan, auf der das nun fünfköpfige Team sowohl auf viele neue Geister als auch alte Bekannte wie Slimer und den Marshmellow Mann treffen. Immer dabei: das Proton Pack und die obligatorische Geisterfalle.

Im Team bringt man auch die dicksten (Geister-)Brocken unter Kontrolle

Doch es gibt auch neue Waffen gegen die Ektoplasma-Horden: Im Laufe des Spiel installiert Egon in die Proton Packs drei weitere Waffen mit jeweils einem alternativen Feuermodus. Dazu passt, dass die Geister bestimmte Schwächen haben. Manche muss man auch gar nicht fangen, um sie unschädlich zu machen, sondern einfach nur genug Schaden anrichten, sodass sie ihre Form verlieren. Auch der Schleimwerfer aus „Ghostbusters II“ ist zurück und ist Teil so manches Rätsels. Neben Jagdpassagen muss man teilweise auch per PKE-Brille auf die Suche nach verdächtigem Schleim gehen und Geister gezielt aufspüren.

Das ganz große Plus des Spiels: Es fängt die Atmosphäre der Filme perfekt ein. Es beginnt mit dem filmreifen Intro und der berühmten Titelmelodie, führt sich in jedem einzelnen Charakter des Spiels fort und macht auch vor allem in jeder Dialogzeile und Pointe bemerkbar. Die langen – aber nie langweiligen - Zwischensequenzen sind gespickt mit Anspielungen auf die bisherigen Abenteuer der Geisterjäger und machen jede Menge Spaß. Man merkt, dass erfahrene Leute das Drehbuch zum Spiel geschrieben haben. Sogar zwischen den Einsätzen gerät man ins Schmunzeln, wenn Janine, die Sekretärin der Ghostbusters, kuriose Anrufe entgegen nimmt und abwimmeln muss oder man sich auch auf ein Gespräch mit dem Gemälde von Vigo, dem Bösewicht aus dem zweiten Film, einlässt.

Natürlich auch dabei: Ecto-1, das Einsatzfahrzeug der Ghostbusters

Grafisch ist das Spiel größtenteils auf der Höhe der Zeit und kann mit zerstörbarem Inventar punkten. Schon die Filme zeigten eindrucksvoll, dass dort wo die Ghostbusters waren, selten ein Stein noch auf dem anderen liegt. Das ist im Spiel nicht anders und gibt ein sehr befriedigendes Gefühl auf der Geisterjagd, wenn teure Tische und Vasen eindrucksvoll zu Bruch gehen. Hübsche Partikeleffekte der Waffen und Geister runden das Gesamtbild ab.

Fazit: Jedem Ghostbusters-Fan kann dieses Spiel nur ans Herz gelegt werden. Es besticht durch eine unglaublich kinoreife Atmosphäre und eine interessante Handlung mit vielen alten Bekannten. Da ist auch die recht kurze Netto-Spielzeit von 6 Stunden gerechtfertigt. Nicht-Kenner des Franchises sollten aber erst die Filme schauen, da recht viel Hintergrundwissen verlangt wird, um die ganze Handlung zu verstehen. Gut für Fans und Neueinsteiger gleichermaßen: Der PS3-Version liegt die Blu-Ray-Version des genialen ersten Kinofilms bei.
Bildquelle: © PC Games
17. Mai 2012 22:55 Uhr