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Digital

Stirbt Flash aus?

René Henrich
8. März 2010 14:01 Uhr
237 Kommentare
HTML 5 setzt sich zum Abspielen von Videos durch und .svg zum Betrachten von Vektorgrafiken. Aufgaben, die in der Vergangenheit häufig Adobe Flash erfüllte. Daher stellt sich zurecht die Frage: Ist Flash heute noch sinnvoll oder wird es in naher Zukunft abgelöst? Das c´t Magazin stellt in seiner aktuellen Ausgabe einige interessante Aspekte dar.
Der Adobe Flash Player ist eine plattformübergreifende Softwarekomponente zur Wiedergabe interaktiver Inhalte im .swf-Format und wird heutzutage häufig innerhalb von Webseiten zur Anzeige von Werbung, für Mini-Spiele und zum Abspielen von Videos verwendet. Auf Videoplattformen wie YouTube ist Flash beispielsweise kaum noch wegzudenken. So wird dort jedes Video über einen durch Flash realisierten Player wiedergegeben.

Allerdings gerät Flash häufig in Kritik. Zum einen aus dem Grund, dass es sich sowohl bei der Entwicklungsumgebung, dem Format als auch dem Player nicht um offene, sondern proprietäre Software, also "Closed Source" handelt. Das führt dazu, dass man zwangsweise an Adobe gebunden ist, wenn man Flash erstellen oder abspielen möchte. Zum anderen ist zwar positiv hervorzuheben, dass Adobe sich bemüht Flash auf möglichst vielen Plattformen anzubieten, allerdings ist der Player beispielsweise unter Mac OS X sehr ressourcenhungrig und stellenweise instabil. Unter Linux sieht die Situation ähnlich schlecht aus, wobei Adobe sich dort nicht mal bemüht, eine offizielle Entwicklungsumgebung bereitzustellen. Zusätzlich bestehen Datenschutzprobleme und andere Zweifel an der Sicherheit Flashs.

Plattformen wie das iPhone OS lehnen aus diesen Gründen Flash vollkommen ab. Zwar ist Apples restriktive Politik auch in diesem Punkt nicht lobenswert, jedoch ist erstaunlich, dass das Fehlen von Flash hier deutlich weniger auffällt, als auf einem Desktop-Betriebssystem. So ist zum Ansehen von YouTube-Videos eine spezielle App vorinstalliert. Um Flash-Spiele und -Programme nutzen zu können, bietet Adobe in Flash CS5 die Option an, ein Projekt als native iPhone-Applikation zu exportieren. So bleibt iPhone-Nutzern lediglich die Möglichkeit verwehrt, sich eine der wenigen komplett mittels Flash realisierten Webseiten anzusehen oder (noch) nicht portierte Spiele zu spielen.

Parallel dazu setzen sich plattformübergreifend vom W3C empfohlene Standards wie das .svg-Format zur Anzeige von Vektorgrafiken und in jüngster Vergangenheit HTML 5 zum Betrachten von Videomaterial auch in der Praxis immer mehr durch. Besonders eindrucksvoll demonstriert der

umfrage

SublimeVideo Player, dass sich Videos auch komplett ohne Flash innerhalb einer Webseite abspielen lassen (am besten mit dem aktuellen Webkit Nightly Build ansehen). Allerdings bieten auch YouTube und Vimeo mittlerweile experimentelle flashfreie Versionen ihrer Webplayer an und schlagen damit klar eine Richtung hin zu offenen Standards ein.

Adobe Flash wird also mehr und mehr überflüssig, jedoch ist davon auszugehen, dass Flash-Games in naher Zukunft nicht komplett von der Bildfläche verschwinden werden, genau so wenig wie die wenigen Flash-Seiten. Es ist aber wahrscheinlich, dass Flash an Bedeutung verlieren wird und künftig weniger verbreitet sein wird, als bisher.
Bildquelle: © stock.xhng, © flickr.com/fleur-design
redakteur
4. Februar 2012 17:56 Uhr