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Skandal um GVU – Freie Videos gelöscht
-CFP -
19. August 2010 08:00 Uhr
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Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) hat im Videoportal "Vimeo" einige Videos wegen angeblicher Urheberrechtsverletzung löschen lassen. Doch die Videos standen unter der Creative-Commons-Lizenz. Die GVU gerät derweil immer mehr in die Kritik ihre Rechte zu missbrauchen.
Die GVU ist eine Gesellschaft, die von der Filmindustrie unterstützt wird und es sich zur Aufgabe gemacht hat, Urheberrechtsverletzungen zu verfolgen.
Kritische Videos gelöscht Diesmal ist die GVU aber deutlich über das Ziel hinausgeschossen. Letzte Woche forderte die GVU das Videoportal "Vimeo" auf, wegen Urheberrechtsverletzung vier Videos zu löschen – Vimeo befolgte dies, ohne den Vorwurf zu überprüfen.
Journalist Mario Sixtus ließ am Montagabend via twitter verkünden, dass er der Urheber sei und somit keine Urheberrechtsverletzung vorlag. Alle Videos standen unter der Creative-Commons-Lizenz, man durfte sie also mit Nennung des Autors nichtkommerziell verbreiten.
Brisant: Alle Videos sind kritische Videos, u. A. zum Thema "Überwachungsstaat".
"Du bist Terrorist" – Ein betroffenes Video
Entschuldigung wenig authentisch
"GVU und Opsec Security bedauern das Versehen und sind gemeinsam bemüht, die Ursache zu klären, um derartige Versehen in Zukunft ausschließen zu können", teilten derweil beide Organisationen in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.
Klage gegen die GVU
Sixtus hat inzwischen Klage gegen die GVU eingereicht – ein Grund: Urheberrechtsverletzung. Die Löschung stellt einen widerrechtlichen Eingriff in die Verwertungsrechte der Urheber dar. Sixtus' Rechtsanwalt Vetter spricht von einem "fast unglaublichen Vorgang". Die GVU habe seinen Mandanten mitgeteilt, sie habe der Münchner Privatermittlungsfirma Opsec Security mit der Verfolgung von Urheberrechtsverstößen beauftragt, der offensichtlich ein Fehler unterlaufen sei. "Das klang eher nach Erklärung als nach Entschuldigung", so der Rechtsanwalt. Der Fall zeige, "dass die GVU ihre Mitarbeiter nicht im Griff hat", sagte der Anwalt im Gespräch mit Handelsblatt Online.
Die GVU steht unterdessen schon länger in der Kritik, da ihnen des Öfteren vorgeworfen wird, ihren Kompetenzbereich deutlich zu überschreiten.
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