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Digital

Ein Mensch von Computervirus befallen

Daniel Z.
17. Juni 2010 06:00 Uhr
436 Kommentare
Ein britischer Forscher hat kürzlich herausgefunden, dass die Radio Frequency Identification-Chips (RFID), welche in den Medien oft so hoch gelobt werden, über gravierende Sicherheitsmängel verfügen.
Dr. Mark Gasson hat im Zuge seiner Forschungen, ein kleines Experiment an sich selbst durchgeführt. Er ließ sich einen RFID-Chip implantieren, welchen er danach mit einem Computervirus infizierte. Dieser Selbstversuch soll besonders anderen Wissenschaftlern zeigen, dass implantierte Technik ziemlich gefährlich sein kann.



Web.de erörtert zuerst die positiven Vorteile dieser Chips. Kühe werden häufig "gechippt", um sie damit zu markieren. Auf diesem Chip werden dann Daten über das jeweilige Tier gespeichert. Von woher es kommt, wie alt es ist, ob es schonmal krank war; falls ja, woran es gelitten hat. Und noch einiges mehr. Diese Daten werden von einem bestimmten Lesegerät ausgelesen. Der dazu nötige Strom, wird von dem Lesegerät in den Chip übertragen. Diese Technik kommt inzwischen auch in neuen Reisepässen zum Einsatz.

Aber genau das ist auch die größte Schwachstelle des RFID-Chips. Die Aktivierung des Chips bleibt vom Träger für gewöhnlich unbemerkt. Einen RFID-Chip kann man mühelos manipulieren. Der "Chaos-Computer-Club" hat es vorgeführt. Man berichtet, dass Mitglieder dieses Clubs sich selbst Lesegeräte zusammengebastelt haben. Damit haben sie dann die Chips von Flughafenmitarbeitern ausgelesen, und konnten sich dann auf dem gesamten Flughafen ungestört und frei bewegen. Der von Dr. Mark Gasson entwickelte Computervirus ist zwar harmlos (Er produziert nur einige wirren Zahlenfolgen). Die meisten gängigen Viren sind aber weitaus gefährlicher. Ein befallener RFID-Chip kann auch andere elektronische Geräte im Körper seines Trägers beeinflussen, z.B. einen Herzschrittmacher. Oder der Virus ist so programmiert, dass er die Lesegeräte befällt, und von dort aus auf andere Chips überspringt, welche andere Menschen in sich haben.

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Auch die Daten-Manipulation bleibt im Bereich des Möglichen. So können medizinische Daten verändert werden, was dazu führt, dass dann die falschen Medikamente an die Patienten verteilt werden. Dies kann sehr gesundheitsschädlich sein. Auf dieselbe Art und Weise könnte ein Otto-Normal-Bürger "mal eben" zu einem gesuchten Terrorist mutieren. Dr. Mark Gasson meint abschließend, es sei ein schlimmer Kontrollverlust, wenn man einen solchen Chip in seinem Körper trägt, diesen jedoch nicht beeinflussen kann. Dies mache ihm Sorgen. Und da ist er bei weitem nicht der Einzige.
Bildquelle: © stock.xchng
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redakteur
4. Februar 2012 17:29 Uhr